In zwei La­ger ge­spal­ten

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - EN­ZO PUNTILLO,

Die Welt ist in zwei La­ger ge­spal­ten. Die ei­ne Sei­te sieht die po­si­ti­ven wirt­schaft­li­che Fak­ten wie welt­weit syn­chro­ni­sier­tes Wachs­tum, Dy­na­mik in Eu­ro­pa und in den Schwel­len­län­dern so­wie tie­fe In­fla­ti­ons­ra­ten. Die an­de­re Sei­te fo­kus­siert sich zu­neh­mend auf Un­si­cher­heits­fak­to­ren wie po­li­ti­sche Ri­si­ken, Ve­rän­de­rung der Zen­tral­ban­ken­po­li­tik und all­ge­mein teu­re Be­wer­tun­gen.

Po­li­ti­sche Ri­si­ken sind im­mer schwie­rig zu pro­gnos­ti­zie­ren und zu be­ur­teil­ten. Des Wei­te­ren wol­len sich ver­schie­de­ne Zen­tral­ban­ken in Zu­kunft von ih­rer ex­tre­men Geld­po­li­tik ver­ab­schie­den, oh­ne gleich zur «al­ten» Nor­ma­li­sie­rung über­zu­ge­hen. Die US-No­ten­bank (Fed) wird in die­sem Jahr be­gin­nen, die Bi­lanz zu ver­klei­nern und Rein­ves­ti­tio­nen zu­rück­zu­fah­ren. Es ist je­doch zu er­war­ten, dass wei­te­re Zins­er­hö­hun­gen vor­erst zu­rück­ge­hal­ten wer­den, zu­mal die der­zei­ti­ge Preis­ent­wick­lung kei­ne zu­sätz­li­che Re­strik­ti­on er­for­dert.

In den meis­ten Län­dern Eu­ro­pas se­hen wir eben­falls ei­ne Nor­ma­li­sie­rung der wirt­schaft­li­chen La­ge. Dies dürf­te es der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) er­lau­ben, die ex­tre­me Geld­po­li­tik zu­rück­fah­ren. EZB-Chef Ma­rio Draghi wird wahr­schein­lich noch die­ses Jahr ei­ne Re­duk­ti­on des Rück­kaufs­pro­gramms be­kannt ge­ben. Die Bank von En­g­land hat ei­nen mög­li­chen Zins­an­stieg si­gna­li­siert, und die SNB spricht nur noch von ei­nem «hoch» be­wer­te­ten Fran­ken. So­mit dürf­te die Kehrt­wen­de der Geld­po­li­tik der Mo­ment sein, in dem die Märk­te die Er­war­tun­gen am stärks­ten an­pas­sen.

Zu gu­ter Letzt trifft zu, dass es eher schwie­rig ge­wor­den ist, be­wer­tungs­tech­nisch güns­ti­ge An­la­ge­klas­sen zu fin­den. Wei­ter­hin er­war­ten wir die gröss­ten Ren­di­te­chan­cen in Schwel­len­län­der­an­lei­hen. Fol­gen­de Grün­de spre­chen für das Seg­ment: Ei­ner­seits ha­ben sich die Fun­da­men­tal­da­ten die­ser Län­der seit Jah­ren deut­lich ver­bes­sert. Vie­le von ih­nen ha­ben es ge­schafft, ih­re Volks­wirt­schaf­ten ins Gleich­ge­wicht zu­rück­zu­brin­gen. An­de­rer­seits blei­ben die Be­wer­tun­gen güns­tig und spie­geln noch nicht die po­si­ti­ven Grund­la­gen. Nach meh­re­ren Jah­ren der Geld­ab­flüs­se sind An­le­ger eher un­ter­ge­wich­tet. Wir er­war­ten lang­sam wie­der er­heb­li­che Zuflüs­se in Schwel­len­län­der­bonds.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.