Al­ters­vor­sor­ge 2020

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - HANS STRUB, PAS­CAL MERZ,

Zu dem Kla­ge­lied der feh­len­den Ren­di­ten auf den Fi­nanz­märk­ten kann man nach­weis­lich fest­stel­len, dass sehr wohl gu­te Ren­di­ten mög­lich sind. Ak­tu­ell auf das Jahr 2017 be­zo­gen so­gar her­vor­ra­gen­de. Doch was pas­siert mit dem Geld, das den Des­ti­natä­ren ge­hört? Nun, die Lob­by im Pen­si­ons­kas­sen­be­reich ar­bei­tet sehr gut. Uns, dem Volk, wird folg­lich vor­ge­gau­kelt, wie schlecht es um die AHV und die Pen­si­ons­kas­se steht. Da­zu wer­den u. a. Ge­ne­ra­tio­nen ge­gen­ein­an­der aus­ge­spielt. Das Stimm­volk ist nicht so dumm, wie man es ger­ne hät­te. Vie­le Jah­re wur­den für die be­vor­ste­hen­de Re­form auf­ge­wen­det, um jetzt über ei­ne Vor­la­ge ab­zu­stim­men, die letzt­end­lich in die­ser Form nach­weis­li­che Nach­tei­le mit sich brin­gen wird. Am 24. Sep­tem­ber stim­men wir über die Ren­ten­re­form ab. Ab 1. Ja­nu­ar 2018, drei Mo­na­te spä­ter, soll sie zum gröss­ten Teil be­reits um­ge­setzt wer­den. Sind die Pen­si­ons­kas­sen­re­gle­men­te da­zu über­ar­bei­tet? Wer un­ter­schreibt blan­ko ein noch nicht vor­lie­gen­des Re­gle­ment ( Ver­trag) resp. gibt sei­ne Zu­stim­mung da­zu? Ich möch­te schwarz auf weiss se­hen, wo­zu ich al­len­falls zu- stim­me! Folg­lich gibt es nur ei­ne Ant­wort auf die­se vor­lie­gen­de Vor­la­ge: zu­rück an den Ab­sen­der. Die Al­ters­vor­la­ge 2020 ist kei­ne Non­plus­ul­tra-Re­form, son­dern ein gut schwei­ze­ri­scher Kom­pro­miss. Die ers­te und die zwei­te Säu­le ste­hen nach zwan­zig Jah­ren oh­ne Re­form fi­nan­zi­ell in Schief­la­ge. Die Men­schen wer­den im Durch­schnitt äl­ter; dies führt da­zu, dass die Grund­la­gen der AHV und der PK drin­gend über­ar­bei­tet wer­den müs­sen. Be­reits heu­te fin­det in der zwei­ten Säu­le jähr­lich ei­ne Um­ver­tei­lung von Ak­ti­ven zu Rent­nern statt. Dar­um ist die Sen­kung des Um­wand­lungs­sat­zes im ob­li­ga­to­ri­schen Teil von 6,8 auf 6% ein Ge­bot der Fair­ness im Ge­ne­ra­tio­nen­ver­trag. Auch das Ren­ten­al­ter 65 für Frau­en ist ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Über den Rest der ak­tu­el­len Vor­la­ge lässt sich strei­ten. Un­ter dem Strich aber ist ei­ne Al­ter­na­ti­ve zur Al­ters­vor­la­ge 2020 nicht ab­seh­bar, ein Plan B in den nächs­ten Jah­ren un­rea­lis­tisch. Mit Zu­stim­mung zur ak­tu­el­len Re­form lässt sich auf ei­ner so­li­den Ba­sis die nächs­te An­pas­sung pla­nen. Ei­ne Kopp­lung des Pen­sio­nie­rungs­al­ters an die Ent­wick­lung der Le­bens­er­war­tung soll­te in der nächs­ten Re­form der Al­ters­vor­sor­ge im Zen­trum ste­hen.

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