Gold kommt nicht vom Fleck

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Seit An­fang Jahr ver­harrt der Gold­preis zwi­schen 1300 und 1360 $ je Un­ze.

In Dol­lar liegt der Gold­preis seit Jah­res­an­fang knapp im Plus. Doch der Preis konn­te nicht aus sei­ner en­gen Span­ne aus­bre­chen. Die neu­en US-Sank­tio­nen ge­gen den Iran wie auch der Han­dels­kon­flikt zwi­schen den USA und Chi­na ha­ben die Ri­si­ko­nei­gung der An­le­ger nicht ein­ge­trübt. Po­li­ti­sche Ri­si­ken brach­ten dem Gold­preis al­so kei­nen Auf­trieb. So bleibt für Gold das fun­da­men­ta­le Um­feld und die US-Zins­po­li­tik rich­tungs­wei­send.

Die Ren­di­ten zehn­jäh­ri­ger USStaats­an­lei­hen sind im April zum ers­ten Mal seit mehr als vier Jah- ren über die Schwel­le von 3% ge­stie­gen. Hö­he­re Zin­sen schmä­lern die At­trak­ti­vi­tät von zins­lo­sen An­la­gen wie Gold. Das be­hin­dert ei­nen star­ken Preis­an­stieg.

Der Zins­vor­teil der USA hat den Dol­lar in den ver­gan­ge­nen Wo­chen stär­ker wer­den las­sen und Gold in die De­fen­si­ve ge­bracht. Spe­ku­la­ti­ve In­ves­to­ren ha­ben im Sal­do ih­re Wet­ten auf ei­nen stei­gen­den Gold­preis am Ter­min­markt deut­lich re­du­ziert. Da­ge­gen zeigt sich die Nach­fra­ge der eher lang­fris­tig ori­en­tier­ten Gold­an­le­ger be­stän­di­ger. Der Be- stand der Gold­fonds mit phy­si­scher Hin­ter­le­gung no­tiert trotz Ab­flüs­sen im Mai wei­ter­hin na­he des Fünf­jah­res­hochs.

Ne­ga­tiv auf den Gold­preis wä­re ei­ne Ak­zen­tu­ie­rung der jüngs­ten Dol­lar­stär­ke. Da­für wä­re ein mar­kan­ter Zins­an­stieg, aus­ge­löst durch ei­ne stär­ke­re In­fla­ti­on als er­war­tet, not­wen­dig. Das be­hut­sa­me Vor­ge­hen der No­ten­ban­ken spricht aber für ein be­grenz­tes Über­ra­schungs­po­ten­zi­al.

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