Wech­sel zum neu­en SMI setzt Nest­lé-Ak­ti­en zu

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - JH

Die­sen Frei­tag, 15. Sep­tem­ber, ist in den Ak­ti­en des Swiss Mar­ket In­dex (SMI) mit er­höh­ten Kurs­aus­schlä­gen zu rech­nen. Denn ab kom­men­der Wo­che sind die Ge­wich­tun­gen der gröss­ten SMITi­tel bei 18% ge­kappt. Di­rekt be­trof­fen sind die Va­lo­ren des Nah­rungs­mit­tel­kon­zerns Nest­lé und des Phar­ma­mul­tis No­var­tis. Mit ei­ner Ge­wich­tung von 24,2 und 19,4% lie­gen sie über dem neu de­fi­nier­ten Schwel­len­wert und wer­den ent­spre­chend re­du­ziert. In­di­rekt trifft die Ve­rän­de­rung aber auch al­le an­de­ren SMI-Pa­pie­re. Denn al­le Ge­wich­tun­gen wer­den sich än­dern. Ro­che als dritt­schwers­ter Ti­tel zum Bei­spiel dürf­te nach der An­pas­sung neu gleich viel Ge­wicht ha­ben wie No­var­tis.

Pas­si­ve In­dex­fonds wer­den die­se Ve­rän­de­run­gen am Frei­tag um­set­zen. Aus Ri­si­ko­über­le­gun­gen kön­nen sie es sich nicht leis­ten, mit der Um­set­zung der neu­en In­dex­re­geln zu war­ten. Ih­nen kommt zu­gu­te, dass das In­dex­ge­wicht von Nest­lé zu­nächst nur um 3% ge­kürzt wird; die zwei­te Kür­zung folgt in drei Mo­na­ten.

Den­noch sind die Vo­lu­men rie­sig. Al­lein Cre­dit Suis­se, BlackRock und UBS ver­wal­ten in ih­ren öf­fent­li­chen SMI-Ind­ex­pro­duk­ten, die die Ge­wich­tung an­pas­sen, 6,8 Mrd. Fr. Ei­ne 3%ige-Re­duk­ti­on in Nest­lé durch die­se Fonds be­deu­tet Ver­kaufs­or­ders im Wert von 204 Mio. Fr.

Die ZKB schätzt, dass rund 10 bis 20 Mrd. Fr. in pas­si­ven Ind­ex­pro­duk­ten lau­tend auf den SMI in­ves­tiert sind. Dar­aus er­gä­be sich gar ein Vo­lu­men in Nest­lé von 300 bis 600 Mio. Fr. Bei ei­nem täg­li­chen Han­dels­vo­lu­men von 350 Mio. Fr. könn­te dies ent­spre­chend zu Kurs­druck füh­ren. Für An­le­ger, die an Nest­lé glau­ben, könn­te sich al­so ei­ne Kauf­ge­le­gen­heit er­ge­ben.

Die von der Schwei­zer Bör­se SIX an­ge­streb­ten Ve­rän­de­run­gen sol­len die Di­ver­si­fi­ka­ti­on des Schwei­zer Leit­in­dex ver­bes­sern und er­fül­len da­mit neu die Richt­li­ni­en der Eu­ro­päi­schen Wert­schrif­ten­auf­sicht. Al­ler­dings ha­ben An­le­ger die­se An­pas­sung selbst be­reits vor­ge­nom­men, in­dem sie den SPI kau­fen. Den al­ten SMI gibt es üb­ri­gens im­mer noch: Er heisst neu SPI 20.

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