Cham­pi­on der Di­vi­den­den­zah­ler

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Die Ak­ti­en von Zu­rich In­suran­ce glän­zen wie­der. Seit Mit­te 2016 sind sie dem Swiss Mar­ket In­dex vor­aus. Zu je­nem Zeit­punkt wur­de Ma­rio Gre­co Kon­zern­chef. Er ver­kauf­te Un­ter­neh­mens­tei­le, die er als un­er­gie­big oder als chan­cen­los be­ur­teil­te. Zu­dem ver­sprach er, die ope­ra­ti­ven Kos­ten bis 2019 mas­siv zu ver­schlan­ken. 2015 hat­te sich der Un­ter­neh­mens­ge­winn hal­biert, weil völ­lig über­ra­schend Tei­le des US-Ge­schäfts sa­niert wer­den muss­ten.

In Gre­cos Amts­zeit hat sich ei­ni­ges ver­bes­sert. Aber die Er­trags­mar­ge im Be­reich Scha­den­ver­si­che­rung konn­te nicht auf das Ziel­ni­veau ge­stei­gert wer­den. Sie ent­sprach für das ers­te Se­mes­ter 2,5%, aus­ge­hend vom Scha­den-Kos­ten-Satz von 97,5%. Der dop­pelt so gros­se deut­sche Wett­be­wer­ber Al­li­anz wies ei­ne Ge­samt­kos­ten­quo­te von 95% aus, die ita­lie­ni­sche Ge­ne­ra­li – wo Gre­co von 2012 bis 2016 Chef war – zeig­te gar ei­nen Scha­den-Kos­ten-Satz von le­dig­lich 92% der Spar­ten­ein­nah­men.

Das Kon­zern­er­geb­nis von Zu­rich In­suran­ce war 2017 zu­rück­ge­fal­len, be­son­ders weil die Hur­ri­kan­se­rie am Golf von Me­xi­ko so­wie Forst­brän­de in den USA grös­se­re Zah­lun­gen ver­ur­sach­ten, als für sol­che Er­eig­nis­se bud­ge­tiert war.

Wie die Zu­rich-Grup­pe zum ei­nem breit ko­ope­rie­ren­den Ser­vice­dienst­leis­ter wer­den und da­bei die Pro­fi­ta­bi­li­tät wei­ter ver­bes­sern kann, er­läu­tert Gre­co im In­ter­view. Der CEO kann da­bei auf ei­ne kräf­ti­ge Ka­pi­tal­aus­stat­tung und ei­ne Er­trags­kom­po­nen­te bau­en, die im Kon­kur­renz­ver­gleich her­aus­sticht. Die Ren­di­te der Ei­gen­mit­tel – aus­ge­hend vom Be­triebs­ge­winn be­rech­net – über­traf im ers­ten Se­mes­ter den Ziel­wert von 12%. Im Bran­chen­ver­gleich ist die Zu­rich-Grup­pe über­durch­schnitt­lich ren­ta­bel. Nicht un­we­sent­lich da­bei ist, dass der Kon­zern dank des Auf­trags zur Füh­rung des Be­triebs der US-Ver­si­che­rungs­ge­nos­sen­schaft Far­mers ei­nen sub­stan­zi­el­len Er­trags­an­teil ver­bucht, dass je­doch die­ser Ge­schäfts­teil nur we­nig Ei­gen­mit­tel bin­det.

Die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te ver­harrt bei 10% der Bi­lanz­sum­me. Sie ent­spricht et­wa dem Durch­schnitts­wert der Ver­si­cherer­bran­che. Die Sol­venz­wer­tung der Fi­nanz­markt­auf­sicht zeigt ein Ver­hält­nis von über 200% des Min­des­ter­for­der­nis­ses. Die Ka­pi­tal­aus­stat­tung ist da­mit mehr als reich­lich.

«Fi­nanz und Wirt­schaft» schätzt, dass sich der Ge­winn 2018 deut­lich vom be­las­te­ten Vor­jah­res­er­geb­nis ab­he­ben wird. Die Pro­gno­se geht da­von aus, dass das Ma­nage­ment die Kos­ten­ba­sis sen­ken kann und dass Zah­lun­gen für Schä­den von Na­tur­er­eig­nis­sen im Rah­men des Bud­gets aus­fal­len. Für 2019 ist bei glei­chen Prä­mis­sen ei­ne Er­geb­nis­stei­ge­rung um wei­te­re 7% rea­lis­tisch.

Ge­mes­sen am Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2019 von 12 no­tie­ren die Pa­pie­re im obe­ren Be­reich des mehr­jäh­ri­gen Be­wer­tungs­bands. Das be­grenzt das Kur­s­po­ten­zi­al. Aber auf län­ge­re Sicht müss­te sich ein Kauf der Ak­ti­en den­noch loh­nen. Die Aus­sicht dar­auf, dass nächs­ten Früh­ling die be­reits ho­he Di­vi­den­de noch ge­stei­gert wird, stützt den Kurs. Auf Ba­sis ei­ner auf 18.50 Fr. er­war­te­ten Di­vi­den­de er­rech­net sich ei­ne Aus­schüt­tungs­ren­di­te von 5,9%.

Al­le Fi­nanz­da­ten zu Zu­rich In­suran­ce im Ak­ti­en­füh­rer:

www.fuw.ch/ZURN

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