Ho­he Zin­sen, fes­ter Dol­lar?

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Ei­nes der Haupt­ar­gu­men­te zu­guns­ten ei­nes stär­ke­ren Dol­lars lau­tet: Die US-No­ten­bank er­höht die Zin­sen und kur­belt so die Dol­lar­nach­fra­ge an. Aber die Rea­li­tät ist schwie­ri­ger. In den letz­ten sie­ben Pha­sen, in de­nen die US-Leit­zin­sen stie­gen, wer­te­te sich die Lan­des­wäh­rung nur ein Mal klar auf.

In den an­de­ren sechs Pe­ri­oden no­tier­te der Dol­lar ge­gen­über den sie­ben wich­tigs­ten Wäh­run­gen am En­de des Zins­er­hö­hungs­zy­klus stets tie­fer als am An­fang (vgl. Gra­fik).

Der Aus­weis über­rascht und wi­der­spricht dem Bauch­ge­fühl. Aber es gibt gu­te Grün­de da­für. So kommt es auf die Zins­dif­fe­renz an. Ent­schei­dend ist, um wie viel das Aus­land eben­falls das Zins­ni­veau er­höht. Wech­sel­kur­se sind re­la­ti­ve Prei­se. Aus­ser­dem bil­den sich die Kur­se auf Ba­sis von Er­war­tun­gen, Fak­ten wer­den nur dar­auf ab­ge­checkt, ob die An­nah­men ein­ge­trof­fen sind oder nicht. So wer­te­te sich der Dol­lar im Lau­fe des Jah­res 2015 deut­lich auf, in der Er­war­tung, dass das Fed die Leit­zin­sen er­hö­hen wür­de. Als es dann im De­zem­ber zur Tat schritt, war es mit die­ser Kurs­ral­ly erst ein­mal vor­bei.

Das lässt sich auch heu­te be­ob­ach­ten.

Die Dol­lar­pro­gno­sen wä­gen ab, wie häu­fig das Fed 2019 und 2020 die Zin­sen noch er­hö­hen wird und wann Eu­ro­pa end­lich nach­zieht. Dann nimmt die er­war­te­te Zins­dif­fe­renz ab – zu­las­ten des Dol­lars.

Dol­lar­freund­lich sind Zins­er­hö­hun­gen im­mer dann, wenn die Re­al­zin­sen stei­gen, weil die Pro­duk­ti­vi­tät zu­nimmt und Un­ter­neh­men in den USA in­ves­tie­ren. Denn dann ver­bes­sern sich dort die Ge­winn­per­spek­ti­ven. Po­si­tiv wir­ken sich Zins­er­hö­hun­gen auch aus, wenn die Vo­la­ti­li­tät auf den Märk­ten nied­rig bleibt. De­vi­sen­händ­ler schau­en näm­lich auf die um die Vo­la­ti­li­tät (Ri­si­ko) be­rei­nig­te Ren­di­te des Dol­lars. Lockt sie, kau­fen sie die US-Wäh­rung und be­flü­geln so den Kurs.

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