Zit­ter­par­tie

Die Gre­mi­en des Back­wa­ren­kon­zerns be­für­wor­ten uni­so­no die Ka­pi­tal­er­hö­hung. Die GV tagt am 1. No­vem­ber.

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Für den Aryz­ta-VR geht es um al­les. In der Ein­la­dung zur GV wirbt er ein­dring­lich um Un­ter­stüt­zung für die Ka­pi­tal­er­hö­hung. Der Markt bleibt skep­tisch.

In der Ein­la­dung zur Ge­ne­ral­ver­samm­lung rührt der Aryz­ta-Ver­wal­tungs­rat die Wer­be­trom­mel für die Ka­pi­tal­er­hö­hung um 800 Mio. €. Sie soll ei­ne «nach­hal­ti­ge Ka­pi­tal­ba­sis zur Un­ter­stüt­zung un­se­rer Kun­den und Be­trie­be» er­mög­li­chen und da­zu bei­tra­gen, die neue Stra­te­gie um­zu­set­zen, schreibt VR-Prä­si­dent Ga­ry McGann an die Ak­tio­nä­re.

«Der Ver­wal­tungs­rat ist ein­stim­mig der An­sicht, dass die Ka­pi­tal­er­hö­hung not­wen­dig ist, um den Tur­naround-Plan er­folg­reich durch­zu­zie­hen», hält das Auf­sichts­gre­mi­um in ei­ner gleich­zei­tig ver­schick­ten Me­di­en­mit­tei­lung fest. Die Ka­pi­tal­er­hö­hung sei im In­ter­es­se al­ler Sta­ke­hol­der des Un­ter­neh­mens. Oh­ne die Ka­pi­tal­er­hö­hung wer­de es für Aryz­ta schwie­rig, un­ter­streicht McGann die Dring­lich­keit. Das Un­ter­neh­men könn­te zu we­nig Li­qui­di­tät und Um­lauf­ver­mö­gen ha­ben, um das Ge­schäft mit­tel­fris­tig auf­recht­zu­er­hal­ten, hiess es wei­ter. 500 Mio. € will Aryz­ta für den Schul­den­ab­bau ver­wen­den. Zu­dem sol­len 150 Mio. € in das Kos­ten­sen­kungs­pro­gramm Re­new flies­sen. Den Rest will Aryz­ta zur Stär­kung des Um­lauf­ver­mö­gens nut­zen.

Er­hö­hung mit Be­zugs­recht

Kon­kret soll das Ak­ti­en­ka­pi­tal um rund 912 Mio. Fr. durch die Aus­ga­be von bis zu 45 607 600 000 voll zu li­be­rie­ren­den Na­men­ak­ti­en auf­ge­stockt wer­den. Den end­gül­ti­gen Be­trag der Ka­pi­tal­er­hö­hung, die de­fi­ni­ti­ve An­zahl neu­er Ti­tel und ih­ren Be­zugs­preis wird der Ver­wal­tungs­rat spä­tes­tens am Tag vor der GV fest­le­gen und den Ak­tio­nä­ren spä­tes­tens am Mor­gen des 1. No­vem­ber mit­tei­len. Der Be­trag ist auch ab­hän­gig vom Eu­ro­wech­sel­kurs.

Ein Ban­ken­syn­di­kat hat, die Zu­stim­mung der Ak­tio­nä­re vor­aus­ge­setzt, die Emis­si­on fest über­nom­men. Be­ste­hen­den Ak­tio­nä­ren wird vor­ab ein Be­zugs­recht für je­de am 6. No­vem­ber nach Han­dels­schluss ge­hal­te­ne Ak­tie zu­ge­teilt. Die Be­zugs­rech­te sol­len vom 7. bis 13. No­vem­ber an der SIX ge­han­delt wer­den kön­nen. Die Be­zugs­frist soll vom 7. bis 15. No­vem­ber lau­fen.

Für die Bank Von­to­bel ent­spricht ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung um 800 Mio. € ei­nem Mi­ni­mum. In ih­ren An­nah­men zur künf- ti­gen Cash-Ge­ne­rie­rung geht sie in ers­ter Li­nie von ei­nem Aus­ga­be­preis von 6 Fr. für die neu­en Ak­ti­en aus.

Ver­schul­dung bleibt hoch

Auch nach der Ka­pi­tal­er­hö­hung wer­de Aryz­ta re­la­tiv hoch ver­schul­det sein, schreibt McGann, doch ge­win­ne das Un­ter­neh­men an Fle­xi­bi­li­tät, auch zur Ve­räus­se­rung von Ver­mö­gens­wer­ten. Per En­de Ge­schäfts­jahr 2017/18 wies Aryz­ta ei­nen Net­to­ver­schul­dungs­grad (inkl. hy­bri­der In­stru­men­te) vom 7,7-Fa­chen des Be­triebs­ge­winns vor Ab­schrei­bun­gen und Amor­ti­sa­tio­nen (Ebit­da) aus. Durch die Ka­pi­tal­er­hö­hung wür­de der Ver­schul­dungs­grad auf gut das 5-Fa­che des Ebit­da zu­rück­ge­hen. Im Be­reich vor­ran­gi­ge Ver­bind­lich­kei­ten (Se­ni­or Debt) hat­te die Ver­schul­dung En­de Ju­li 5,1-mal dem Ebit­da ent­spro­chen. Die Kre­dit­be­din­gun­gen der Ban­ken se­hen ei­nen Ver­schul­dungs­grad von 3,83-mal Ebit­da vor.

Aryz­tas Zit­ter­par­tie um die Ka­pi­tal­er­hö­hung ist in die ent­schei­den­de Pha­se ge­tre­ten. Ihr Aus­gang ist of­fen. Die Bank Von­to­bel sieht die Ak­tie in zwölf Mo­na­ten neu bei 7 statt 8 Fr. und stuft sie von «Hal­ten» auf «Re­du­zie­ren» zu­rück. Ei­ne Ein­schät­zung, die den Va­lo­ren am Frei­tag noch­mals zu­setz­te. An­le­ger soll­ten bis zum GV-Ent­scheid bzw. zur Klä­rung der La­ge war­ten, be­vor sie ein En­ga­ge­ment in Be­tracht zie­hen.

Al­le Fi­nanz­da­ten zu Aryz­ta im On­line-Ak­ti­en­füh­rer:www.fuw.ch/ARYN

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