Ce­va un­ter Druck

Die Va­lo­ren des Fracht­lo­gis­ti­kers lie­gen im Ver­gleich zur Kon­kur­renz weit zu­rück. Das liegt nicht nur an den Mo­da­li­tä­ten des Bör­sen­gangs.

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - CLAU­DIA LANZ- CARL

Seit dem Bör­sen­gang An­fang Mai be­wegt sich der Ak­ti­en­kurs des Fracht­lo­gis­ti­kers stark in ei­ne Rich­tung – nach un­ten. Doch die Ana­lys­ten se­hen Po­ten­zi­al.

Der Ak­ti­en­kurs von Ce­va Lo­gis­tics kennt seit dem Bör­sen­gang An­fang Mai nur ei­ne Rich­tung – nach un­ten. Das hat meh­re­re Grün­de, auch haus­ge­mach­te. In den nächs­ten Quar­ta­len muss der Fracht­lo­gis­ti­ker an bis­he­ri­ge ope­ra­ti­ve Fort­schrit­te an­knüp­fen. Das ist im ge­gen­wär­ti­gen Um­feld nicht leicht.

«Die Li­qui­di­tät in den Ak­ti­en ist noch ge­ring, und das ma­kro­öko­no­mi­sche Um­feld ist nicht hilf­reich», lau­tet der Er­klä­rungs­ver­such des Un­ter­neh­mens. Tat­säch­lich ste­hen Ce­va und an­de­re Bran­chen­ver­tre­ter im Bann von Han­dels­kon­flik­ten und Sor­gen über ei­ne Ab­schwä­chung der Welt­wirt­schaft.

Ein Drit­tel ha­ben die Va­lo­ren des Bör­sen­neu­lings seit der Pu­bli­kums­öff­nung ver­lo­ren. Dass Ce­va im Ver­gleich mit Kon­kur­ren­ten (vgl. Box) stär­ker nach­ge­ge­ben ha­ben, hängt auch mit Ent­schei­dun­gen im Vor­feld des Bör­sen­gangs zu­sam­men.

Der Emis­si­ons­preis von 27.50 Fr. lag am un­te­ren Rand der Band­brei­te. «Die Zeich­nen­den er­hiel­ten un­ty­pisch ho­he Zu­tei­lun­gen, na­he 100%», sagt Urs Beck von EFG As­set Ma­nage­ment. Er ist mit dem Swiss Select Equi­ty Fund in Ce­va in­ves­tiert. Die Voll­zu­tei­lung ha­be au­to­ma­tisch zu Ver­kaufs­be­darf ge­führt, er­klärt Fonds­ma­na­ger Beck. Aus dem Ban­ken­um­feld wird das be­stä­tigt. Ce­va Lo­gis­tics brauch­te auf­grund der an­ge­spann­ten bi­lan­zi­el­len Si­tua­ti­on re­la­tiv viel neue Ei­gen­mit­tel. Das Er­lös­ziel von 1,2 Mrd. Fr. stand von An­fang an fest, die An­zahl Ak­ti­en war nicht fest­ge­legt. Je we­ni­ger die An­le­ger zu zah­len be­reit wa­ren, des­to mehr Ak­ti­en ka­men auf den Markt. Es wa­ren al­so reich­lich Ce­va-Ak­ti­en vor­han­den, was zu ei­nem An­ge­bots­über­hang führ­te.

Der Lo­gis­ti­ker steht in­des nicht al­lei­ne da, auch an­de­re Bör­sen­gän­ge (Initi­al Pu­b­lic Of­fe­ring, IPO) wa­ren im lau­fen­den Jahr nicht er­folg­reich. Das Phar­ma­un­ter­neh­men Po­ly­phor und der Ma­schi­nen­bau­er Klin­geln­berg no­tie­ren der­zeit un­ter dem Emis­si­ons­preis, wenn auch mit ei­nem we­ni­ger gros­sen Ab­schlag als Ce­va.

Qua­li­tät ge­sucht

Die Ak­tio­närs­struk­tur von Ce­va könn­te eben­falls hin­ein­spie­len. Es do­mi­nie­ren In­sti­tu­tio­nel­le, auch op­por­tu­nis­ti­sche Hedge Funds. Küh­ne+Na­gel und Pa­nal­pi­na ha­ben mit Klaus-Micha­el Küh­ne (53,3% via Küh­ne Hol­ding) bzw. Ern­s­tGöh­ner-Stif­tung (45,9%) An­ker­in­ves­to­ren. Short-Sel­ling dürf­te da­ge­gen nicht den Aus­schlag ge­ge­ben ha­ben. Ge­mäss dem Da­ten­dienst­leis­ter Mar­kit ka­men Ce­va am Mon­tag auf 1,1% leer­ver­kauf­ter Ti­tel (vgl. Gra­fik 1), was in et­wa dem Durch­schnitt im Schwei­zer Markt ent­spricht.

Es gibt an­de­re Grün­de, war­um Ce­va für vie­le In­ves­to­ren nicht ers­te Wahl sind. In

Sor­gen über ei­ne Ab­schwä­chung des Welt­han­dels tref­fen Ce­va Lo­gis­tics.

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