Di­gi­ta­ler Um­zugs­wa­gen

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE - CC

Wenn die IT-Land­schaft ei­nes Un­ter­neh­mens zu un­über­sicht­lich wird, ist Un­ter­stüt­zung nö­tig. Auch im Fal­le von Fu­sio­nen und Über­nah­men sind IT-Spe­zia­lis­ten ge­fragt. Da­zu zählt die deut­sche SNP, mit vol­lem Na­men SNP Schnei­der-Neu­reit­her & Part­ner (Xe­tra: SHF, Kurs: 34.15 €, Bör­sen­wert 187 Mio. €). Sie ist ver­ein­facht gesagt ein Um­zugs­un­ter­neh­men für gros­se Da­ten­men­gen.

Das Un­ter­neh­men will «zum glo­ba­len Stan­dard für soft­ware­b­a­sier­te Da­ten­trans­for­ma­ti­on» wer­den. Im Ge­schäfts­jahr 2017 wur­den wich­ti­ge Wei­chen ge­stellt. Zum ei­nen mit der In­ter­na­tio­na­li­sie­rung. Nach Ak­qui­si­tio­nen in Asi­en, Nord­ame­ri­ka und Gross­bri­tan­ni­en folg­ten im ver­gan­ge­nen Jahr Zu­käu­fe in Po­len und Süd­ame­ri­ka, die Zahl der Mit­ar­bei­ter stieg von 712 auf über 1300. Der Um­satz er­höh­te sich mehr als 50% auf 122 Mio. €, da­von 8% durch or­ga­ni­sches Wachs­tum. 40 Mio. € Um­satz ent­fie­len auf das letz­te Jah­res­vier­tel, der Auf­trags­ein­gang per En­de Jahr be­trug 131 Mio. €.

Zu­dem will SNP den Er­lös aus Soft­ware­li­zen­zen in den nächs­ten Mo­na­ten und Jah­ren stei­gern. Sie ver­fügt über ein ei­ge­nes Soft­ware­port­fo­lio und hat die Pro­duk­te un­ter ei­ner Platt­form ge­bün­delt, ei­ne Art «Schiffs­brü­cke» für die IT. Die In­ves­ti­tio­nen in Markt­prä­senz und Fach­kräf­te hat­ten 2017 ih­ren Preis, das Be­triebs­er­geb­nis (Ebit) fiel knapp rot aus. Ei­ne Di­vi­den­de soll an­ders als in den Vor­jah­ren nicht ge­zahlt wer­den.

In die­sem Jahr rech­net das Ma­nage­ment nach den Erst­quar­tals­zah­len wei­ter mit 150 bis 155 Mio. € Um­satz und ei­ner Ebit-Mar­ge im mitt­le­ren ein­stel­li­gen Pro­zent­be­reich. Ge­mäss Ana­lys­ten­schät­zun­gen (Bloom­berg-Kon­sens) dürf­te die Mar­ge 5% er­rei­chen und SNP un­ter dem Strich schwar­ze Zah­len schrei­ben.

Das Un­ter­neh­men aus Hei­del­berg wur­de 1994 ge­grün­det. Zu den Re­fe­renz­kun­den zäh­len HP, Kel­logg’s und Roll­sRoy­ce. Als ei­nen di­gi­ta­len Me­ga­trend hat SNP die Ein­füh­rung der SAP Busi­ness Sui­te S4 mit der Da­ten­bank SAP Ha­na iden­ti­fi­ziert. Bis En­de 2017 zähl­te die Ge­sell­schaft mehr als dreis­sig sol­cher Pro­jek­te.

Die Ak­ti­en sind seit dem Jahr 2000 ko­tiert und seit Au­gust 2014 im Pri­me Stan­dard der Frank­fur­ter Wert­pa­pier­bör­se ge­lis­tet. Der Streu­be­sitz be­trägt 51%, gröss­ter Ak­tio­när ist CEO Andre­as Schnei­der-Neu­reit­her mit gut 18% An­teil. Wei­te­re grös­se­re Be­tei­li­gun­gen hal­ten ei­ne Er­ben­ge­mein­schaft, der US-Smal­lCap-Spe­zia­list Ka­bou­ter Ma­nage­ment so­wie Dans­ke Bank, Al­li­anz Glo­bal In­ves­tors und Universal-In­vest­ment.

Fünf von sechs Ana­lys­ten emp­feh­len die Ti­tel zum Kauf. Das Kurs-Ge­win­nVer­hält­nis, ba­sie­rend auf den Schät­zun­gen für 2019, liegt bei 22. Das Kur­s­po­ten­zi­al, ge­mes­sen am Zwölf­mo­nats-Kurs­ziel, be­trägt 11%. Auch wenn für das Ge­schäfts­jahr 2018 wie­der ei­ne Di­vi­den­de ge­zahlt wer­den könn­te, SNP sind als Wachs­tum­s­ti­tel po­si­tio­niert.

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