Face­book in Not

Ei­ne Viel­zahl schlech­ter Nachr

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - THORS­TEN RIEDL

Ha­cker-Atta­cken, Ma­nage­men­t­ab­gän­ge, Druck von der Po­li­tik: Für das füh­ren­de so­zia­le Netz läuft im Mo­ment schief, was schief­lau­fen kann. Mit Blick auf die nächs­te Quar­tals­bi­lanz, die En­de Ok­to­ber an­steht, ver­heisst das we­nig Gu­tes.

Den Weg von Goog­le wird Face­book nicht ge­hen: An­fang Wo­che wur­de be­kannt, dass das so­zia­le Netz der Al­pha­bet­Toch­ter ein Leck hat. Seit 2015 schon. Die Da­ten von wo­mög­lich ei­ner hal­ben Mil­li­on Goo­glePlus­Nut­zer wur­den ge­stoh­len. Na­me, Adres­se, E­Mail, Ge­burts­da­tum – ein ge­fun­de­nes Fres­sen für Ha­cker. Die Fol­ge: Das Goog­le­Plus­Netz wird im Som­mer 2019 ein­ge­stellt. An­ders als Face­book hat Goog­le aber nie wirk­lich Fuss ge­fasst im So­ci­al­Me­dia­Seg­ment. Doch auch bei Face­book hängt der künf­ti­ge Er­folg vom Um­gang mit Lü­cken und dem Schutz der Da­ten ab – und ge­ra­de läuft schief, was schief­lau­fen kann.

2,2 Mrd. Men­schen welt­weit nut­zen Face­book min­des­tens ein­mal im Mo­nat. 1,5 Mrd. ge­brau­chenWhatsApp, die Mit­tei­lungs­platt­form des Kon­zerns für das Smart­pho­ne, und 1 Mrd. grei­fen zu Ins­ta­gram, um an­de­ren über Bil­der ihr Le­ben mit­zu­tei­len. So weist es Face­book auf der Web­site aus. Die Zei­ten un­ge­zü­gel­ten Wachs­tums al­ler­dings sind vor­über: Seit An­fang 2017 schon sinkt die Zahl der mo­nat­li­chen Nut­zer auf Face­book kon­ti­nu­ier­lich (vgl. Gra­fik). Es wird öf­fent­lich viel mehr über Da­ten­lecks, Da­ten­miss­brauch und Da­ten­schutz dis­ku­tiert. Und der Markt­füh­rer steht im Fo­kus, denn nie­mand ver­steht es so gut wie Face­book, an die Da­ten sei­ner Nut­zer zu kom­men und die­se aus­zu­wer­ten.

Er­höh­te Sen­si­bi­li­tät

Das kann je­der, der auf Face­book un­ter­wegs ist, im Selbst­ver­such fest­stel­len: Wie span­nend sind die On­line­An­non­cen in der ei­ge­nen Ti­me­li­ne? Je bes­ser ei­nem die Wer­bung ge­fällt, um­so mehr per­sön­li­che Da­ten hat Face­book ge­sam­melt, um die In­for­ma­tio­nen ziel­ge­rich­tet auf den je­wei­li­gen Nut­zer zu­zu­schnei­den. Die Al­go­rith­men von Goog­le, Twit­ter & Co. sind längst nicht so gut.

Doch die Po­li­tik hat sich Face­book vor­ge­nom­men. Der Skan­dal um Cam­bridge Ana­ly­ti­ca hat bei vie­len das Be­wusst­sein um die Sen­si­bi­li­tät per­sön­li­cher Da­ten erst ge­weckt. Die bri­ti­sche Ana­ly­se­fir­ma soll von Face­book den Zu­gang zu Nut­zer­da­ten er­hal­ten – und so ge­zielt den US­Wahl­kampf ma­ni­pu­liert ha­ben. Hin­zu kam in die­sem Früh­jahr die Da­ten­schutz­Gr­und­ver­ord­nung (DSGVO). Das Re­gel­werk gilt zwar nur in der Eu­ro­päi­schen Uni­on – aber für al­le Un­ter­neh­men, die in dem Wirt­schafts­

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.