All­mäh­li­che Nor­ma­li­sie­rung geht wei­ter

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - T. Ro­we Pri­ce

US-Tre­a­su­ries wur­den zu Be­ginn die­ser Wo­che in ei­ner en­gen Span­ne ge­han­delt. Die Märk­te wer­den die Rede des New Yor­ker Fe­dPrä­si­den­ten Wil­li­am Dud­ley am Don­ners­tag und den Kon­su­men­ten­preis­in­dex am Frei­tag ge­nau ana­ly­sie­ren, um In­di­zi­en für den Zeit­punkt der nächs­ten US-Leit­zins­er­hö­hung zu er­hal­ten. Die US-No­ten­bank (Fed) dürf­te ih­re all­mäh­li­che geld­po­li­ti­sche Nor­ma­li­sie­rung fort­set­zen. Nach zwei Zins­er­hö­hun­gen in die­sem Jahr ist es mög­lich, dass im De­zem­ber die drit­te folgt – falls sich die Wirtschaft bis da­hin ent­spre­chend ent­wi­ckelt.

Der Fed-Of­fen­markt­aus­schuss trifft sich am 19./20. Sep­tem­ber wie­der. Wahr­schein­lich wer­den dann Plä­ne zum Ab­bau der Fed-Bi­lanz von der­zeit 4,5 Bio. $ be­kannt­ge­ge­ben. Am Di­ens­tag ren­tier­ten zehn­jäh­ri­ge US-Tre­a­su­ries 2,26%. Wie die US-Titel wur­den auch Staats­an­lei­hen der Eu­ro­zo­ne An­fang die­ser Wo­che in ei­ner en­gen Band­brei­te ge­han­delt. Mit ei­nem re­la­tiv lee­ren Da­ten­ka­len­der blickt der Markt be­reits auf die No­ten­bank­kon­fe­renz in Jack­son Ho­le vom 24. bis 26. August. Dort ist ei­ne Rede des EZB-Prä­si­den­ten Ma­rio Draghi an­ge­setzt. Durch die so­li­de­re Ba­sis der Wirtschaft der Eu­ro­zo­ne hat sich der Fo­kus der Markt­teil­neh­mer dar­auf ver­legt, wie die EZB das En­de ih­rer un­kon­ven­tio­nel­len Wäh­rungs­po­li­tik be­werk­stel­li­gen wird. Es steht zu er­war­ten, dass ein lang­sa­mer und vor­sich­ti­ger An­satz ge­wählt wird, um den Sti­mu­lus aus­lau­fen zu las­sen. Von Zins­er­hö­hun­gen ist wohl frü­hes­tens An­fang 2019 aus­zu­ge­hen. Ob­wohl sich das Wachs­tum der Eu­ro­zo­ne be­schleu­nigt hat und die Ar­beits­lo­sig­keit sinkt, bleibt die In­fla­ti­on schwach, und sie wird in den nächs­ten zwei bis drei Jah­ren kaum nach­hal­tig in die Nä­he der EZB-Ziel­vor­ga­be von knapp 2% ge­lan­gen. Am Di­ens­tag war­fen zehn­jäh­ri­ge deutsche Bun­des­an­lei­hen 0,46% ab.

Auch die Ren­di­ten bri­ti­scher Staats­an­lei­hen be­weg­ten sich na­he ih­res Ein­mo­nat­s­tiefs. Aus­schlag­ge­bend da­für war die Kom­bi­na­ti­on aus ver­hal­te­nem Wirt­schafts­wachs­tum und ei­ner un­er­war­te­ten Ver­lang­sa­mung der bri­ti­schen In­fla­ti­on, wel­che die Markt­er­war­tun­gen, dass die Bank von En­g­land die Wäh­rungs­po­li­tik straf­fen könn­te, dämpf­te. Zehn­jäh­ri­ge bri­ti­sche Gilts ren­tier­ten am Di­ens­tag 1,14% .

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