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Die Watch von App­le hat für Fos­sil den per­fek­ten Sturm aus­ge­löst. Seit Vor­stel­lung der ers­ten Smart­watch des High­tech-Kon­zerns ha­ben die Ak­ti­en Fos­sil (Nas­daq: FOSL, Kurs: 8.46 $, Markt­wert 411 Mio. $) 90% ein­ge­büsst. Kein Wun­der, ver­treibt das US-Un­ter­neh­men doch ne­ben Schmuck, Hand­ta­schen oder Le­der­wa­ren un­ter be­kann­ten Mar­ken auch Mo­deuh­ren – ge­nau in dem Preis­seg­ment, in dem sich App­le Watch & Co tum­meln. Hil­fe ver­spricht sich Fos­sils Ma­nage­ment von ei­ner Of­fen­si­ve an ei­ge­nen smar­ten Zeit­mes­sern.

Zur Fos­sil Group, die selbst welt­weit 550 Lä­den un­ter­hält, ge­hö­ren ei­ge­ne Mar­ken wie Fos­sil, da­zu Mis­fit, Ska­gen oder Zo­di­ac. Zu­dem ver­treibt sie Pro­duk­te un­ter Li­zenz für Adi­das, Ar­ma­ni, Bur­ber­ry, Micha­el Kors oder Die­sel. Im ers­ten Halb­jahr mach­te sie 1,2 Mrd. $ Um­satz – mehr als drei Vier­tel da­von ka­men durch Uh­ren zu­stan­de.

Auf der Ba­sel­world im Früh­jahr kün­dig­te sie an, 2017 un­ter vier­zehn ih­rer Mar­ken mehr als 300 Uh­ren­mo­del­le, die mit dem Smart­pho­ne ver­bun­den sind, auf den Markt zu brin­gen. Dar­un­ter sind Hy­brid­mo­del­le, die klas­si­schen Ana­log­uh­ren äh­neln, aber dank Blue­tooth-Funk­ver­bin­dung auch auf Nach­rich­ten vom Han­dy hin­wei­sen – und Smart­wat­ches mit be­rüh­rungs­emp­find­li­chem Dis­play, die es mit der App­le Watch auf­neh­men. Hier setzt Fos­sil auf ähn­li­che Tech­nik im In­ne­ren und ein­heit­lich die Uh­ren­soft­ware An­dro­id We­ar von Goog­le.

Bis­lang greift der Ge­gen­an­griff kaum. Das Wachs­tum der schlau­en Uh­ren ha­be die sin­ken­de Nach­fra­ge nach klas­si­schen Zeit­mes­sern nicht kom­pen­siert, hiess es bei Be­kannt­ga­be der Quar­tals­zah­len. Man glau­be je­doch dar­an, dass High­tech am Arm­band für vie­le Kun­den wich­tig sei, sag­te Fos­sil-CEO Kos­ta Kartso­tis. Die We­ara­ble-Stra­te­gie ha­be das Zeug da­zu, «den ge­gen­wär­ti­gen Ge­gen­wind in Rü­cken­wind zu dre­hen». Das hielt die Ak­ti­en nicht da­von ab, nach Prä­sen­ta­ti­on des Zah­len­kran­zes ein Vier­tel zu ver­lie­ren. Auch we­gen des un­er­war­te­ten Ab­gangs des Fi­nanz­chefs.

Seit­her ha­ben sich die Va­lo­ren we­nig er­holt. Das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis für nächs­tes Jahr er­reicht 10. Ri­va­le Swatch kommt auf 23. Im zwei­ten Quar­tal ging je­de zwei­te Smart­watch mit Ap­fel-Logo über den La­den­tisch, auf Platz zwei mit 11% An­teil folg­te Samsung. Fos­sil kam in der Sta­tis­tik der Markt­for­scher von IDC mit knapp 5% vor. Pro­fi­tie­ren könn­ten al­le An­bie­ter da­von, dass Fit­ness­arm­bän­der we­ni­ger ge­fragt sind. Die Kli­en­tel greift ver­mehrt zur Smart­watch.

An­fang Ju­li hat­te die Fos­sil Group li­qui­de Mit­tel von 320 Mio. $. Der freie Cash­flow be­trug 134 Mio. $. Der Trend ist rück­läu­fig, aber dem Un­ter­neh­men bleibt Spiel­raum, sich aus der Mi­se­re zu be­frei­en. CEO Kartso­tis will das tra­di­tio­nel­le Uh­ren­ge­schäft be­le­ben und die We­ara­ble-Spar­te vor­an­brin­gen. Ge­lingt das, könn­ten sich die Ti­tel er­ho­len.

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