Schon der zwei­te Aus­län­der

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MANFRED KRÖLLER

Schwe­dens Aka­de­mis­ka Hus plat­ziert, die Stadt Biel er­öff­net das In­land­seg­ment.

Und wie­der kommt ei­ne aus­län­di­sche Fran­ken­an­lei­he an den Markt, die zwei­te von den bis­her drei Neu­emis­sio­nen im Au­gust. Cre­dit Suis­se (CS) be­glei­te­te am Don­ners­tag 0,3% Aka­de­mis­ka Hus 2017/2029 über 250 Mio. Fr. Die gut zwölf­jäh­ri­ge An­lei­he er­ziel­te bei ei­nem Aus­ga­be­preis von 100,393% ei­ne Ren­di­te von 0,267%. Sie wur­de zu ei­nem Ren­di­te­ab­schlag von 5 Ba­sis­punk­ten (Bp) un­ter Swap-Mit­te ge­preist. Die Emit­ten­tin hat an der SIX Swiss Ex­ch­an­ge be­reits drei An­lei­hen über zu­sam­men 700 Mio. Fr. aus­ste­hen. Die staat­li­che Aka­de­mis­ka Hus mit der Bo­ni­täts­no­te AA (S&P) fi­nan­ziert, ent­wi­ckelt und be­treibt Bil­dungs- und For­schungs­ein­rich­tun­gen.

Erst tags dar­auf gab es die ers­te Emis­si­on des Mo­nats im In­land­seg­ment: Be­glei­tet von der Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB) wur­de 13⁄ Stadt Biel 2014/2029 um 60 Mio. Fr. auf 160 Mio. Fr. auf­ge­stockt. Die gut zwölf­jäh­ri­ge Tran­che wur­de zu 110,979% aus­ge­ge­ben, was ei­ner Ren­di­te auf Ver­fall von 0,437% ent­spricht. Der Spre­ad be­trug 14 Ba­sis­punk­te über Swap-Mit­te.

Der Markt der Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds (ETF) zeig­te sich im Ju­li sta­bil, die Net­to­mit­tel­auf­kom­men sum­mier­ten sich auf 8,7 Mrd. €, teilt Lyxor As­set Ma­nage­ment mit. Das in ETF ver­wal­te­te Ver­mö­gen sei so­mit seit Jah­res­en­de 2016 um 13% auf 583 Mrd. € ge­stie­gen, auf­ge­teilt auf Zuflüs­se und ei­nen Wert­zu­wachs von 2%.

Das in Schwel­len­län­der- und An­lei­hen-ETF plat­zier­te Ver­mö­gen ver­rin­ger­te sich ge­mäss Lyxor in die­ser Zeit al­ler­dings deut­lich. Das lie­ge wohl dar­an, dass An­le­ger «mög­li­chen geld­po­li­ti­schen Mass­nah­men» der US-No­ten­bank und der Eu­ro­päi- schen Zen­tral­bank «zu­neh­mend Be­deu­tung schen­ken».

«Das Kräf­te­mes­sen an den Eu­ro-Ren­ten­märk­ten setzt sich fort», merkt Al­li­anz Glo­bal In­ves­tors im Ka­pi­tal­markt­brief Au­gust an. «Wäh­rend die kur­zen Lauf­zei­ten durch die EZB-Ne­ga­tiv­zins­po­li­tik ver­an­kert blei­ben», sor­ge die kon­ti­nu­ier­li­che Nach­fra­ge des Eu­ro­sys­tems, al­so die mo­nat­li­chen EZB-An­lei­hen­käu­fe, wei­ter für Ab­wärts­druck bei den län­ge­ren Lauf­zei­ten. An­le­ger soll­ten je­doch die Ren­di­te­trei­ber – US-Leit­zins­er­hö­hung, das Zu­rück­fah­ren der lo­cke­ren Geld­po­li­tik, an­zie­hen­de In­fla­ti­on und Kon­junk­tur­auf­schwung in der Eu­rozo­ne – im Blick be­hal­ten, rät Al­li­an­zGI.

Wenn, wie ab­seh­bar, die EZB ih­re mo­nat­li­chen An­lei­hen­käu­fe 2018 aus­lau­fen las­sen wird, wird dies für ver­schie­de­ne An­la­ge­klas­sen nicht oh­ne Aus­wir­kung blei­ben. Dar­auf weist Deut­sche As­set Ma­nage­ment hin. So dürf­te die Eu­ro-Auf­wer­tung der letz­ten Wo­chen auch da­mit zu­sam­men­hän­gen. Ein an­de­res The­ma sind mög­li­che Im­pli­ka­tio­nen für Ri­si­ko­prä­mi­en (Spreads) auf An­lei­hen aus der eu­ro­päi­schen Pe­ri­phe­rie.

Das Aus­lau­fen des EZB-Kauf­pro­gramms soll­te zu ei­nem Ren­di­te­an­stieg füh­ren. Die his­to­ri­sche Ent­wick­lung le­ge je­doch na­he, dass die Ri­si­ko­prä­mi­en nicht not­wen­di­ger­wei­se eben­falls stei­gen müs­sen. So setz­te der Rück­gang von Spreads auf ita­lie­ni­sche Staats­an­lei­hen schon lan­ge vor Be­ginn der EZB-Käu­fe ein, ar­gu­men­tiert die Deut­sche AM.

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