Wie der Sa­ron funk­tio­niert

Finanz und Wirtschaft - - DERIVATE -

Der Swiss Aver­a­ge Ra­te Over­night (Sa­ron) hat den Vor­teil, dass er in der Schweiz be­rech­net wird – der Li­bor wird da­ge­gen in Lon­don er­ho­ben und re­gu­liert. Und der Sa­ron ba­siert nicht auf ei­ner Um­fra­ge, son­dern auf tat­säch­li­chen An­ge­bo­ten am Geld­markt. Haupt­un­ter­schied ist aber, dass nicht un­be­si­cher­te Kre­di­te zwi­schen den Ban­ken, son­dern be­si­cher­te Re­po-Ge­schäf­te be­rück­sich­tigt wer­den. Der Sa­ron-Zins ist so gut wie ri­si­ko­frei. Soll­te ein hö­he­rer Ri­si­ko­auf­schlag ver­langt wer­den, et­wa we­gen ei­ner neu­en Ban­ken­kri­se, könn­ten Sa­ron und Li­bor stark von­ein­an­der ab­wei­chen.

Ein wei­te­rer Un­ter­schied: Der Durch­schnitts­zins Sa­ron wird vo­lu­men­ge­wich­tet be­rech­net. Es kommt al­so dar­auf an, wie gross die Re­po-Ge­schäf­te sind. Da­ge­gen wird beim Li­bor nur der ein­fa­che Durch­schnitt der Zin­sen ver­wen­det.

Der Sa­ron ist ein Ta­ges­geld­satz, der kurz­fris­ti­ge Li­bor läuft über drei Mo­na­te. Nun wird dis­ku­tiert, wie man die Fi­nanz­in­stru­men­te, die auf dem län­ger lau­fen­den Li­bor ba­sie­ren, oh­ne Pro­ble­me zum Sa­ron über­füh­ren kann (vgl. Ar­ti­kel). Trotz die­ser Un­ter­schie­de ha­ben sich die Re­fe­renz­sät­ze sehr ähn­lich ent­wi­ckelt. War­um das so ist, sei aber schwie­rig zu er­klä­ren, meint ZKB-Ma­na­ger Mar­tin Bar­den­he­wer in sei­nem Vor­trag. Nur in Son­der­si­tua­tio­nen be­weg­ten sie sich aus­ein­an­der (vgl. Gra­fik). Nach der Fi­nanz­kri­se hat­te das Kre­dit­ri­si­ko zu ei­nem Li­borauf­schlag ge­führt. Die Auf­he­bung der Un­ter­gren­ze des Fran­ken­kur­ses führ­te zu ei­nem Aus­schlag beim Sa­ron. Das von der SNB fest­ge­leg­te Ziel­band für den Li­bor sorg­te für ei­ne Be­gren­zung der Aus­schlä­ge des Re­fe­renz­zin­ses.

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