Fin­det sich nach der De­fen­si­ve wie­der

Ich­ten beim Markt­füh­rer zieht das gan­ze Seg­ment nach un­ten.

Finanz und Wirtschaft - - OLOGIE -

raum tä­tig sind, al­so auch für ei­nen USKon­zern wie Face­book.

Die DSVGO re­gelt die Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten und schreibt un­ter an­de­rem emp­find­li­che Stra­fen vor: So hat Face­book En­de Sep­tem­ber den Dieb­stahl der Da­ten von 50 Mio. Nut­zern durch Ha­cker ge­mel­det, der gröss­te Vor­fall in der 14-jäh­ri­gen His­to­rie des so­zia­len Net­zes. Un­klar ist je­doch, ob die Mel­dung in­ner­halb der 72-St­un­den-Frist er­folg­te, die von der DSVGO vor­ge­schrie­ben wird. Wenn nicht, könn­te ei­ne Bus­se in Hö­he von 2% des jähr­li­chen Face­book-Um­sat­zes dro­hen, bis zu 1 Mrd. $. Oder so­gar mehr, wenn die Be­hör­den fest­stel­len, dass Face­book nicht ge­nug un­ter­nom­men hat, um die Da­ten zu schüt­zen.

In die­ser Fra­ge zu­min­dest gibt es beim Goog­le-Plus-Leck kei­ne Zwei­fel. Seit 2015 be­stand das Si­cher­heits­pro­blem schon. Pu­blik wur­de es durch das «Wall Street Jour­nal». Ge­mäss ei­nem in­ter­nen Me­mo, aus dem die Zei­tung zi­tiert, woll­te Goog­le in der Rei­he der Da­ten­skan­da­le «nicht ne­ben oder so­gar an­stel­le von Face­book ins Ram­pen­licht» ge­ra­ten. Der Vor­fall wirft da­für nun ein schlech­tes Licht auf die ge­sam­te Bran­che.

Rück­zug aus So­ci­al Me­dia

Face­book-Ak­ti­en ha­ben seit An­fang Ju­li 23% ver­lo­ren, der Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter kommt auf ein Mi­nus von 35 und die bei Ju­gend­li­chen be­lieb­te Snap auf ei­nen Ab­schlag von 45%. Goog­le-Mut­ter Al­pha­bet liegt im Ver­gleich nur leicht im Mi­nus. Die So­ci­al-Me­dia-Spar­te hat noch nie rich­tig zum Ge­schäfts­er­folg des Such­ma­schi­nen­kon­zerns bei­ge­tra­gen.

Im Fo­kus in­des bleibt Face­book: Im Früh­jahr ver­liess Whats­App-Grün­der Jan Ko­um das Un­ter­neh­men, weil er die Da­ten der Nut­zer nicht ge­nü­gend ge­schützt sah und Wer­bung in der Smart­pho­ne-App be­fürch­tet. Vor we­ni­gen Ta­gen folg­ten Ins­ta­gram-Grün­der Ke­vin Systrom und Mi­ke Krie­ger aus ganz ähn­li­chen Be­weg­grün­den. Sie wol­len sich nun «dem nächs­ten Ka­pi­tel» wid­men, was auch «Neu­es er­schaf­fen» be­deu­te, er­klär­ten sie nach ih­rem Ab­gang.

Aus dem Frust her­aus könn­te al­so durch­aus der nächs­te Face­book-Ri­va­le er­wach­sen. Ähn­li­ches plant auch Tim Ber­ners-Lee, der als Er­fin­der der WWWStruk­tur ei­nen wich­ti­gen Grund­stein für das In­ter­net in sei­ner mo­der­nen Form ge­legt hat. «Ich ha­be im­mer ge­glaubt, dass das In­ter­net für al­le da ist», schreibt er in ei­nem De­bat­ten­bei­trag. Statt­des­sen herrsch­ten heu­te «Un­ge­rech­tig­keit und Spal­tung». Er hat das Start-up In­rupt ge­grün­det, das mit­tel­fris­tig dem Nut­zer die Kon­trol­le über sei­ne Da­ten wie­der­ge­ben will. En­de Ok­to­ber zieht Face­book Bi­lanz für das ab­ge­lau­fe­ne Quar­tal. An­le­ger dür­fen an­ge­sichts der Viel­zahl schlech­ter Nach­rich­ten kaum mit ei­ner po­si­ti­ven Über­ra­schung rech­nen.

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