UBS­Su­per­di­vi­si­on

Die Schwei­zer Gross­ban­ken ge­hö­ren zu den Fa­vo­ri­ten der Ana­lys­ten, doch die In­ves­to­ren kau­fen nicht. Wie die Ban­ken mit die­sem Kon­trast um­ge­hen.

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - RUE­DI KEL­LER

UBS hat zu Jah­res­be­ginn die Ver­mö­gens­ver­wal­tung in den USA mit dem glo­ba­len Pri­va­te Ban­king zu­sam­men­ge­führt. Jetzt sol­len vie­le klei­ne Schrit­te die neue Su­per­di­vi­si­on Glo­bal We­alth Ma­nage­ment auf den Wachs­tums­pfad zu­rück­füh­ren.

Das Preis­ziel gibt ein kla­res Si­gnal: Knapp 19 Fr. soll die UBS­Ak­tie in zwölf Mo­na­ten wert sein. Dies sagt die Kon­sens­schät­zung der bei Bloom­berg re­gis­trier­ten Ana­lys­ten. Die Rea­li­tät: UBS han­deln zu gut 14 Fr. – rund ein Drit­tel un­ter der Pro­gno­se. Noch deut­li­cher ist der Kon­trast bei Cre­dit Suis­se. De­ren Pa­pie­re se­hen die Ana­lys­ten bin­nen zwölf Mo­na­ten auf über 19 Fr. klet­tern. Ak­tu­ell sind die An­le­ger je­doch kaum be­reit, 14 Fr. für ei­ne CS­Ak­tie zu zah­len.

So ähn­lich die Vor­aus­set­zun­gen, so un­ter­schied­lich sind die Her­aus­for­de­run­gen der bei­den Schwei­zer Gross­ban­ken, ei­ne Brü­cke zwi­schen den op­ti­mis­ti­schen Vor­aus­sa­gen der Ana­lys­ten und den skep­ti­schen Bli­cken der In­ves­to­ren zu schla­gen. Die nächs­te Ge­le­gen­heit da­zu bie­tet sich UBS am 25. Ok­to­ber, und zwar gleich dop­pelt: Ers­tens legt die Bank an die­sem Tag das Dritt­quar­tals­er­geb­nis vor. Zwei­tens hat das Ma­nage­ment zum In­ves­to­ren­tag ge­la­den – dem ers­ten seit 2014.

UBS ist mit Zie­len zu­frie­den

Das Quar­tals­er­geb­nis der UBS wird kaum die Ba­sis bil­den kön­nen, auf der das Ma­nage­ment die Zu­ver­sicht der In­ves­to­ren zu­rück­ge­win­nen wird: CEO Ser­gio Er­mot­ti hat­te kürz­lich an ei­ner Kon­fe­renz ge­sagt, dass die Han­dels­er­trä­ge der neu­en Su­per­di­vi­si­on Glo­balWe­alth Ma­nage­ment im drit­ten Quar­tal we­gen den Un­si­cher­hei­ten an den Märk­ten «rund 10 bis 11% rück­läu­fig» war. Gleich­zei­tig be­ton­te der CEO, dass das Mo­men­tum in der In­vest­ment­bank «recht so­lid» blieb. Auch wenn die Ana­lys­ten ge­mäss dem von UBS selbst ge­sam­mel­ten Kon­sens der Gross­bank er­neut ei­nen Quar­tals­ge­winn von fast 1 Mrd. Fr. zu­trau­en. Wenn UBS in der Pa­ra­de­dis­zi­plin We­alth Ma­nage­ment ein wei­te­res Quar­tal kaum vor­an­kommt, wird dies der Be­wer­tung der Ak­tie nicht hel­fen.

Nicht viel bes­ser ste­hen die Aus­sich­ten be­züg­lich der stra­te­gi­schen The­men des In­ves­to­ren­tags: In ei­nem Bloom­ber­gIn­ter­view sag­te Er­mot­ti, er pla­ne nicht, der Bank neue Zie­le zu ge­ben. Es wer­de dar­um ge­hen, bes­ser zu er­klä­ren, wie die be­ste­hen­den Zie­le er­reicht wer­den sol­len.

