De­fen­si­ve Al­ter­na­ti­ve

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - CHRIS­TI­AN HILLE,

Die Ti­tel­aus­wahl ist ent­schei­dend.

2018 war an den Ak­ti­en­märk­ten bis­her er­eig­nis­reich – mit gros­sen Per­for­man­ce­un­ter­schie­den zwi­schen ein­zel­nen Sek­to­ren. So leg­ten Ti­tel der In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie im S&P 500 rund 8% zu, wäh­rend de­fen­si­ve Kon­sum­wer­te rund 14% ver­lo­ren. Ent­spre­chend wächst die Be­deu­tung ei­ner ge­ziel­ten Ein­zel­ti­tel­s­e­lek­ti­on. Ein in sich sehr he­te­ro­ge­ner und da­mit für die Ein­zel­ti­tel­aus­wahl in­ter­es­san­ter Sek­tor ist der Be­reich Ge­sund­heit. Das gilt eben­so für die ent­spre­chen­den Wan­del­an­lei­hen.

Re­gio­nal gibt es Un­ter­schie­de. In den USA gibt es das welt­weit gröss­te An­ge­bot an Wan­del­an­lei­hen aus dem Ge­sund­heits­sek­tor. Hier do­mi­nie­ren Un­ter­neh­men mit mitt­le­rer Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung aus dem Bo­ni­täts­spek­trum un­ter­halb An­la­ge­qua­li­tät (Non-In­vest­ment-Gra­de). Die Sub­sek­to­ren Bio­tech­no­lo­gie, Gen­tech­nik und Me­di­zin­tech­nik stel­len den Gross­teil der Emit­ten­ten, wie zum Bei­spiel Il­lu­mi­na, ein Her­stel­ler von Ge­rät zur Gen­tech­nik.

An­ders ver­hält es sich in Eu­ro­pa und Ja­pan: Hier kom­men die Emis­sio­nen eher von den gros­sen Phar­ma­kon­zer­nen mit ho­her Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung in An­la­ge­qua­li­tät (In­vest­ment Gra­de, IG). Bei­spiel ist Ter­umo, ein ja­pa­ni­scher Her­stel­ler von Kran­ken­haus­zu­be­hör. Glo­ba­le Prä­senz und ho­hes Um­satz- und Ge­winn­wachs­tum ge­ben der Ter­umo-Ak­tie seit fünf Jah­ren kräf­tig Auf­trieb.

Ge­gen­über ei­ner Ak­ti­en-Di­rekt­in­ves­ti­ti­on ha­ben Wan­del­an­le­hen den Vor­teil der de­fen­si­ve­ren Po­si­tio­nie­rung. Durch ih­re Kon­ve­xi­tät re­agie­ren sie nicht li­ne­ar auf den Kurs der un­ter­lie­gen­den Ak­tie. Je mehr er steigt, des­to stär­ker par­ti­zi­piert in der Re­gel auch die Wan­del­an­lei­he. Bei sin­ken­den Ak­ti­en­kur­sen ver­hält es sich um­ge­kehrt: Der Wand­ler ver­liert dann we­ni­ger als die Ak­tie, be­grenzt so­mit die Ver­lus­te.

Ne­ben der Kon­ve­xi­tät ha­ben Wan­del­an­lei­hen im Ge­sund­heits­sek­tor noch ei­nen wei­te­ren Vor­teil. Hier kommt es im­mer wie­der zu Über­nah­men. Wan­del­an­lei­hen ver­fü­gen in der Re­gel über star­ke Über­nah­me­klau­seln (Rat­che­tKlau­seln). Im Fal­le ei­ner Über­nah­me des Ba­sis­wer­tes wird der Hal­ter ei­ner Wan­del­an­lei­he «ent­schä­digt». Die­ser for­mel­ba­sier­te Aus­gleich kann zu star­ken Preis­sprün­gen des Wand­lers füh­ren und ist in sei­ner Art ein­zig­ar­tig.

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