AMS steht hin­ter Face ID des iPho­ne X

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE/KONSUM -

App­le will mit dem iPho­ne X mit ei­ner Funk­ti­on punk­ten, die an­de­re so noch nicht kön­nen: mit Face ID. Weil das Dis­play die ge­sam­te Front des Ge­räts ein­nimmt, bleibt kein Platz mehr für ei­nen Fin­ger­ab­druck­sen­sor. Das X scannt da­her das Ge­sicht des Nut­zers – und ent­sperrt das Smart­pho­ne au­to­ma­tisch, wenn es ihn er­kennt. Das soll ra­send schnell ge­hen. Mög­lich ist das auch dank Sen­so­ren der ös­ter­rei­chi­schen AMS, de­ren Ti­tel an der Schwei­zer Bör­se ko­tiert sind. Seit Vor­stel­lung des Ge­räts no­tie­ren die AMS-Ak­ti­en den­noch im Mi­nus.

4% ha­ben sie im Wo­chen­rück­blick ver­lo­ren. Be­son­ders am Tag nach Vor­stel­lung der iPho­ne-Rei­he ging es deut­lich berg­ab. AMS lie­fert seit ge­rau­mer Zeit Sen­so­ren für App­le-Ge­rä­te, ins­be­son­de­re den Licht­sen­sor, der das Ge­rät au­to­ma­tisch ab­dun­kelt oder auf­hellt. Zum Licht­sen­sor kommt neu ein Sen­sor, den AMS über den Zu­kauf des Op­tik­spe­zia­lis­ten Hep­t­a­gon im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res er­wor­ben hat, spe­zi­ell für Face ID. AMS darf das nicht kom­men­tie­ren, ist von App­le als Lie­fe­rant zum Schwei­gen ver­ur­teilt.

In­ves­to­ren stö­ren sich nun dar­an, dass zum ei­nen AMS-Sen­so­ren nur auf der Vor­der­sei­te der iPho­nes ver­baut sind, nicht auch auf der Rück­sei­te. Zum an­de­ren dar­an, dass das X erst im No­vem­ber er­scheint, App­le al­so wohl Pro­duk­ti­ons­eng­päs­se hat. Un­ter­neh­mens­na­he Krei­se ge­hen da­von aus, dass AMS dank Hep­t­a­gon ei­ne spe­zi­el­le Lin­se für den 3-D-Sen­sor lie­fert, die für Face ID ge­braucht wird. KGI-Analyst Ming-Chi Kuo rech­net eben­so da­mit. Da­zu kommt wohl je ein AMS-Sen­sor in al­len drei neu­en iPho­nes, der das be­son­ders farb­ech­te Dis­play mög­lich macht, im App­le-Jar­gon «True To­ne» ge­nannt. Das sieht das Bar­clays-Ana­lys­tenTeam um Blay­ne Cur­tis eben­so.

UBS er­war­tet für AMS al­lein von der 3-DSen­sor-Lin­se ei­nen wert­mäs­si­gen An­teil je iPho­ne X zwi­schen 3 und 3.50 $, Cre­dit Suis­se geht von 3.50 $ aus – zu­züg­lich 1.50 $ für den True-To­ne-Sen­sor, der nun auch den Licht­sen­sor ent­hal­ten soll. Cre­dit Suis­se schätzt den Um­satz al­lein durch App­le für AMS auf 780 Mio. $ im Jahr 2019. Das lä­ge im Rah­men der jüngs­ten Pro­gno­se des AMS-Ma­nage­ments, die bis zu die­sem Jahr von ei­nem Um­satz­wachs­tum in Hö­he von 40% per an­no aus­geht.

Klar­heit, wel­che Kom­po­nen­ten von AMS in den iPho­nes ver­baut sind, gibt es erst, wenn die Ge­rä­te auf dem Markt sind – und von fin­di­gen Tüft­lern aus­ein­an­der­ge­nom­men wer­den. Die gleich­lau­ten­den Be­rich­te aus dem Un­ter­neh­mens­um­feld und von Ana­lys­ten deu­ten je­doch be­reits auf die ver­bau­ten Kom­po­nen­ten. Die für AMS ent­schei­den­de Fra­ge lau­tet nun: Wann und in wel­cher Men­ge ist das iPho­ne X zu ha­ben – und wie vie­le Käu­fer schreckt der ho­he Preis?

«Die Kon­sens­er­war­tun­gen für AMS für 2017 könn­ten sich als sehr hoch er­wei­sen», heisst es aus In­ves­to­ren­krei­sen. Span­nend wird es En­de Ok­to­ber, wenn die Ös­ter­rei­cher ei­nen Aus­blick auf das Jah­res­end­ge­schäft ge­ben. In­ter­es­sant bleibt auch, wie schnell der 3-D-Sen­sor in an­de­re App­le-Ge­rä­te Ein­zug hält und ob AMS der Ein­stieg in Ge­rä­ten von An­dro­id-Her­stel­lern ge­lingt, die den Welt­markt do­mi­nie­ren. Hier bie­tet Qual­comm be­reits ei­ne ri­va­li­sie­ren­de Tech­nik. Der­zeit soll­ten sich In­ves­to­ren mit ei­nem En­ga­ge­ment in AMS-Ak­ti­en zu­rück­hal­ten. Al­le Fi­nanz­da­ten zu AMS im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/AMS

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.