Tie­fe Zin­sen – und nun?

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

An­ders als die SNB hat Ja­pans No­ten­bank, die BoJ, seit 2011 nicht mehr di­rekt am De­vi­sen­markt in­ter­ve­niert. Der Yen war bis vor kur­zem noch eher ab- als auf­wer­tungs­ver­däch­tig. Der wich­tigs­te Grund da­für sind die tie­fen Zin­sen. Denn die BoJ hält den Leit­zins seit 23 Jah­ren na­he 0%. Seit 2016 liegt er knapp im Mi­nus. Und sie zielt di­rekt auf ei­ne fla­che Zins­kur­ve ab: Die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Staats­an­lei­hen soll nicht weit über 0% stei­gen. Das sind idea­le Vor­aus­set­zun­gen für Zins­dif­fe­renz­ge­schäf­te, bei de­nen Yen ver- und hö­her ver­zins­te Wäh­run­gen ge­kauft wer­den. Der Dol­lar ist am at­trak­tivs­ten, seit das Fed die Zin­sen er­höht.

Die BoJ hat bis­her nur mi­ni­ma­le Kor­rek­tu­ren an ih­rer Po­li­tik vor­ge­nom­men – die zehn­jäh­ri­ge Ren­di­te darf bis 0,2% stei­gen statt 0,1% – und hält am ex­pan­si­ven Kurs fest. Je­der Hin­weis auf ein ab­seh­ba­res En­de die­ser Stra­te­gie wür­de den Auf­wer­tungs­druck auf den Yen zu­sätz­lich er­hö­hen.

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