Ya­lu

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Nichts fährt über die­se Brü­cke, denn sie führt ins Nichts. Die Chi­ne­sen ha­ben sie ab 2011 für 350 Mio. $ ge­baut und be­zahlt. Jen­seits des Grenz­flus­ses Ya­lu, in Nord­ko­rea, en­det sie in ei­nem Acker, seit drei Jah­ren. Sie hät­te zur Haupt­schlag­ader des chi­ne­sisch-nord­ko­rea­ni­schen Han­dels wer­den und

ihn in Schwung brin­gen sol­len. Chi­ne­si­sche Ge­schäfts­leu­te schei­nen nun In­ter­es­se zu zei­gen, in die Fer­tig­stel­lung zu in­ves­tie­ren. Doch Pjöng­jang tut mit sei­nen nu­klea­ren Zün­de­lei­en al­les, um so­gar sei­ne Schutz­macht zu ver­grät­zen; einst­wei­len herrscht Still­stand am Ya­lu. Hier war auch schon mehr los. Be­son­ders als Chi­na En­de 1950 mas­siv in den Ko­rea­krieg ein­griff, denn US-Sol­da­ten oder -Ver­bün­de­te in Sicht­wei­te – das war und ist für Pe­king ein «No Go». Ge­ne­ral MacAr­thur woll­te da­mals Atom­bom­ben ab­feu­ern, doch Prä­si­dent Tru­man feu­er­te statt­des­sen ihn. Nach dem Krieg, 1957, lag Süd­ko­reas Pro-Kopf-Wirt­schafts­leis­tung et­wa gleich­auf mit der­je­ni­gen des gera­de un­ab­hän­gig ge­wor­de­nen Ghana. Heu­te ist sie um gut den Fak­tor 18 hö­her, die­je­ni­ge des Nor­dens, so­fern be­kannt, liegt un­ter der gha­ne­si­schen. Das wird sich nicht bes­sern, so­lan­ge das knap­pe Geld für strah­len­de­re Pro­jek­te ver­schwen­det wird als für In­fra­struk­tur.

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