Rück­schlag für Cos­mo

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Die US­Ge­sund­heits­be­hör­de hat den Zu­las­sungs­an­trag zu Me­thy­len Blau we­gen bis­her un­be­kann­ter Män­gel zu­rück­ge­wie­sen.

Das Ziel heisst 3%. So schnell soll die ame­ri­ka­ni­sche Wirt­schaft laut Prä­si­dent Do­nald Trump wach­sen. Um das zu er­rei­chen, hat die US-Re­gie­rung die Staats­aus­ga­ben er­höht, die Steu­ern ge­senkt und den Un­ter­neh­men die Rück­füh­rung von Geld aus dem Aus­land at­trak­ti­ver ge­macht. Ent­spre­chen sind die Un­ter­neh­mens­ge­win­ne im ers­ten Quar­tal ge­stie­gen und Apple und Co. ha­ben Geld in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten über­wie­sen.

Ei­ne Be­schleu­ni­gung des Wirt­schafts­wachs­tums gab es aber nicht. Im Ge­gen­teil: Das an­nua­li­sier­te Wachs­tum im ers­ten Quar­tal ver­gli­chen zum Vor­quar­tal ver­lang­sam­te sich auf 2,3%. Im Schluss­quar­tal 2017 be­trug es noch 2,9%. Ein Grund ist die ho­he Ab­hän­gig­keit vom Pri­vat­kon­sum. Mehr als zwei Drit­tel der im In­land pro­du­zier­ten Gü­ter wer­den von den Ame­ri­ka­nern selbst kon­su­miert. Im ers­ten Quar­tal fiel der Wachs­tums­bei­trag des Pri­vat­kon­sums mit 0,7% äus­serst be­schei­den aus. Im Vor­quar­tal be­trug er noch 2,8%.

Zu­dem soll­te die Steu­er­re­form die Ka­pi­tal­aus­ga­ben der Un­ter­neh­men an­kur­beln. Da­von ist bis­her noch nichts zu se­hen. Der Wachs­tums­bei­trag ging im ers­ten Quar­tal leicht auf 0,8% zu­rück. Die Nach­fra­ge nach In­ves­ti­ti­ons­gü­tern macht 17% des Brut­to­in­land­pro­dukts (BIP) aus, gleich viel wie die Nach­fra­ge der Re­gie­rung. Da die Ver­ei­nig­ten Staa­ten mehr im­por­tie­ren als ex­por­tie­ren, ist der Bei­trag des Aus­sen­han­dels am BIP ne­ga­tiv.

Für die US-Chef­öko­no­min von Mor­gan Stan­ley, El­len Zent­ner, ist es noch «zu früh, um den Ein­fluss der Steu­er­re­form auf die Wirt­schaft zu mes­sen», wie sie am Don­ners­tag an ei­nem An­lass in New York er­läu­ter­te. Von den Un­ter­neh­men, wel­che die Gross­bank ab­de­cke, sa­ge je­des zwei­te, dass es erst Mit­te Jahr ex­akt quan­ti­fi­zie­ren kön­ne, wie gross der Ef­fekt der Steu­er­re­form un­ter dem Strich sei. Zu­dem gab es laut Zent­ner be­reits ei­nen «An­stieg der Ka­pi­tal­aus­ga­ben, der vor der

Wahl von Do­nald Trump ein­ge­setzt hat­te».

Seit dem drit­ten Quar­tal 2016 ver­zeich­nen In­ves­ti­tio­nen ein Wachs­tum ge­gen­über dem Vor­quar­tal. Ge­gen­über dem Vor­jah­res­quar­tal ist das Wachs­tum seit dem vier­ten Quar­tal 2016 po­si­tiv (vgl. Grafik). An­ge­trie­ben wer­den die Ka­pi­tal­aus­ga­ben im­mer mehr von In­ves­ti­tio­nen in geis­ti­ges Ei­gen­tum. Seit 2009 wach­sen die Aus­ga­ben ste­tig.

Un­ter­des­sen wird je­der drit­te Dol­lar der In­ves­ti­tio­nen für geis­ti­ges Ei­gen­tum – wie For­schung und Ent­wick­lung so­wie Soft­ware – aus­ge­ge­ben. In­fla­ti­ons­be­rei­nigt ha­ben sich die Aus­ga­ben seit 1980 ver­zehn­facht. Die­je­ni­gen für An­la­gen ha­ben sich über den glei­chen Zei­t­raum nicht ver­än­dert. Fleis­sig in­ves­tiert wird zu­dem in der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie. Seit der Jahr­tau­send­wen­de war das Wachs­tum der Ka­pi­tal­in­ves­ti­tio­nen für Aus­rüs­tun­gen in IT dop­pelt so hoch wie in der In­dus­trie.

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