Deut­sche Bör­se will Bus­se zah­len

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Im Ver­fah­ren we­gen In­si­der-Han­dels ge­gen Deut­scheBör­se-Chef Cars­ten Ken­ge­ter will der Vor­stand des Bör­sen­be­trei­bers ei­nem Ma­ga­zin­be­richt zu­fol­ge ein Buss­geld von 10,5 Mio. € ak­zep­tie­ren. Das be­rich­te­te das «Ma­na­ger Ma­ga­zin» am Frei­tag auf sei­ner In­ter­net­sei­te. Da­mit dür­fe die Frank­fur­ter Staats­an­walt­schaft ih­re Er­mitt­lun­gen ge­gen Ken­ge­ter ein­stel­len. Die Deut­sche Bör­se woll­te den Be­richt nicht kom­men­tie­ren.

Bis­lang sei nicht si­cher ge­we­sen, ob der Vor­stand der Deut­schen Bör­se der Bus­se zu­stim­me. Ken­ge­ter darf als Be­trof­fe­ner selbst nicht mit­ab­stim­men. Aus­schlag­ge­bend sei nun ge­we­sen, dass die bei­den Vor­stän­de Andre­as Preuß und Gre­gor Pott­mey­er we­gen ei­ner ge­än­der­ten Ein­schät­zung der Rechts­la­ge sei­tens der be­ra­ten­den An­wäl­te doch mit ab­stim­men dürf­ten, schrieb das Ma­ga­zin un­ter Be­ru­fung auf Un­ter­neh­mens­krei­se. Da­mit sei es äus­serst wahr­schein­lich, dass sich der Vor­stand für die Zah­lung der Bus­se ent­schei­de.

Dem Chef der Deut­schen Bör­se wird vor­ge­wor­fen, dass er im De­zem­ber 2015 für 4,5 Mio. € Ak­ti­en des Bör­sen­be­trei­bers ge­kauft hat – zwei Mo­na­te, be­vor die spä­ter ge­schei­ter­ten Fu­si­ons­plä­ne mit der Lon­do­ner Bör­se LSE öf­fent­lich wur­den. Die­se hat­ten den Ak­ti­en­kurs mas­siv nach oben ge­trie­ben. Nach Ein­schät­zung der Staats­an­walt­schaft gab es zum Zeit­punkt des Kaufs be­reits Ge­sprä­che mit der LSE. Ken­ge­ter hat die An­schul­di­gun­gen wie­der­holt zu­rück­ge­wie­sen.

Die Deut­sche Bör­se hat in dem Rechts­fall meh­re­re Mil­lio­nen Eu­ro zu­rück­ge­legt. Of­fen ist die Fra­ge, was Ak­tio­nä­re der Bör­se da­von hal­ten wür­den, soll­te der Bör­sen­be­trei­ber dem De­al – und da­mit auch ei­ner Zah­lung von Geld des Un­ter­neh­mens für Ken­ge­ters Ver­hal­ten – zu­stim­men. In Krei­sen der Ak­tio­nä­re wer­de für die­sen Fall dann über recht­li­che Schrit­te ge­gen die Füh­rung des Un­ter­neh­mens nach­ge­dacht, sag­ten ein Ver­tre­ter ei­nes Top-25-Ak­tio­närs und ein Mit­glied des Auf­sichts­rats zu Reu­ters, die bei­de nicht na­ment­lich ge­nannt wer­den woll­ten. (Reu­ters)

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