US-Roh­öl­preis un­ter 50 $

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASALLE BROKERAGE,

Ver­schie­de­ne Fak­to­ren stüt­zen der­zeit die No­tie­rung.

Die Roh­stoff­ter­min­märk­te ten­die­ren seit An­fang August mehr­heit­lich tie­fer. Am Öl­markt hat sich der Haus­se­trend vom Vor­mo­nat ab­ge­schwächt. Im Ju­li hat­te sich Roh­öl 15% ver­teu­ert. Vor ei­ner Wo­che kos­te­te ein Fass US-Leicht­öl WTI kurz­fris­tig mehr als 50.40 $ – so viel wie zu­letzt En­de Mai. In der Zwi­schen­zeit hat sich die No­tie­rung zwi­schen 48.50 $ und 50 $ je Fass ein­ge­pen­delt. Am Di­ens­tag lag sie bei 49.40 $ und da­mit wie­der in Reich­wei­te der Mar­ke von 50 $.

Ver­schie­de­ne Fak­to­ren stüt­zen der­zeit den Öl­preis. Ei­ner­seits kün­dig­te Sau­di-Ara­bi­en zum Wo­chen­be­ginn an, den Öl­ex­port nach Asi­en im Sep­tem­ber um wei­te­re 10% zu re­du­zie­ren. Gleich­zei­tig tra­fen sich ei­ni­ge Mit­glie­der des Öl­kar­tells Opec und Nich­tOpec-Pro­du­zen­ten, um ei­ne bes­se­re Stra­te­gie zur Um­set­zung der För­der­be­gren­zung zu er­ar­bei­ten. An­de­rer­seits dürf­te der US-La­ger­be­stand be­reits die sechs­te Wo­che in Fol­ge ab­neh­men, was auf ei­ne stei­gen­de Nach­fra­ge hin­deu­tet. Die gu­te Kon­junk­tur in den USA und der auf­ge­hell­te Aus­blick für Eu­ro­pas Wirtschaft stüt­zen den Öl­be­darf. Zu­dem scheint der tie­fe Fass­preis im Mai und Ju­ni die An­zahl ak­ti­ver Bohr­stel­len (Rigs) in den USA zu be­ein­flus­sen. Der Zu- wachs der Rigs be­trug im Ju­li nur noch zehn Bohr­stel­len. In der ver­gan­ge­nen Be­richts­wo­che nahm die An­zahl ge­mäss dem US-Öl­dienst­leis­ter Ba­ker Hug­hes so­gar leicht auf 756 ab. Der star­ke An­stieg der letz­ten Mo­na­te ist zu­min­dest vor­läu­fig zu En­de. Auch wenn die US-Pro­duk­ti­on mit gut 9,4 Mio. Fass pro Tag hoch bleibt. Geo­po­li­ti­sche Span­nun­gen um die Ra­ke­ten­tests in Nord­ko­rea und Aus­schrei­tun­gen im För­der­land Ve­ne­zue­la tra­gen zu­sätz­lich zu ei­ner hö­he­ren No­tie­rung bei.

Ge­mäss dem letz­ten Han­dels­be­richt der Com­mo­di­ty Fu­tures Tra­ding Com­mis­si­on (CFTC) set­zen die spe­ku­la­ti­ven An­le­ger ver­mehrt auf ei­nen stei­gen­den Preis. In der ver­gan­ge­nen Wo­che ha­ben die gros­sen Fi­nanz­an­le­ger ih­re Net­to-Long-Po­si­tio­nen 18% auf 282 362 er­höht. Das ist der höchs­te Stand seit April. Ei­nem Preis­an­stieg über 50 $ je Fass für WTI fehlt der­zeit aber das Fun­da­ment. Vie­le US-Schie­fe­röl­för­de­rer ver­su­chen des­halb ih­re Pro­duk­ti­on mit dem Ver­kauf von Ter­min­kon­trak­ten auf dem ge­gen­wär­ti­gen Preis­ni­veau ab­zu­si­chern und pum­pen wei­ter Öl aus dem Bo­den.

Am Agrar­markt re­sul­tier­te ver­gan­ge­ne Wo­che ein Mi­nus von 3%. Der Ter­min­kon­trakt auf Mais no­tier­te auf 3.6125 $ je Schef­fel und da­mit zwi­schen­zeit­lich auf dem tiefs­ten Stand seit mehr als zehn Mo­na­ten. US-Wei­zen kos­te­te zeit­wei­se noch 4.535 $ je Schef­fel, ein Schef­fel So­ja wur­de zu 9.49 $ ge­han­delt. Am Don­ners­tag wird das US-Agrar­mi­nis­te­ri­um (USDA) ih­ren Mo­nats­be­richt zum Agrar­markt ver­öf­fent­li­chen. An­ge­sichts der un­si­che­ren Wet­ter­pro­gno­sen in den USA dürf­ten sich die Prei­se im Vor­feld et­was sta­bi­li­sie­ren. Am Di­ens­tag­mit­tag kos­te­te Wei­zen 4.6725 $, Mais 3,7375 $ und So­ja 9.7175 $ je Schef­fel.

Die Kaf­fee­sor­te Ara­bi­ca ver­zeich­ne­te zum Wo­chen­start mit 1.4205 $ je Pfund den höchs­ten Stand seit drei­ein­halb Mo­na­ten. Die Be­fürch­tung, dass we­ni­ger Qua­li­täts­kaf­fee für den Ex­port ver­füg­bar sein könn­te, ver­half zu­sam­men mit dem schwä­che­ren Dol­lar zu ei­nem Kurs­ge­winn. Da­ge­gen ging es beim Zu­cker­preis ab­wärts. Nach­dem der Kon­trakt ver­gan­ge­ne Wo­che auf 15,16 Cents je Pfund no­tier­te, kos­te­te ein Pfund Zu­cker am Mon­tag noch 13,9 Cents. Die Sor­ge, dass in Bra­si­li­en we­gen ei­ner Steu­er­re­form we­ni­ger Zu­cker pro­du­ziert wird und die Ern­te in In­di­en durch die schwa­che Re­gens­zeit be­ein­träch­tigt wird, ver­flog schnell.

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