Kei­ne Ent­war­nung

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Ei­ne klei­ne­re Wohn­flä­che, kein Neu­bau und – vor al­lem – auf dem Land: Für den Traum vom Ein­fa­mi­li­en­haus müs­sen Käu­fer in der Schweiz ver­mehrt kom­pro­miss­be­reit sein. Die re­kord­tie­fen Hy­po­the­kar­zin­sen ma­chen den Haus­kauf wei­ter­hin at­trak­tiv. Und das An­ge­bot hinkt hin­ter­her: Die­ses Jahr dürf­te die Zu­nah­me an Ei­gen­tums­woh­nun­gen und Ein­fa­mi­li­en­häu­sern ge­mäss Cre­dit Suis­se so tief aus­fal­len wie nie seit dem Start der Er­he­bung 2001.

Gera­de in den städ­ti­schen Zen­tren bleibt die La­ge an­ge­spannt. Ver­gan­ge­nes Quar­tal sind die Wohn­ei­gen­tums­prei­se in Zü­rich, Zug und Lu­zern da­durch er­neut ge­stie­gen. Auch in den um­lie­gen­den Re­gio­nen und am obe­ren En­de des Gen­fer­sees blei­ben die Nach­fra­ge und die Prei­se hoch. In Genf und Nyon da­ge­gen nor­ma­li­siert sich die La­ge. Dort hat sich Wohn­ei­gen­tum in den letz­ten Quar­ta­len ge­mäss dem Im­mo­bi­li­en­ver­mitt­ler Wüest Part­ner ver­bil­ligt.

Ge­samt­schwei­ze­risch sind Ei­gen­hei­me ent­ge­gen der Ent­war­nung An­fang Jahr teu­rer ge­wor­den. Selbst die Nach­fra­ge nach teu­ren Ob­jek­ten zeigt ge­mäss Wüest Part­ner leicht nach oben. Denn trotz sin­ken­der Zu­wan­de­rung und ho­her Prei­se bleibt das Ei­gen­heim be­liebt: Im Ver­gleich zum Vor­jahr liegt die An­zahl Such­a­bos für Wohn­ei­gen­tum bei Schwei­zer Im­mo­bi­li­en­por­ta­len um ein Fünf­tel hö­her.

An­ge­sichts des ho­hen Preis­ni­veaus ver­wun­dert es nicht, dass das Ri­si­ko ei­ner Über­hit­zung am Im­mo- bi­li­en­markt zwi­schen Vier­wald­stät­ter­see und dem Zürcher Ober­land wei­ter­hin sehr hoch ist (vgl. Gra­fik un­ten). Zu die­sem Schluss kommt die Gross­bank UBS in ih­rem Quar­tals­be­richt zum Schwei­zer Im­mo­bi­li­en­markt. Die Städ­te Lau­sanne und Ve­vey sind auf der Ge­fah­ren­kar­te eben­falls dun­kel­rot ein­ge­färbt. In an­de­ren Re­gio­nen hat sich die Si­tua­ti­on da­ge­gen in den ver­gan­ge­nen Quar­ta­len et­was ab­ge­kühlt.

Die regionale Ent­span­nung reicht aber nicht zur schweiz­wei­ten Ent­war­nung. Der Bla­sen­in­dex no­tiert wei­ter­hin in der Ri­si­ko­zo­ne. Be­sorg­nis­er­re­gend ist ge­mäss UBS vor al­lem der An­stieg des Ver­hält­nis­ses zwi­schen Ei­gen­heim­prei­sen und Mie­ten be­zie­hungs­wei­se im Ver­gleich zu den Kon­su­men­ten­prei­sen. Das deu­te auf ver­mehrt spe­ku­la­ti­ve Käu­fe hin. Auch re­la­tiv zum Haus­halts­ein­kom­men ist Wohn­ei­gen­tum teu­rer ge­wor­den. Soll­ten die Zin­sen stei­gen, er­höht sich das Aus­fall­ri­si­ko.

An­ders ist die La­ge am Miet­markt. Mie­ter pro­fi­tie­ren dank der re­gen Bau­tä­tig­keit in die­sem Seg­ment und dem tie­fen Re­fe­renz­zins­satz ge­mäss Wüest Part­ner be­reits seit Mit­te 2016 von tie­fe­ren Prei­sen – zu­min­dest theo­re­tisch. Denn der An­ge­bots­über­hang reicht nicht aus, da­mit die Mie­ten so­fort sin­ken. Kom­men Woh­nun­gen auf den Markt, die lan­ge ver­mie­tet wa­ren, kön­nen Ver­mie­ter noch im­mer mehr ver­lan­gen. Auch die Mie­ter müs­sen da­her Kom­pro­mis­se ein­ge­hen oder mehr be­zah­len.

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