Er­lebt der Dol­lar ein Come­back?

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - CHARLES ST- ARNAUD,

Nach ei­ner län­ge­ren Ab­wer­tungs­pha­se hat der Dol­lar in den ver­gan­ge­nen Wo­chen an Wert ge­won­nen, was Aus­wir­kun­gen auf den glo­ba­len Ren­ten­markt hat. Die Be­un­ru­hi­gung über die Rich­tung der US-Han­dels- und Fis­kal­po­li­tik dürf­te wohl ei­ne we­sent­li­che Trieb­kraft ge­we­sen sein, die den Dol­lar im ver­gan­ge­nen Jahr durch den Rück­gang der Aus­lands­nach­fra­ge nach der Wäh­rung und den US-Tre­a­su­ries ge­drückt hat. Die­ser Aus­ver­kauf von US-Staats­an­lei­hen durch Aus­län­der war mit­ver­ant­wort­lich für den Druck auf den Dol­lar­kurs, wäh­rend gleich­zei­tig die Ren­di­ten der US-Tre­a­su­ries ge­stie­gen sind.

Die­ser Ab­fluss re­sul­tier­te zum Teil aus den pro­hi­bi­tiv ho­hen Kos­ten für die Ab­si­che­rung von auf Dol­lar lau­ten­den Ver­mö­gens­wer­ten, wo­durch die von US-Tre­a­su­ries an­ge­bo­te­ne Kurs­dif­fe­renz für In­ves­to­ren deut­lich un­at­trak­ti­ver wur­de. Da die USA in ih­rem Wirt­schafts­wachs­tum ein­mal mehr an­de­re Län­der hin­ter sich lies­sen und die An­le­ger ih­re Long-Short-Po­si­tio­nen im

Markt um­kehr­ten, hat die US-Wäh­rung in den ver­gan­ge­nen Wo­chen an Wert ge­won­nen. Dar­über hin­aus gibt es An­zei­chen da­für, dass aus­län­di­sche In­ves­to­ren zu­neh­mend be­reit sind, in Dol­lar de­no­mi­nier­te, nicht ab­ge­si­cher­te An­lei­hen zu in­ves­tie­ren, um von den deut­lich hö­he­ren Ren­di­ten zu pro­fi­tie­ren. So­mit wer­den US-Tre­a­su­ries als An­la­ge at­trak­ti­ver. Dies führ­te zu hö­he­rer aus­län­di­scher Nach­fra­ge nach Dol­lar und Tre­a­su­ries, die ei­nen Teil des Ren­di­te­an­stiegs ein­dämm­te.

Mit­tel­fris­tig ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die Sor­gen um die ex­pan­si­ve US-Fis­kal­po­li­tik den Dol­lar wei­ter un­ter Druck set­zen wer­den. Es wür­de zu­dem über­ra­schen, wenn die US-Re­gie­rung ei­ne an­hal­ten­de Auf­wer­tung zu­las­sen wür­de. Ein auf­wer­ten­der Dol­lar wirkt sich be­las­tend auf Ver­mö­gens­wer­te in Schwel­len­län­dern aus, vor al­lem auf An­lei­hen in Lan­des­wäh­rung und Ak­ti­en, was be­reits bei Ar­gen­ti­ni­en und der Tür­kei zu se­hen ist. Je­doch er­war­ten wir, dass dies nur kurz­fris­tig der Fall sein wird und sich ver­nünf­ti­ge Be­wer­tun­gen, ein po­si­ti­ves Wachs­tums­um­feld und die zu­grun­de lie­gen­de Su­che nach Ren­di­te wie­der durch­set­zen wer­den, so­bald die po­si­ti­ons­ge­steu­er­te Dol­lar-Kor­rek­tur ih­ren Lauf nimmt.

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