Air­bag für Rück­schlä­ge

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - AN­DRÉ RIE­SEN,

Ob­wohl die Kur­se jüngst wie­der et­was Fe­dern lies­sen, liegt der Fo­kus vie­ler Markt­teil­neh­mer wei­ter auf Ak­ti­en. Der Ab­stand zwi­schen der Re­al­ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Staats­an­lei­hen und der Ge­winn­ren­di­te der im S&P 500 ge­lis­te­ten Ak­ti­en ist gut 20% hö­her als der Durch­schnitt der ver­gan­ge­nen 20 Jah­re. Ob­schon der Auf­wärts­trend seit 2008 an­hält, er­klärt dies, war­um An­le­ger trotz Re­kord­stän­den wei­ter Ak­ti­en kau­fen. Statt sich vor ei­ner Trend­wen­de im Ak­ti­en­markt zu fürch­ten, soll­te man sich pri­mär vor den Zin­sen ge­trie­be­nen An­lei­hen in Acht neh­men. Die Ri­si­ko- und Er­trags­fak­to­ren ste­hen mitt­ler­wei­le in ei­nem ziem­lich un­güns­ti­gen Ver­hält­nis zu­ein­an­der.

Das Nied­rig­zins­um­feld for­dert so­mit vor al­lem bei ri­si­ko­aver­sen An­le­gern zu­neh­mend Tri­but. Doch auch an den Ak­ti­en­märk­ten sind die Ri­si­ken nicht un­er­heb­lich. Ob­wohl sich die Kon­junk­tur auf­ge­hellt hat, be­darf es zur nach­hal­ti­gen Si­che­rung noch ei­ni­ger Struk­tur­re­for­men durch die Politik.

Pro­tek­tio­nis­ti­sche Ide­en oder auch Kriegs­dro­hun­gen, wie sie beim US-Prä­si­den­ten hoch im Kurs ste­hen, sind Stör­feu­er, wel­che sich die Welt im ak­tu­el­len Zy­klus kaum leis­ten kann. Hö­he­re Schwan­kun­gen soll­ten auch für Ak­ti­en­kur­se ein­kal­ku­liert wer­den.

Dass auf der Su­che nach neu­en Er­trags­quel­len sämt­li­che Ecken aus­ge­leuch­tet wer­den, ver­wun­dert nicht. Die Su­che muss aber nicht aus­ufern, denn Wandelanleihen ver­fü­gen ge­nau über die vor­teil­haf­ten Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten, wel­che im ak­tu­el­len Um­feld ge­fragt sind. Die asym­me­tri­sche Par­ti­zi­pa­ti­on an den un­ter­lie­gen­den Ak­ti­en lässt An­le­ger am wei­te­ren Ak­ti­en­kurs­an­stieg teil­ha­ben, oh­ne dass sie ein zu gros­ses Rück­schlag­ri­si­ko ein­ge­hen müs­sen. Al­ler­dings be­zieht sich das be­grenz­te Rück­schlag­ri­si­ko pri­mär auf Wand­ler in An­la­ge­qua­li­tät (In­vest­ment Gra­de, IG).

Un­ter­halb von IG müs­sen An­le­ger mit hö­he­ren Kurs­än­de­rungs­ri­si­ken der An­lei­hen­kom­po­nen­te rech­nen, was die asym­me­tri­schen Ei­gen­schaf­ten stark re­du­ziert. Ein wei­te­res Plus sind die re­la­tiv at­trak­ti­ven Be­wer­tun­gen vie­ler Wand­ler. In ei­nem Misch­port­fo­lio pro­fi­tie­ren An­le­ger nicht nur durch die Asym­me­trie, son­dern auch noch von ei­ner Ver­teue­rung der Op­tio­na­li­tä­ten durch hö­he­re im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tä­ten.

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