SNB-Ak­ti­en ver­zer­ren den In­dex

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Die Va­lo­ren der SNB sind kei­ne nor­ma­len Ak­ti­en. Die Na­tio­nal­bank ist zwar ei­ne AG. Sie ar­bei­tet aber nicht ge­winn­ori­en­tiert, son­dern im öf­fent­li­chen Auf­trag. Kei­ne nor­ma­le AG wür­de es je schaf­fen, mit ei­nem Ei­gen­ka­pi­tal von 25 Mio. Fr. Ge­winn in mehr­stel­li­ger Mil­li­ar­den­hö­he zu er­zie­len. Her­kömm­li­che Be­wer­tungs- und Ana­ly­se­me­tho­den zie­len bei den SNB-Ak­ti­en ins Lee­re. Nichts ver­deut­licht das bes­ser als das ak­tu­el­le Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 0,08. Ent­spre­chend fällt es Ana­lys­ten schwer, für den ak­tu­el­len Kurs­an­stieg der SNB ei­ne Er­klä­rung zu fin­den.

Die SNB-Ti­tel ver­zer­ren auch die Be­wer­tung des Schwei­zer Ak­ti­en­mark­tes; nicht we­gen des Kurs­an­stiegs, son­dern we­gen des Mil­li­ard­en­er­geb­nis­ses, das die SNB auf ih­ren Gold- und De­vi­sen­an­la­gen er­zielt. Die SNB-Ge­win­ne sind schuld, dass der Ver­lauf des KGV des Swiss Per­for­mance In­dex (SPI) so sprung­haft ist (vgl. Gra­fik). Das mag er­stau­nen, schliess­lich ha­ben die SNBVa­lo­ren mit ei­ner Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung von 378 Mio. Fr. ein Ge­wicht von bloss 0,026%. Den­noch ist ihr Ein­fluss auf das KGV des In­dex enorm. Das hängt mit der Be­rech­nungs­me­tho­de zu­sam­men, die Bloom­berg und die In­dex­an­bie­ter an­wen­den. Es wer­den nicht ein­fach die ein­zel­nen Ak­ti­en-KGV ge­mäss ih­rem Ge­wicht auf­ad­diert, son­dern die Ag­gre­ga­ti­on fin­det vor­her statt. Zu­erst wird die ge­wich­te­te Sum­me al­ler Ge­win­ne be­rech­net, durch die der ge­wich­te­te Kurs dann ge­teilt wird. Das hat den Vor­teil, dass auch Pa­pie­re von Un­ter­neh­men, die Ver­lust ma­chen, be­rück­sich­tigt wer­den. Wür­den Bloom­berg und Co. zu­erst die KGV der Ak­ti­en be­rech­nen, hät­ten sie mit den Ver­lust­ti­teln ein Pro­blem: Denn ihr KGV ist ne­ga­tiv und oh­ne Aus­sa­ge­kraft. Doch we­gen des Son­der­falls SNB stösst die Me­tho­de im SPI an Gren­zen.

Über die ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­te be­trug der SNB-Ge­winn 44 000 Fr. pro Ak­tie. Trotz des ge­rin­gen Ge­wichts im In­dex ist der Bei­trag zum In­dex­ge­winn grös­ser als der von Nest­lé, de­ren Ge­winn pro Ti­tel 3 Fr. be­trug. Noch viel grös­ser war die Ver­zer­rung 2016, als sich der Ge­winn pro SNB-Ak­tie auf fast 400 000 Fr. be­lief. Da­mals re­sul­tier­te beim SPI ein KGV von 15, was Schwei­zer Ak­ti­en fälsch­li­cher­wei­se güns­tig er­schei­nen liess.

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