Vor Fed-Sit­zung ge­schäfts­los

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MANFRED KRÖLLER

Die GMBF-Ren­di­te ist un­ver­än­dert, S&P stuft Por­tu­gal auf An­la­ge­qua­li­tät hoch.

Ge­schäfts­los star­te­te der Fran­ken-Pri­mär­markt in die Wo­che vor der Sit­zung der US-No­ten­bank (Fed) am Mitt­woch. An drei­mo­na­ti­gen Geld­markt­buch­for­de­run­gen (GMBF) wur­den am Di­ens­tag laut SNB 471,4 Mio. Fr. zu­ge­teilt. Bei Ge­bo­ten über 1,771 Mrd. Fr. blieb die Ren­di­te mit –0,916% un­ver­än­dert.

Hal­ten por­tu­gie­si­sche Staats­an­lei­hen bald wie­der Ein­zug in die Bond­in­di­zes des Seg­ments An­lei­he­qua­li­tät (In­vest­ment Gra­de, IG)? Der An­fang ist je­den­falls ge­macht: Stan­dard and Poor’s hat et­was über­ra­schend Por­tu­gal von Ram­schni­veau BB+ auf BBB– hoch­ge­stuft. Nach über fünf­ein­halb Jah­ren steht Por­tu­gal bei S&P nun wie­der auf ei­ner Bo­ni­täts­stu­fe mit Ita­li­en. Schuld­ner brau­chen aber min­des­tens zwei IG-Klas­si­fi­zie­run­gen der drei gros­sen Agen­tu­ren, da­mit de­ren An­lei­hen in die IG-In­di­zes auf­ge­nom­men wer­den, die ei­nem brei­te­ren An­le­ger­pu­bli­kum of­fen­ste­hen.

Nach der Her­auf­stu­fung eng­ten sich die Ren­di­te­dif­fe­ren­zen (Spreads) por­tu­gie­si­scher Staats­an­lei­hen zu deut­schen Bun­des­an­lei­hen deut­lich ein. Cre­dit Suis­se (CS) und UniCre­dit er­war- ten, dass auch Moo­dy’s und Fitch in den nächs­ten Mo­na­ten ih­re Por­tu­gal-No­ten auf An­la­ge­qua­li­tät an­he­ben. Im Ja­nu­ar 2012 ver­lor das Eu­ro­land sei­nen IG-Sta­tus. Kurz dar­auf er­reich­te der Spre­ad zu deut­schen Bun­des­an­lei­hen bei zehn­jäh­ri­gen Lauf­zei­ten das Re­kord­ni­veau von 1560 Ba­sis­punk­ten (Bp). Der­zeit han­deln zehn­jäh­ri­ge por­tu­gie­si­sche Staats­pa­pie­re mit ei­nem Auf­schlag zu «Bunds» von rund 202 Bp, bei den li­qui­de­ren ita­lie­ni­schen Staats­pa­pie­ren sind es 166 Bp.

Auch wenn künf­tig wie­der mehr An­le­ger Por­tu­gal­bonds in ih­ren Port­fo­li­os be­rück­sich­ti­gen kön­nen – die Per­for­mance por­tu­gie­si­scher An­lei­hen dürf­te trotz­dem vo­la­til sein. Denn die EZB kün­digt im Ok­to­ber mög­li­cher­wei­se ei­ne Dros­se­lung ih­rer Wert­pa­pier­käu­fe an, merkt die CS an.

Die Schwei­zer Pen­si­ons­kas­sen ha­ben mit 3,8% bis En­de Au­gust ei­ne Ren­di­te auf Ka­pi­tal­an­le­gen er­wirt­schaf­tet, die über dem lang­jäh­ri­gen Durch­schnitt liegt. Das geht aus ei­ner Stu­die der Be­ra­tungs­fir­ma Com­ple­men­ta her­vor.

Das Ver­mö­gen der An­la­ge­fonds in der Schweiz ist im Au­gust um 0,5% auf 1’025 Mrd. Fr. ge­stie­gen, mel­den Swiss Fund Da­ta und Morningstar. Net­to flos­sen 2,6 Mrd. Fr. zu. Da­von wur­de mit 1,6 Mrd. Fr. wie­der das meis­te Geld in Ob­li­ga­tio­nen­fonds in­ves­tiert, ge­folgt von Geld­markt­fonds (1,4 Mrd.) und An­la­ge­stra­te­gie­fonds (661 Mio.). Aus Ak­ti­en­fonds und al­ter­na­ti­ven An­la­gen flos­sen da­ge­gen 925 Mio. bzw. 101 Mio. Fr. ab.

An­le­ger wer­den wohl in den kom­men­den fünf Jah­ren auf ri­si­ko­be­haf­te­te An­la­gen we­gen der ho­hen Be­wer­tungs­ni­veaus mit nied­ri­ge­ren Ren­di­ten vor­lieb­neh­men müs­sen als noch im ver­gan­ge­nen Jahr er­war­tet. Zu die­sem Er­geb­nis kom­men die In­vest­ment-So­lu­ti­ons-Ex­per­ten von Ro­be­co in ih­rer Jah­res­pu­bli­ka­ti­on «Ex­pec­ted Re­turns» für 2018 bis 2022. Ei­ne be­deu­ten­de An­la­ge­klas­se, die im Ver­gleich zum Vor­jahr at­trak­ti­ver ge­wor­den ist, sind Staats­an­lei­hen, merkt Ro­be­co an. Doch sei «die Ver­bes­se­rung so be­schei­den, dass bis­her kein Grund zur Be­geis­te­rung be­steht».

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