Schwar­ze Zah­len nach ver­lust­rei­chen Jah­ren

Finanz und Wirtschaft - - ENERGIE -

Vor al­lem ho­he Wert­be­rich­ti­gun­gen auf Kraft­wer­ke ha­ben Ax­po in den ver­gan­ge­nen Jah­ren sat­te Ver­lus­te ein­ge­brockt. Im ver­gan­ge­nen Ge­schäfts­jahr 2015/16 (per En­de Sep­tem­ber) mach­ten die Ab­schrei­bun­gen net­to 1,6 Mrd. Fr. aus; ent­spre­chend gross war auch das Mi­nus. Für 2016/17 dürf­ten je­doch wie­der schwar­ze Zah­len re­sul­tie­ren (vgl. Gra­fik 1).

Die An­fang Sep­tem­ber ge­grün­de­te Toch­ter Ax­po So­lu­ti­ons bün­delt wachs­tums­träch­ti­ge Ge­schäfts­fel­der. Da­zu zäh­len er­neu­er­ba­re Ener­gi­en, in­ter­na­tio­na­les Kun­den­ge­schäft, Net­ze und As­set-Ver­mark­tung. En­de 2016 kün­dig­te Ax­po den teil­wei­sen Gang der Toch­ter an den Ka­pi­tal­markt für 2019 an. Doch nun will Ax­po das Ge­schäft vor­erst oh­ne zu­sätz­li­che Mit­tel von aussen ent­wi­ckeln, wie sie am Di­ens­tag be­kannt gab.

Das nicht­ko­tier­te Un­ter­neh­men ist di­rekt bzw. in­di­rekt im Be­sitz der Nord­ost­schwei­zer Kan­to­ne. Die Ak­ti­en der Toch­ter CKW wur­den bis Ja­nu­ar 2015 an der Schwei­zer Bör­se SIX ge­han­delt, seit­her über die aus­ser­börs­li­che Platt­form der ZKB.

Ax­po hat in der Schweiz aus­ser via CKW kei­ne ge­bun­de­nen End­kun­den, auf die Pro­duk­ti­ons­kos­ten über­wälzt wer­den kön­nen. So spür­te das Un­ter­neh­men den Zer­fall der Strom­prei­se im Gross­han­del, auch durch sub­ven­ti­ons­be­ding­te Ver­zer­run­gen, ähn­lich stark wie Bran­chen­nach­ba­rin Al­piq.

An­ders als Ax­po hält Al­piq aber an der Öff­nung der Wachs­tums­fel­der für In­ves­to­ren fest. Ax­po hat klei­ne­re Was­ser­kraft­be­tei­li­gun­gen er­folg­reich ver­kau­fen kön­nen, Al­piq den Ver­kauf von bis zu 49% an ih­rem Was­ser­kraft­port­fo­lio da­ge­gen sis­tiert.

Ax­po setzt sich für ei­ne CO2-Ab­ga­be auf Elek­tri­zi­tät ein, die der Was­ser­kraft zu­gu­te­kom­men soll. Über die Ver­teil­netz­be­trei­ber soll­ten Gr­und­ver­sor­gungs­kun­den zu­dem ei­ne zeit­lich be­fris­te­te Prä­mie zah­len. Ax­po ar­gu­men­tiert, durch den Ver­kauf des Stroms zu Markt­prei­sen wür­den ak­tu­ell nur 75% der Voll­kos­ten al­ler Was­ser­kraft­wer­ke ge­deckt. Das De­fi­zit für Pro­du­zen­ten oh­ne End­kun­den be­tra­ge 300 Mio. Fr. pro Jahr.

Im Rah­men der Ener­gie­stra­te­gie 2050 sind be­reits Mass­nah­men zu­guns­ten der Was­ser­kraft vor­ge­se­hen. Es han­delt sich um ei­ne Markt­prä­mie von rund 120 Mio. Fr. jähr­lich und In­ves­ti­ti­ons­bei­trä­ge von rund 60 Mio. Fr. pro Jahr. An­ge­bot und Nach­fra­ge ent­kop­peln sich we­gen zahl­rei­cher Ein­grif­fe im Schwei­zer Strom­sek­tor; das Win­ter­halb­jahr birgt Her­aus­for­de­run­gen (vgl. Gra­fik 2).

«Wir stel­len uns so auf, dass wir in­nert zwölf Mo­na­ten zu­sätz­li­ches Ei­gen­ka­pi­tal be­schaf­fen kön­nen.»

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