Bör­se Schweiz

Küh­ne + Na­gel hal­ten sich dank Hoch­stu­fung. Ge­winn­mit­nah­men be­las­ten Vi­for und Giv­au­dan.

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - GA­BI WÜ­TH­RICH

Die Schwei­zer Bör­se hat sich der Ab­wärts­ten­denz an den Ak­ti­en­märk­ten zum Wo­chen­start nicht ent­zie­hen kön­nen: Der Swiss Mar­ket In­dex (SMI) rutsch­te am Di­ens­tag zwi­schen­zeit­lich un­ter die Mar­ke von 8900, er­hol­te sich aber zum Han­dels­en­de, so­dass imVer­gleich mit dem Frei­tags­schluss ein Mi­nus von 0,9% auf 8964,1 re­sul­tier­te.

Der an­hal­ten­de Kon­flikt zwi­schen der ita­lie­ni­schen Re­gie­rung und der EU so­wie schwa­che Vor­ga­ben aus Asi­en be­las­te­ten die Va­lo­ren der Gross­ban­ken CS Group (–1,8% seit Frei­tag) und UBS (–2,2%), die auf Jah­res­tief ge­fal­len sind. Zu­dem hat in Frank­reich der Pro­zess ge­gen die UBS we­gen mög­li­cher Steu­er­be­trü­ge­rei­en be­gon­nen. Ju­li­us Bär (–2,7%) ha­ben noch stär­ker ein­ge­büsst, nach­dem das ka­na­di­sche Ana­ly­sehaus RBC die Va­lo­ren auf «Sec­tor Per­form» ab­ge­stuft und das Kurs­ziel von 64 auf 55 Fr. re­du­ziert hat­te. Als Grün­de nann­te die zu­stän­di­ge Ana­lys­tin die rück­läu­fi­gen Ak­ti­en­märk­te und Rechts­strei­tig­kei­ten. Oh­ne Un­ter­neh­mens­nach­rich­ten zo­gen die we­nig li­qui­den Ti­tel der Bank Linth hin­ge­gen 10,5% an.

Als zy­klisch gel­ten­de Ak­ti­en wie ABB (–1,2%), Ge­org Fi­scher (–2,1%), SGS (–2,1%) und Schind­ler (PS, –2,3%) lit­ten eben­falls un­ter dem schwa­chen Markt­um­feld. Lan­dis+Gyr (+1,3%) er­hol­ten sich da­ge­gen et­was von den Vor­wo­chen­ver­lus­ten. Die Va­lo­ren des Fracht­lo­gis­ti­kers Küh­ne + Na­gel (+0,6%) hiel­ten sich dank ei­ner Hoch­stu­fung auf «Out­per­form» durch RBC zwar bes­ser als der Ge­samt­markt, schaff­ten es aber nur knapp in die Ge­winn­zo­ne. Die Be­wer­tung sei mo­de­rat und die Di­vi­den­den­ren­di­te at­trak­tiv, hiess es zur Be­grün­dung. Die Wett­be­wer­ber­ti­tel Ce­va (–0,6%) fie­len wei­ter (vgl. Sei­te 10).

Adec­co schwä­cheln

Adec­co (–1,4%) no­tie­ren eben­falls auf ei­nem Jah­res­tief, nach­dem die jüngs­ten Ar­beits­markt­zah­len aus Frank­reich schlech­ter aus­ge­fal­len sind als er­war­tet. Frank­reich ist für den Tem­po­r­ärstel­len­ver­mitt­ler mit Ab­stand der wich­tigs­te Markt. Ent­ge­gen der Ein­schät­zung von Öko­no­men ha­ben die Vo­lu­men im fran­zö­si­schen Tem­po­r­ärstel­len­markt im Sep­tem­ber er­neut ab­ge­nom­men.

Auch die Pharma-Blue-Chips ver­moch­ten sich dem Ab­wärts­trend nicht zu ent­zie­hen: No­var­tis wa­ren 0,8% schwä­cher, ob­wohl der Phar­ma­rie­se das Mul­ti­pleSk­le­ro­se-Me­di­ka­ment Si­poni­mod in der EU und in den USA zur Zu­las­sung ein­ge­reicht hat (vgl. Sei­te 13). Ro­che (GS, –0,3%) kün­dig­te an, am dies­jäh­ri­gen Krebs-Fach­kon­gress ESMO in Mün­chen ei­ne Viel­zahl von Da­ten aus den der­zeit lau­fen­den Krebs­stu­di­en vor­zu­le­gen. In Vi­for Pharma (–7%) setz­ten sich die Ge­winn­mit­nah­men nach dem In­ves­to­ren­tag der Vor­wo­che fort. Der zu­stän­di­ge UBS-Ana­lyst mein­te, das Un­ter­neh­men ha­be am In­ves­to­ren­tag zwar ei­ni­ge Be­den­ken aus­ra­die­ren kön­nen, neue sei­en aber hin­zu­ge­kom­men.

Giv­au­dan (–1,3%) lit­ten nach den über­zeu­gen­den Um­satz­zah­len eben­falls un­ter Ge­winn­mit­nah­men (vgl. Sei­te 10). Da­ge­gen liess ei­ne Kurs­ziel­sen­kung durch die Ju­li­us-Bär-Ana­lys­ten die Ak­ti­en Ems-Che­mie (–2,4%) auf Jah­res­tief sin­ken.

Sor­gen um So­no­va

Die über­ra­schen­de Zu­las­sung für ein selbst an­pass­ba­res Hör­ge­rät, das vom US-Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik­spe­zia­lis­ten Bo­se her­ge­stellt wird, liess So­no­va 9,4% ein­bre­chen (vgl. Sei­te 1). Die An­le­ger fürch­ten of­fen­bar, der Hör­ge­rä­te­her­stel­ler könn­te we­gen der ver­gleichs­wei­se güns­ti­gen Kon­kur­renz Markt­an­tei­le ver­lie­ren.

Bar­ry Cal­le­baut (+3,1%) ge­hör­ten zu den we­ni­gen Ge­win­nern: So­wohl Hel­vea wie Gold­man Sachs ha­ben die Kurs­zie­le für die Va­lo­ren des Scho­ko­la­de­pro­du­zen­ten leicht an­ge­ho­ben. Die Va­lo­ren des SMI-Schwer­ge­wichts Nest­lé (+0,1%) hiel­ten sich eben­falls so­li­de. Die an­ge­kün­dig­ten Pro­duk­ti­ons­um­schich­tun­gen in Ma­lay­sia dürf­ten die Ti­tel kaum be­wegt ha­ben (vgl. Sei­te 13).

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