Der Ana­lyst von HSBC ver­weist auf Markt­stim­men, die un­zu­frie­den sind mit der Er­trags­ und Kos­ten­ent­wick­lung bei UBS. Die­sen Punkt the­ma­ti­siert auch der Ana­lyst von J.P. Mor­gan, geht mit sei­ner Kri­tik aber noch ei­nen Schritt wei­ter: Selbst die Zie­le, die sich das Ma­nage­ment auf­er­legt, be­zeich­net er als «un­am­bi­tio­ niert». Die Ana­lys­tin von Mor­gan St­an­ley mo­niert, das Cor­po­ra­te Cen­ter der UBS sei über­di­men­sio­niert. Dem Be­reich sind rund 20 Mrd. Fr. des Ei­gen­ka­pi­tals von rund 50 Mrd. Fr. zu­ge­ord­net. Aus­ser­dem glaubt sie an­ge­sichts zwei­er gros­ser Rechts­fäl­le nicht, dass UBS schon am In­ves­to­ren­tag ein neu­es Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gramm an­kün­di­gen wird. UBS ver­han­delt der­zeit vor ei­nem Pa­ri­ser Ge­richt ei­nen po­ten­zi­ell mil­li­ar­den­teu­ren Steu­er­pro­zess. In den USA ist ein mil­li­ar­den­schwe­rer Fall we­gen Trick­se­rei­en mit Hy­po­the­ken­ver­brie­fun­gen of­fen. Den­noch: Al­le drei er­wähn­ten Ana­lys­ten emp­feh­len die UBS­Ak­tie we­gen ih­res aus­ta­rier­ten Ge­schäfts­mo­dells und der his­to­risch güns­ti­gen Be­wer­tung von knapp über Buch­wert zum Kauf. An­ge­sichts ver­hal­te­ner Wachs­tums­per­spek­ti­ven fol­gen die In­ves­to­ren der Emp­feh­lung aber kaum.

CS spielt ei­nen Trumpf aus

Cre­dit Suis­se wird die Dritt­quar­tals­zah­len am 1. No­vem­ber prä­sen­tie­ren. Vie­les deu­tet dar­auf hin, dass die Bank das ein­ge­schla­ge­ne Wachs­tums­tem­po der letz­ten Quar­ta­le nicht wird hal­ten kön­nen. CEO Tid­ja­ne Thi­am hat­te be­reits En­de Au­gust vor rück­läu­fi­gen Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men ge­warnt. Ma­nage­men­t­ab­gän­ge im wachs­tums­star­ken Asi­en­ge­schäft dürf­ten zu­sätz­lich ge­bremst ha­ben. Ein mög­li­cher­wei­se schwa­ches Kre­dit­ge­schäft im Quar­tal könn­te die In­vest­ment­bank zu­rück­ge­bun­den ha­ben.

Der Trumpf der Cre­dit Suis­se liegt in ih­rer stra­te­gi­schen Neu­aus­rich­tung, über die das Ma­nage­ment am In­ves­to­ren­tag vom 12. De­zem­ber be­rich­ten wird. Nach drei Jah­ren mit Mil­li­ar­den­ver­lus­ten dürf­te die Bank die­ses Jahr in die Ge­winn­zo­ne zu­rück­keh­ren und will ab nächs­tem Jahr wie­der Mil­li­ar­den­ge­win­ne und zwei­stel­li­ge Ren­di­ten auf dem Ei­gen­ka­pi­tal an­pei­len. Bei die­ser Per­spek­ti­ve braucht es nur we­ni­ge Wor­te, um das Auf­wärts­po­ten­zi­al zu ver­ste­hen und mit­tel­fris­tig ei­nen Be­wer­tungs­an­stieg auf über Buch­wert zu pro­gnos­ti­zie­ren. Ak­tu­ell han­deln die CSTi­tel zu ei­nem Ab­schlag von 20%.

Al­le Fi­nanz­da­ten zu CS und UBS im On­line-Ak­ti­en­füh­rer:

www.fuw.ch/CSGN, www.fuw.ch/UBSG

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