Kos­ten im Vi­sier

Der Ver­si­che­rer ist se­lek­tiv, um die Mar­ge zu hal­ten.

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Die Ver­si­che­rer müs­sen ef­fi­zi­en­ter wer­den. Die Kos­ten ver­schlin­gen bis 30% der Prä­mi­en, die Kun­den für De­ckung be­zah­len. Swiss Re spannt nun mit Kon­kur­ren­ten zu­sam­men, um die Lie­fer­ket­te mit­tels Block­chain zu mo­der­ni­sie­ren.

Zu­rich In­suran­ce macht es in al­len drei Ge­schäfts­be­rei­chen rich­tig. Der am Mitt­woch ver­brei­te­te Quar­tals­be­richt be­legt, wie der Ver­si­che­rer in der um­kämpf­ten Scha­den­ver­si­che­rung se­lek­tiv vor­geht, um nicht an Mar­ge zu ver­lie­ren. In Nord­ame­ri­ka, wo die Kon­trak­te im ver­gan­ge­nen Jahr we­gen der Hur­ri­kan­schä­den un­ren­ta­bel aus­fie­len, hat er we­ni­ger Neu­ge­schäft ab­ge­schlos­sen.

Den­noch stie­gen die Be­reichs­ein­nah­men 5% auf 9,3 Mrd. $. Aus­ge­wei­tet wur­den die Vo­lu­men in Latein­ame­ri­ka und – ge­stützt von ei­nem Zu­kauf – in Asi­en/Ozea­ni­en. Die­se Re­gio­nen brin­gen zu­sam­men ein Sieb­tel des To­tals ein.

Kon­zern­chef Ma­rio Gre­co schreibt in der Quar­tals­mit­tei­lung, im Be­reich Scha­den­ver­si­che­rung sei­en bis März die Zah­lun­gen we­gen Na­tur­ka­ta­stro­phen­schä­den auf Hö­he des mehr­jäh­ri­gen Durch­schnitts aus­ge­fal­len. Er­geb­nis­zah­len wird der Zu­rich-Kon­zern mit dem Se­mes­ter­be­richt am 9. Au­gust ver­öf­fent­li­chen.

Wei­ter­hin ex­pan­siv ist das Un­ter­neh­men im Seg­ment Le­bens­ver­si­che­rung. Das Neu­ge­schäft wur­de 7% auf 1,3 Mrd. $ ver­grös­sert. Der Ab­satz an­la­ge­ge­bun­de­ner Ver­trä­ge bringt Kom­mis­sio­nen ein und hat zugleich den Vor­teil, we­nig Ei­gen­ka­pi­tal zu bin­den. Auf 0,7 Mrd. $ sta­bil blie­ben die Ho­no­ra­re, die für den Be­trieb der ame­ri­ka­ni­schen Far­mer­sVer­si­che­rung kas­siert wer­den. Da die Far­mers-Ge­nos­sen­schaft Ri­si­ken und Chan­cen der Kun­den­kon­trak­te trägt, ist die­se Ak­ti­vi­tät für Zu­rich ge­fah­ren­arm.

Noch nicht in den Quar­tals­vo­lu­men ent­hal­ten sind die Ak­qui­si­ti­on des aus­tra­li­schen Le­bens­ver­si­che­rungs­ge­schäfts der Bank­grup­pe ANZ und der Er­werb wei­te­rer Süd­ame­ri­kaak­ti­vi­tä­ten. Den Avan­cen des deut­schen Wett­be­wer­bers Al­li­anz hin­ge­gen er­teil­te Zu­rich-Fi­nanz­chef Ge­or­ge Quinn in der Te­le­fon­kon­fe­renz mit Fi­nanz­ana­lys­ten ei­ne Ab­sa­ge. Der Al­li­anz-Chef hat­te zu Be­ginn der Wo­che in ei­nem Zei­tungs­in­ter­view er­öff­net, er wür­de ei­ne Fu­si­on un­ter Gros­sen der Bran­che be­für­wor­ten.

Die güns­ti­ge Trend­mel­dung der Zu­rich-Grup­pe ent­spricht dem, was die In­ves­to­ren er­war­tet hat­ten. «Fi­nanz und Wirt­schaft» schätzt, dass der Kon­zern im ge­sam­ten Jahr bis 15% mehr Über­schuss er­zie­len wird. Die­se Pro­gno­se geht da­von aus, dass der Ge­schäfts­be­trieb ef­fi­zi­en­ter wird und dass in Sum­me ge­rin­ge­re Na­tur­schä­den als 2017 zu be­zah­len sein wer­den.

Ge­mes­sen am Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 14 no­tie­ren die Ak­ti­en im obe­ren Be­reich der his­to­risch ver­zeich­ne­ten Be­wer­tun­gen. Ge­star­tet hat das Un­ter­neh­men ein Pro­gramm, bis 1% der Ti­tel vom Markt zu kau­fen und an­schlies­send zu ver­nich­ten. Dies mag den Va­lo­ren ei­ne Stüt­ze ver­lei­hen. Für mehr reicht es wohl nicht. Zu ver­mu­ten ist, dass sie sich in nächs­ter Zeit par­al­lel zum Ge­samt­markt ent­wi­ckeln wer­den.

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