Golf­staa­ten mit Zu­satz­ren­di­te

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - COLM MCDO­NAGH,

Bei An­lei­hen aus Schwel­len­län­dern (Em­Ma) war in den letz­ten Jah­ren die deut­li­che Zu­nah­me der Emis­sio­nen aus den Staa­ten des Golf­ko­ope­ra­ti­ons­rats (GCC) be­mer­kens­wert. Seit 2016 ha­ben die GCC-Staa­ten – Bah­rain, Ka­tar, Ku­wait, Oman, Sau­di-Ara­bi­en und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te – Hart­wäh­rungs­an­lei­hen über 124 Mrd. $ be­ge­ben – fast vier­mal so viel wie in den vor­an­ge­gan­ge­nen sechs Jah­ren zu­sam­men. Der An­teil der GCC-Staats­an­lei­hen an den Hart­wäh­rungs­an­lei­hen aus Schwel­len­län­dern liegt jetzt bei 14%, 2014 wa­ren es erst 5%.

We­gen der ge­stie­ge­nen Be­deu­tung der Re­gi­on für In­ves­to­ren will JPMor­gan ab Ja­nu­ar 2019 fünf GCC-Län­der in ih­re In­di­zes für Em­Ma-Staats­an­lei­hen in Hart­wäh­run­gen auf­neh­men. Mit über 360 Mrd. $, die an die­sen In­di­zes ge­mes­sen wer­den, und der Neu­ge­wich­tung der In­di­zes (er­war­te­ter An­teil der GCC-Re­gi­on: 11%) dürf­ten die­se An­lei­hen­märk­te star­ken Zuf­luss er­hal­ten.

GCC-Schuld­ner ge­hö­ren im EM-Staats­an­lei­hen­uni­ver­sum zu den best­be­wer­te­ten Emit­ten­ten, und die GCCStaats­an­lei­hen bie­ten ge­gen­über ähn­lich be­wer­te­ten Pa­pie­ren aus ent­wi­ckel­ten Märk­ten ei­ne Zu­satz­ren­di­te. Man­gel an Nach­fra­ge be­steht nicht. Emit­ten­ten aus Sau­di-Ara­bi­en, Ka­tar, Ku­wait und den Emi­ra­ten ha­ben fast al­le ein Ra­ting von A und hö­her. An­le­ger schät­zen die de­fen­si­ven Qua­li­tä­ten der An­lei­hen und das re­la­tiv nied­ri­ge Be­ta ge­gen­über üb­ri­gen Em­Ma-An­lei­hen. Bah­rain ist mit B+ zwar der Aus­reis­ser, kann dies je­doch mit fast 400 Ba­sis­punk­ten Zu­satz­ren­di­te aus­glei­chen.

Auch Un­ter­neh­mens­an­lei­hen aus den GCC-Staa­ten bie­ten gu­te An­la­ge­chan­cen, vor al­lem der Ban­ken­sek­tor über­zeugt. Ähn­lich wie Staats­pa­pie­re sind auch Un­ter­neh­mens­an­lei­hen oft hoch be­wer­tet und pro­fi­tie­ren von ei­nem gros­sen Ka­pi­tal­puf­fer und star­ker staat­li­cher Un­ter­stüt­zung. Al­ler­dings soll­ten Kon­zen­tra­ti­ons­ri­si­ken be­ach­tet wer­den. Nach­ran­gi­ge Bank­schuld­ver­schrei­bun­gen sind zwar vo­la­ti­ler, An­le­ger wer­den aber an­ge­mes­sen ent­schä­digt. Die Ren­di­ten sind so­li­de, das Ri­si­ko vor­zei­ti­ger Kün­di­gung ist ge­ring. Hier fin­den sich Pa­pie­re mit Cou­pons von über 7%, die über­zeu­gen und ge­gen ver­gleich­ba­re In­dus­trie­län­der­an­lei­hen recht gut ab­schnei­den.

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