Brent-Preis na­he 80 $

Rück­gang des La­ger­über­hangs und Po­li­tik trei­ben Öl­preis in die Hö­he.

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASALLE BROKERAGE,

Auch in den ver­gan­ge­nen Ta­gen rich­te­te sich das Au­gen­merk des Han­dels auf den Ener­gie­sek­tor. An den Erd­öl­märk­ten hält der Preis­auf­trieb un­ver­mit­telt an. Nord­see­öl der Sor­te Brent wie auch Heiz­öl und Ben­zin ver­teu­er­ten sich im Wo­chen­ver­gleich um mehr als 3%. Brent ist mit No­tie­run­gen von ge­gen 79 $ pro Fass (159 Li­ter) so teu­er wie zu­letzt En­de 2014.

Eu­ro­päi­sches Heiz­öl/Die­sel, des­sen Fu­tures an der In­ter­con­ti­nen­tal Ex­ch­an­ge ICE in Lon­don ge­han­delt wer­den, nä­hert sich mit gros­sen Schrit­ten der Mar­ke von 700 $ pro Ton­ne. Auch Heiz­öl hat da­mit ein Drei­ein­halb­jah­res­hoch er­reicht. Geo­po­li­ti­sche Fak­to­ren wie die ein­sei­ti­ge Auf­kün­di­gung des Atom­ab­kom­mens mit Iran durch die USA und die Ein­füh­rung neu­er Sank­tio­nen und die An­er­ken­nung Je­ru­sa­lems als is­rae­li­sche Haupt­stadt durch die USA sorg­ten am Öl­markt für Ve­r­un­si­che­rung. Be­schleu­nigt wur­de der Preis­an­stieg zum Wo­chen­be­ginn durch den jüngs­ten OpecMo­nats­be­richt. Dar­in be­rich­tet das Öl­kar­tell, dass der La­ger­über­hang in den In­dus­trie­län­dern als Fol­ge der Opec-För­der­be­schrän­kun­gen be­reits weit­ge­hend ab­ge­baut sei und sich der Be­stand jetzt un­weit des Fünf­jah­res­durch- schnitts be­fin­de. Das an­spre­chen­de Wirt­schafts­wachs­tum sorgt für welt­weit stei­gen­de Nach­fra­ge. Be­son­ders Chi­na spiel da­bei als gröss­ter Im­por­teur ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Im April wur­den dort mehr als 12 Mio. Fass pro Tag ver­ar­bei­tet. Wäh­rend die Opec-Staa­ten und Russ­land die Öl­för­de­rung ein­schrän­ken, blüht in den USA die Schie­fe­röl­in­dus­trie. Auch in der ver­gan­ge­nen Wo­che wur­den ge­mäss Öl­dienst­leis­ter Ba­ker Hug­hes zehn wei­te­re Bohr­stel­len in Be­trieb ge­nom­men. So pro­fi­tiert die ame­ri­ka­ni­sche Öl­in­dus­trie von den stei­gen­den Prei­sen.

Die Aus­sicht auf ei­nen Rück­gang der ira­ni­schen Ex­por­te als Fol­ge neu­er US-Sank­tio­nen hat am Ter­min­markt das spe­ku­la­ti­ve In­ter­es­se ver­stärkt. Hedge Funds und an­de­re Fi­nanz­in­ves­to­ren set­zen mit re­kord­ho­hen Fu­tures- und Op­ti­ons­po­si­tio­nen auf stei­gen­de Kur­se. Die­se Stra­te­gie ist bis heu­te auf­ge­gan­gen, wenn­gleich sich die Fu­tures-Märk­te zu­neh­mend vom phy­si­schen Öl­markt ent­fer­nen. Das ist ein Zei­chen für ei­ne Über­hit­zung. Die kom­men­denWo­chen wer­den zei­gen, ob der Druck der US-Re­gie­rung auf Eu­ro­pa, sich den Sank­tio­nen ge­gen Iran an­zu­schlies­sen, eu­ro­päi­sche Un­ter­neh­men und Re­gie­run­gen zum Ein­kni­cken bringt.

Im Ge­gen­satz zum Öl­sek­tor ten­dier­ten die Agrar­märk­te zu­letzt mehr­heit­lich schwä­cher. Bei den Ge­nuss­mit­teln fällt be­son­ders der an­hal­ten­de Preis­rück­gang bei Kaf­fee auf. Die Er­ho­lungs­pha­se der zwei­ten April­hälf­te war von kur­zer Dau­er. Selbst bei Ka­kao-Fu­tures, die seit Jah­res­be­ginn knapp 50% zu­le­gen konn­ten, hat jetzt ei­ne Preis­kon­so­li­die­rung ein­ge­setzt.

An den Ge­trei­de­märk­ten stand der Mo­nats­be­richt des US-Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums US­DA im Fo­kus der Händ­ler. Die­ser brach­te aber kei­ne wirk­lich neu­en Er­kennt­nis­se, so­dass wie­der das Wet­ter in den Vor­der­grund rückt. In Nord- wie auch in Süd­ame­ri­ka hat sich die La­ge deut­lich ver­bes­sert. Be­son­ders Wei­zen-Fu­tures ge­rie­ten nach güns­ti­gen Re­gen­fäl­len in den US-Wei­zen­ge­bie­ten un­ter Druck und büss­ten an der Roh­stoff­ter­min­bör­se Chi­ca­go (CBOT) in we­ni­gen Ta­gen knapp 10% ein. Auch in Bra­si­li­en sor­gen Nie­der­schlä­ge bei der zwei­ten und grös­se­ren Mai­s­ern­te für bes­se­re Wachs­tums­be­din­gung. Wei­ter­hin un­klar blei­ben die Aus­wir­kun­gen des Han­dels­kon­flikts zwi­schen USA und Chi­na. Be­son­ders ame­ri­ka­ni­sche So­ja­far­mer ban­gen um ei­ne Lö­sung.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.