Zu we­nig Ei­gen­ver­ant­wor­tung

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Ge­gen Trans­pa­renz und Kun­den­schutz ist nichts ein­zu­wen­den. Das sind die Ab­sich­ten von Mi­fid 2. Die Richt­li­nie be­schäf­tigt sich auch mit dem Re­se­arch und As­set Ma­nage­ment. Der Re­gu­la­tor ist der An­sicht, dass für zu we­nig Ge­gen­wert zu viel be­zahlt wur­de.

Bis­lang zahl­te der Kun­de das über sei­ne Kom­mis­sio­nen. Das führ­te of­fen­bar zu ei­ner Fehl­ent­wick­lung. Den­noch er­staunt die Re­gu­lie­rung in die­sem Be­reich. Wenn Pro­fis un­ter­ein­an­der han­deln, wä­re durch­aus mehr Ei­gen­ver­ant­wor­tung an­ge­bracht. Das Ge­schäft ist Ka­pi­ta­lis­mus in Rein­kul­tur. Die Spe­zia­lis­ten soll­ten ab­schät­zen kön­nen, ob das ein­ge­kauf­te Re­se­arch ei­nen Mehr­wert lie­fert. Mit der Ein­füh­rung von Mi­fid 2 muss der Ver­mö­gens­ver­wal­ter die Ana­ly­sen selbst be­zah­len. Da än­dert sich der Blick­win­kel. Ein Fonds­ma­na­ger wird sein Re­se­arch-Bud­get ge­gen­über an­de­ren Stel­len in­ner­halb der Un­ter­neh­mung recht­fer­ti­gen müs­sen. Da wird er nicht für et­was be­zah­len, das kei­nen Mehr­wert ge­ne­riert, aber Kos­ten ver­ur­sacht. Denn da­mit setzt er die Ren­di­te sei­nes Pro­dukts aufs Spiel und ris­kiert Ver­mö­gens­ab­flüs­se. Das Wis­sen dar­um, dass 0,07% für Re­se­arch aus­ge­ge­ben wird, ist den­noch Trans­pa­renz am fal­schen Ort. Et­was mehr Ei­gen­ver­ant­wor­tung hät­te ge­reicht.

Re­dak­tor zu Mi­fid 2 im Re­se­arch

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