Lang­fris­ti­ge Hy­po­the­kar­zin­sen ver­teu­ern sich

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Die Fi­nan­zie­rungkon­di­tio­nen für Wohn­ei­gen­tum in der Schweiz ha­ben sich seit Jah­res­be­ginn ver­teu­ert. Be­son­ders für lan­ge Lauf­zei­ten müs­sen Haus­be­sit­zer ak­tu­ell deut­lich hö­he­re Hy­po­the­kar­zin­sen zah­len als im Ja­nu­ar. So ha­ben sämt­li­che in der Ta­bel­le auf­ge­führ­ten An­bie­ter die Richt­sät­ze für zehn­jäh­ri­ge Im­mo­bi­li­en­kre­di­te er­höht. Im Schnitt kos­tet der Lang­läu­fer knapp 12 Ba­sis­punk­te (100 Bp = 1 Pro­zent­punkt) mehr als vor vier Mo­na­ten. Die gröss­te An­pas­sung hat die Per­so­nal­vor­sor­ge des Kan­tons Zürich (BVK) vor­ge­nom­men und die Zin­sen um 23 Bp auf 1,5% er­höht. Die BVK of­fe­riert den­noch güns­ti­ge Kon­di­tio­nen. Le­dig­lich Swiss Li­fe (1,48%) und Zu­rich In­suran­ce (1,44%) ver­lan­gen noch we­ni­ger für ei­ne zehn­jäh­ri­ge Hy­po­thek. Die­se drei Im­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­rer sind zugleich die Ein­zi­gen, die das Dar­le­hen für 1,5% und we­ni­ger an­bie­ten. Im Ja­nu­ar wa­ren es noch sie­ben. Am teu­ers­ten ist der Lang­läu­fer der Zürcher Kan­to­nal­bank mit 1,82%.

We­ni­ger aus­ge­prägt ist die Auf­wärts­ten­denz bei den üb­ri­gen Lauf­zei­ten. Durch­schnitt­lich sind die Richt­sät­ze seit Jah­res­be­ginn je­weils le­dig­lich um 1 oder 2 Bp ge­stie­gen. Ein­zel­ne An­bie­ter ha­ben die Zin­sen aber kräf­tig er­höht. Da­zu zählt er­neut die BVK, die den Satz für fünf­jäh­ri­ge Hy­po­the­ken um 13 Bp an­ge­ho­ben hat. Bei den zwei­jäh­ri­gen Lauf­zei­ten ha­ben Cre­dit Suis­se (+12 Bp) und Raiff­ei­sen (+11 Bp) die gröss­ten An­pas­sun­gen vor­ge­nom­men.

Wohn­ei­gen­tü­mer müs­sen sich auch in den kom­men­den Mo­na­ten auf stei­gen­de Hy­po­the­kar­zin­sen ein­stel­len. «Auch wenn die Zins­sät­ze von Fix-Hy­po­the­ken im his­to­ri­schen Kon­text tief blei­ben, be­we­gen sie sich zu­neh­mend von ih­ren Tiefst­stän­den weg», hal­ten die Ana­lys­ten der Cre­dit Suis­se in ei­nem Kom­men­tar fest. Sie er­war­ten, dass die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) im März 2019 die ers­te Zins­er­hö­hung be­schlies­sen wird. «Der Druck auf die SNB, die ne­ga­ti­ven Zin­sen zu ver­rin­gern, nimmt mit ei­nem schwä­che­ren Fran­ken wei­ter zu», schrei­ben die Stra­te­gen der UBS. So no­tier­te der Fran­ken im April erst­mals seit Auf­he­bung der Kurs­un­ter­gren­ze wie­der über 1.20 Fr./€. Die Gross­bank er­war­tet die ers­te Zins­er­hö­hung be­reits En­de 2018.

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