Mi­cro­soft stellt das Ge­schäft wei­ter auf Cloud-Di­enst­leis­tun­gen um

CEO Sa­tya Na­del­la treibt den Um­bau des Soft­ware­kon­zerns mit Ver­ve vor­an.

Finanz und Wirtschaft - - OLOGIE - TR

Zu­käu­fe und in­ter­es­san­te Ei­gen­ent­wick­lun­gen zei­gen: Der Um­bau bei Mi­cro­soft schrei­tet vor­an. CEO Sa­tya Na­del­la, im Amt seit vier­ein­halb Jah­ren, baut den Soft­warekon­zern ziel­stre­big in Rich­tung ei­nes Cloud-An­bie­ters um. Für An­le­ger dürf­te sich das wei­ter aus­zah­len.

Als Na­del­la die Füh­rung des Un­ter­neh­mens 2014 über­nahm, hat­te Mi­cro­soft ei­ni­ge span­nen­de Ent­wick­lun­gen ver­schla­fen. Die Smart­pho­ne-Re­vo­lu­ti­on bei­spiels­wei­se fand trotz des Zu­kaufs der Mo­bil­spar­te von No­kia oh­ne den Soft­warekon­zern aus Red­mond statt. Der 51-jäh­ri­ge Na­del­la hat das Un­ter­neh­men wie­der auf Tou­ren ge­bracht. Das Cloud-Ge­schäft von Mi­cro­soft, al­so je­nes mit Di­enst­leis­tun­gen in Re­chen­zen­tren, aus­ge­lie­fert über das In­ter­net, steht für ein Vier­tel des Kon­zern­um­sat­zes in Hö­he von 110,4 Mrd. $ im ab­ge­lau­fe­nen Ge­schäfts­jahr. Das Un­ter­neh­men rech­net wei­ter mit ei­nem or­ga­ni­schen Zu­wachs im Seg­ment Com­mer­ci­al Cloud von 50%.

Mit Zu­käu­fen stützt Mi­cro­soft die Ent­wick­lung. So ha­be die EU-Kom­mis­si­on die Zu­las­sung für die Über­nah­me der Web­site Git­Hub er­teilt, mel­det die Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters. Auf dem On­lin­e­por­tal kön­nen Ent­wick­ler ih­re Soft­ware für die All­ge­mein­heit be­reit­stel­len. Im Som­mer hat­te Mi­cro­soft die Über­nah­me für 7,5 Mrd. $ an­ge­kün­digt. Git­Hub soll Teil des Cloud-Ge­schäfts wer­den.

Eben­so um das The­ma Cloud geht es bei ei­ner Ei­gen­ent­wick­lung von Mi­cro­soft – wenn auch ganz an­ders. Das Un­ter­neh­men ar­bei­tet an ei­nem Clou­dS­trea­m­ing-Di­enst für Spie­le. Soll­te das Pro­jekt xC­loud ge­lin­gen, könn­ten auch gra­fisch auf­wen­di­ge Com­pu­ter­spie­le platt­for­mun­ab­hän­gig aus­ge­strahlt wer­den, auf PCs, Spiel­kon­so­len, Smart­pho­nes oder Ta­blets. Hoch­wer­ti­ge Com- pu­ter­spie­le lau­fen bis­lang in der Re­gel auf hoch­ge­rüs­te­ter Hard­ware. Goog­le, Nvi­dia und So­ny ar­bei­ten eben­so am The­ma. Spie­ler gel­ten als lu­kra­ti­ve Ziel­grup­pe. Die An­bie­ter wür­den von AboGe­büh­ren pro­fi­tie­ren. Leid­tra­gen­de wä­ren vor al­lem PC-Her­stel­ler wie Dell, Le­no­vo oder Acer, die zu ei­nem re­la­tiv ho­hen Preis auf Spie­ler aus­ge­rich­te­te Com­pu­ter an­bie­ten.

Die drit­te Mi­cro­soft-Mel­dung der ver­gan­ge­nen Ta­ge hat erst auf den zwei­ten Blick et­was mit der Cloud zu tun. Der Soft­warekon­zern in­ves­tiert in Gr­ab, ein asia­ti­scher Fahr­dienst­ver­mitt­ler ähn­lich wie Uber. Die Be­tei­li­gung soll Mel­dun­gen zu­fol­ge 200 Mio. $ be­tra­gen, was Gr­ab mit mehr als 10 Mrd. $ be­wer­ten wür­de. Bei­de Tech-Un­ter­neh­men wol­len ge­mein­sam an The­men wie der Er­ken­nung von Pas­sa­gie­ren oder Über­set­zun­gen in Echt­zeit ar­bei­ten. Und die Cloud kommt auch noch ins Spiel: Gr­ab wird ex­klu­siv die Cloud-Lö­sun­gen von Mi­cro­soft nut­zen. Das Kurs-Ge­win­nVer­hält­nis 2018/19 des Soft­ware­kon­zerns er­reicht ak­tu­ell 26. Die Pa­pie­re sind seit An­fang Jahr 30% ge­stie­gen. Erst bei Rück­schlä­gen wür­den sie wie­der at­trak­tiv, denn das Cloud-The­ma birgt noch Po­ten­zi­al.

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