Die ei­ne Lö­sung

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - ADRI­AN BLUM Res­sort­lei­ter zu Si­kas Be­frei­ungs­schlag

Es ist voll­bracht, Si­ka ist nach drei­ein­halb Jah­ren er­bit­ter­tem Ab­wehr­kampf der Be­frei­ungs­schlag ge­lun­gen. Von An­fang an war klar, dass es die ei­ne, bes­te Lö­sung im Kampf um die Zu­kunft von Si­ka gibt: die Ein­heits­ak­tie schaf­fen und so die Un­gleich­be­hand­lung der Ak­tio­nä­re be­sei­ti­gen. Im

Fall Si­ka be­stand das Übel dar­in, dass die nicht­ko­tier­ten Ak­ti­en im Be­sitz der Fa­mi­lie Bur­kard das sechs­fa­che Stimm­recht der an der Bör­se ge­han­del­ten Pa­pie­re auf­wei­sen. Dank die­ser Kon­struk­ti­on er­gab sich über­haupt erst die Mög­lich­keit, ei­nem Bie­ter wie dem fran­zö­si­schen Kon­glo­me­rat Saint-Go­bain mit mi­ni­ma­lem Ein­satz von Ka­pi­tal die Stim­men­mehr­heit an Si­ka schmack­haft zu ma­chen.

Nun ha­ben sich die Streit­häh­ne Si­ka, Saint-Go­bain und die Bur­kards ge­ei­nigt (vgl. Sei­te 6). Saint-Go­bain wird gut 10% am Ka­pi­tal von Si­ka hal­ten – und eben­so viel Stimm­kraft. Da­ge­gen ist nichts ein­zu­wen­den. Und die Bur­kards be­kom­men mehr Geld als zu­nächst ge­dacht. Auch das geht an­ge­sichts der rie­si­gen Kurs­ge­win­ne der letz­ten Jah­re in Ord­nung.

Die 2 Mrd. Fr., die Si­ka für den Kauf ei­nes Teils der nicht­ko­tier­ten Ak­ti­en be­zahlt, ent­spre­chen ei­ner Prä­mie von gut 60% zu den ko­tier­ten Ti­teln zum Kurs vor ei­ner Wo­che. Der Auf­schlag ist der sau­re Ap­fel, in den die Pu­bli­kums­ak­tio­nä­re für ei­ne at­trak­ti­ve Zu­kunft von Si­ka beis­sen müs­sen.

Paul Hälg, VR-Prä­si­dent von Si­ka, ist in sei­nem Kampf ge­gen die Plä­ne der Bur­kards hart an die Gren­zen des Ver­tret­ba­ren ge­gan­gen. Er hat al­les ris­kiert und al­les ge­won­nen. Nun hat Si­ka die Ein­heits­ak­tie, kei­ne Vin­ku­lie­rung und kein Op­t­ing-out – ver­fügt al­so über kein In­stru­ment mehr, um ei­ne feind­li­che Über­nah­me zu ver­ei­teln. Das ein­zi­ge Mit­tel ist, die Be­wer­tung an der Bör­se mit ei­ner über­zeu­gen­den Stra­te­gie und ex­zel­len­ten ope­ra­ti­ven Leis­tun­gen wei­ter zu stei­gern. Und das ist gut so.

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