Ban­ken­re­gu­lie­rung

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - MARK HENGEL,

FuW Nr. 61 vom 5. Au­gust Lie­ber Prak­ti­kus Beim Durch­le­sen Ih­res Kom­men­tars ist uns ei­ne spon­ta­ne Idee ein­ge­fal­len. Wie wä­re es mit ei­nem Prak­ti­kum bei ei­ner Bank? Das wür­de der Kom­men­tar­spal­te si­cher gut tun. Al­ler­dings müss­ten Sie dann aber Ih­ren Na­men an­ge­ben.

Zu Ih­rem Kommentar: Ei­ne der wich­tigs­ten Auf­ga­ben ei­ner Bank ist es, Ri­si­ken zu be­wer­ten. Das hat mit Klein­rech­nen nichts zu tun. Oder glau­ben Sie wirk­lich, dass In­ves­to­ren und Gläu­bi­ger uns so wie heu­te be­wer­ten wür­den (Pri­ce/Tan­gi­b­le Book Va­lue und CDS Spreads), wenn wir Ri­si­ken ein­fach klein­rech­nen wür­den? Um was geht es wirk­lich? Ein Bei­spiel: Ein durch Ak­ti­ven ge­si­cher­ter Lom­bard­kre­dit hat in der Re­gel ein tie­fe­res Ri­si­ko­pro­fil als ein un­ge­si­cher­ter Un­ter­neh­mens­kre­dit. Dies wird in den ri­si­ko­ge­wich­te­ten Ak­ti­ven re­flek­tiert. Oder bei An­la­gen – Sie sind si­cher ein­ver­stan­den, dass ei­ne Staats­an­lei­he der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und ei­ne Staats­an­lei­he bei­spiels­wei­se von Por­tu­gal nicht das glei­che Ri­si­ko dar­stel­len.

Was auch noch wich­tig ist: UBS er­füllt die von der Fin­ma für 2019 ge­stell­ten Ka­pi­tal­an­for­de­run­gen be­reits, was in Ih­rem Kommentar lei­der nicht drin­steht. Zu Ba­sel III: UBS wehrt sich nicht ge­gen Re­gu­lie­rung, die­se muss je­doch in ei­nem ver­nünf­ti­gen Aus­mass er­fol­gen. Über­re­gu- lie­rung scha­det der Wirt­schaft. Das ha­ben die US-, eu­ro­päi­schen und Apac-Re­gu­la­to­ren und Po­li­ti­ker ver­stan­den. Sie wol­len wis­sen, wel­che Aus­wir­kun­gen zu ho­he Ka­pi­tal­an­for­de­run­gen auf die Wirt­schaft ha­ben. Mehr Ka­pi­tal und Re­gu­lie­rung be­deu­ten näm­lich hö­he­re Kos­ten für die Wirt­schaft, mit ne­ga­ti­ven Fol­gen für Wachs­tum, In­no­va­ti­on und Be­schäf­ti­gung. Dar­um geht es al­so. Re­nom­mier­te Per­sön­lich­kei­ten wie bspw. Mark Car­ney, Gou­ver­neur der Bank of En­g­land und Chair­man des Fi­nan­ci­al Sta­bi­li­ty Bo­ard, war­nen vor den ne­ga­ti­ven Fol­gen ei­ner Über­re­gu­lie­rung. Vi­el­leicht spre­chen Sie ein­mal mit ihm, und dann kä­me in der FuW auch die­se An­sicht zur Gel­tung.

Üb­ri­gens, Stan­dard­mo­del­le sind auch nur Mo­del­le, die al­ler­dings auf we­ni­ger ge­nau­en An­nah­men be­ru­hen und zwi­schen In­sti­tu­ten, Ri­si­ken und Märk­ten kaum un­ter­schei­den.

Ein wei­te­rer Punkt ist, dass die ame­ri­ka­ni­schen Ban­ken da­von pro­fi­tie­ren, dass der Staat ih­nen Bi­lanz­po­si­tio­nen ab­nimmt, wo­durch der Ver­brie­fungs­markt ei­ni­ges grös­ser ist. Das wis­sen die Eu­ro­pä­er und des­halb über­le­gen sie sich gut, wie man bei der Re­gu­lie­rung gleich lan­ge Spies­se für al­le er­rei­chen kann und wie weit die Ka­pi­tal­an­for­de­run­gen ge­hen sol­len.

Viel Glück bei ei­ner all­fäl­li­gen Prak­ti­kums­su­che!

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