Auf­at­men im Ver­si­che­rungs­sek­tor

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - CG

Hur­ri­kan «Ir­ma» hin­ter­lässt we­ni­ger Scha­den als be­fürch­tet. BP spal­tet das Pi­pe­line-Ge­schäft ab.

Au­gust über 22000. Am Di­ens­tag han­del­te Wall­s­treet er­neut fes­ter. Der S&P 500 setz­te mit 2490,87 kurz nach Er­öff­nung ei­ne neue Best­mar­ke im In­tra­day-Han­del.

Kurs­a­van­cen ver­zeich­ne­te spe­zi­ell der As­se­ku­ranz­sek­tor. We­gen des Wir­bel­sturms «Ir­ma» ist es in Flo­ri­da zwar zu Wind­schä­den und Überflutungen ge­kom­men. Auch hat­ten 65% der Haus­hal­te im Bun­des­staat kei­nen Strom mehr. Das Aus­mass der Zer­stö­rung dürf­te je­doch we­sent­lich ge­rin­ger aus­fal­len, als an den Fi­nanz­märk­ten er­war­tet wur­de. Der Ka­ta­stro­phen­spe­zia­list AIR World­wi­de bei­spiels­wei­se schätzt den ver­si­cher­ten Scha­den auf rund 20 bis 40 Mrd. $, nach­dem vor dem Ein­tref­fen des Hur­ri­kans mit mehr als 100 Mrd. $ ge­rech­net wor­den ist.

Ent­spre­chend wa­ren Ak­ti­en von Rück­ver­si­che­rern wie XL Group (40.53 $ Er­öff­nungs­kurs am Mon­tag, +1,2% im Wo­chen­ver­gleich) und Eve­r­est Re Group (231.95 $, –5,8%) ge­sucht. Avan­cen re­gis­trier­ten eben­so die Ti­tel des Dow-Mit­glieds Tra­ve­lers (122.55 $, +3%) so­wie die Va­lo­ren der eu­ro­päi­schen Bör­sen­schwer­ge­wich­te Swiss Re und Mün­che­ner Rück.

Auch mit Blick auf an­de­re Bran­chen at­me­ten In­ves­to­ren auf. Ak­ti­en von Flug­li­ni­en wie Ame­ri­can Air­lines (45.90 $, +2,5%) und Del­ta Air Li­nes (48.94 $, +4,6%) wa­ren im Auf­wind. Sie kön­nen ih­ren Be­trieb in Flo­ri­da schnel­ler nor­ma­li­sie­ren, als sie zu­nächst ge­plant ha­ben.

Kreuz­fahrt­ge­sell­schaf­ten wie Car­ni­val (67.82 $, –1,4%), Roy­al Ca­rib­be­an (121.80 %, –1,7%) und Nor­we­gi­an Crui­se Li­ne (56.92 $, –2,7%), die ei­nen be­deu­ten­den Teil ih­rer Ein­nah­men in der Ka­ri­bik er­wirt­schaf­ten und ih­ren Haupt­sitz al­le in Miami ha­ben, dürf­ten die Aus­wir­kun­gen des Rie­sen­sturms eben­falls gut ver­kraf­ten.

Ent­span­nung liess sich eben­so in der Fi­nanz­bran­che be­ob­ach­ten. Ak­ti­en von Gross­ban­ken wie J. P. Mor­gan Cha­se (90.17 $, –0,9%), Bank of Ame­ri­ca (23.46 $, –1,5%), Gold­man Sachs (222.54 $, –0,6%) und Mor­gan St­an­ley (45.36 $, –0,7%) rück­ten deut­lich vor. Das gilt eben­falls für die Ti­tel von Ci­ti­group (68.22 $, +0,7%). Der Ko­loss warnt je­doch, dass die Ein­nah­men im Tra­ding im drit­ten Quar­tal rund 15% klei­ner als in der Vor­jah­res­pe­ri­ode aus­fal­len wer­den. Der Grund da­für sind die ge­rin­gen Kurs­schwan­kun­gen an den Fi­nanz­märk­ten, die den Han­del mit An­lei­hen, Wäh­run­gen und Roh­stof­fen brem­sen. Be­reits im zwei­ten Quar­tal hat­ten Gross­ban­ken in die­sem Seg­ment ent­täu­schen­de Zah­len aus­ge­wie­sen.

Der bri­ti­sche Ener­gie­rie­se BP ber­ei­nigt sein Port­fo­lio in den USA. Wie er der Bör­sen­auf­sicht SEC mit­teilt, will er sein US-Pi­pe­line-Ge­schäft als se­pa­ra­te Ge­sell­schaft an die New Yor­ker Bör­se brin­gen. Das neue Un­ter­neh­men soll als Mas­ter Li­mi­ted Part­nership, oder kurz MLP, struk­tu­riert wer­den. Das er­mög­licht Steu­er­vor­tei­le und ist im Seg­ment von Pi­pe­line-Be­trei­bern so­wie an­de­ren ka­pi­tal­in­ten­si­ven Bran­chen zu ei­ner po­pu­lä­ren Or­ga­ni­sa­ti­ons­form ge­wor­den. So hat et­wa Kon­kur­rent Roy­al Dutch Shell sein Mid­stream-Ge­schäft be­reits 2014 für ei­nen Er­lös von an­nä­hernd 1 Mrd. $ ab­ge­spal­ten. BP will die­ses Jahr mit di­ver­sen De­ves­ti­tio­nen rund 5,5 Mrd. $ auf­neh­men.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.