750 000 Fr. für Guy Lach­ap­pel­le

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Am Sams­tag er­hal­ten die De­le­gier­ten von Raiff­ei­sen Schweiz die Ein­la­dung und die Trak­tan­den­lis­te für ih­re Ver­samm­lung (DV) am 10. No­vem­ber in Brugg. Die wich­tigs­te Ent­schei­dung der Ver­tre­ter der 246 Raiff­ei­sen­ban­ken ist die Wahl ei­nes neu­en Ver­wal­tungs­rats­prä­si­den­ten ( VRP). Zur Wahl steht der Chef der Bas­ler Kan­to­nal­bank (BKB) Guy Lach­ap­pel­le. Auch wenn Lach­ap­pel­le erst am 22. Ok­to­ber die Lei­tung der BKB ab­ge­ben und auf Wahl­kampf­tour ge­hen wird, scheint ihm nach In­for­ma­tio­nen von «Fi­nanz und Wirt­schaft» heu­te schon die Mehr­heit der De­le­gier­ten­stim­men si­cher (www.fuw.ch/131018-4).

Of­fen­bar nur ei­ne klei­ne Grup­pe in­ner­halb Raiff­ei­sens steht ihm we­gen sei­ner

Rol­le rund um den Be­trugs­fall der In­vest­ment­ge­sell­schaft ASE kri­tisch ge­gen­über. Die BKB war De­pot­bank der ASE, die ih­re Kun­den um 170 Mio. Fr. be­trog. 2012 flog der Be­trug auf, Lach­ap­pel­le war da­mals be­reits Ge­schäfts­lei­tungs­mit­glied der BKB. Der Fall be­schäf­tigt bis heu­te die Ge­rich­te. Lach­ap­pel­le ist da­bei aber we­der Teil ei­ner Un­ter­su­chung noch ei­ner Kla­ge.

Klar­heit herrscht seit Don­ners­tag auch über ei­nen wei­te­ren kri­ti­schen Punkt: Lach­ap­pel­les Ge­halt bei Raiff­ei­sen Schweiz. Wie die Bank mit­teilt, wer­de der Bas­ler jähr­lich «ei­ne ma­xi­ma­le Brut­to­ver­gü­tung von

750 000 Fr.» er­hal­ten. Bei der BKB ver­dien­te er zu­letzt rund 1,2 Mio. Fr. Auch über Lach­ap­pel­les Pen­sum bei Raiff­ei­sen gibt die Bank Aus­kunft: «In der An­fangs­pha­se han­delt es sich fak­tisch um ein Voll­man­dat», er dür­fe kei­ne wei­te­ren Man­da­te an­neh­men. Ge­mäss In­for­ma­tio­nen von «Fi­nanz und Wirt­schaft» hat dies auch die Fi­nanz­markt­auf­sicht (Fin­ma) ge­for­dert.

Lach­ap­pel­les Vor­gän­ger Jo­han­nes Rüeg­gStürm er­hielt für 2017 bei ei­nem 50%-Man­dat ei­ne Brut­to­ver­gü­tung von 715 000 Fr.

Der Ver­wal­tungs­rat wur­de im April hef­tig kri­ti­siert, als be­kannt wur­de, dass das Gre­mi­um sich das Ge­halt 2017 um rund 40% er­höht hat. Ver­gan­ge­nen Ju­ni ur­teil­te dann die Fin­ma, der Ver­wal­tungs­rat von Raiff­ei­sen Schweiz ha­be bei der Auf­sicht über Ex-CEO Pie­rin Vin­cenz ver­sagt.

An ih­rer Ver­samm­lung in Brugg wer­den die De­le­gier­ten ne­ben der Lach­ap­pel­leWahl wei­te­re Wei­chen für die Zu­kunft stel­len. So sol­len sie wohl ei­ne Art Re­form­man­dat zur Zu­kunfts­stra­te­gie «Fo­kus 21» be­schlies­sen. Es zeich­net sich die Ein­rich­tung ei­ner Ar­beits­grup­pe (AG) aus Ver­tre­tern der Ein­zel­ban­ken und von Raiff­ei­sen Schweiz ab. Die­se AG wird über die neue Struk­tur von Raiff­ei­sen Schweiz be­ra­ten, ei­ne neue Fi­nan­zie­rungs­ord­nung für die St. Gal­ler Zen­tra­le er­ar­bei­ten, die DV von heu­te 164 De­le­gier­ten auf die heu­ti­ge Zahl der Ein­zel­ban­ken von 246 aus­wei­ten und viel­leicht auch um­strit­te­ne Ak­ti­vi­tä­ten der Zen­tra­le zu­rück­bin­den. So for­dern ei­ni­ge Raiff­ei­sen­ban­ken, dass die St. Gal­ler Zen­tra­le kei­ne ei­ge­nen Fi­lia­len mehr be­trei­ben soll.

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