Künst­li­che In­tel­li­genz für den Bun­des­rat!

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Schweiz - Ste­fan Büh­ler

Der denk­wür­di­ge Satz von Bun­des­rats­kan­di­dat Pe­ter Hegg­lin: «Ich will dem Land et­was zu­rück­ge­ben», er­hält mit Blick auf die Gen­fer Stadt­re­gie­rung ei­ne ganz neue Be­deu­tung. Wäh­rend man sich beim bra­ven Bau­ern Hegg­lin fragt: «Was hat er dem Staat denn weg­ge­nom­men?», liegt im Fall der Gen­fer Klep­to­kra­tie die Ant­wort auf der Hand. Im­mer­hin: Guil­lau­me Ba­raz­zo­ne, Stadt­und Na­tio­nal­rat aus der Cal­v­in­stadt, will 51 896 Fran­ken an zu viel be­zo­ge­nen Spe­sen zu­rück­zah­len. Frag­lich ist, wie der pas­sio­nier­te Nacht­schwär­mer auf ge­nau die­sen Be­trag ge­kom­men ist: Hat er von sei­ner reich be­frach­te­ten Spe­sen­rech­nung den von der Na­tio­nal­bank ver­häng­ten Ne­ga­tiv­zins ab­ge­zo­gen? Oder ist er rech­ne­risch ganz ein­fach nicht fä­hig, ei­ne fünf­stel­li­ge Zahl auf den nächs­ten Hun­der­ter auf­zu­run­den?

Die Fra­ge führt uns zum heu­ti­gen The­ma: künst­li­che In­tel­li­genz in der Po­li­tik. Die letz­ten Ta­ge und Wo­chen ha­ben ein­mal mehr ge­zeigt, dass de­ren Po­ten­zi­al krass un­ter­schätzt wird. Wie viel aus­sichts­rei­cher wä­re die Kan­di­da­tur des er­wähn­ten Pe­ter Hegg­lin, gä­bees­be­reits­ein­klei­nes­ge­rät,da­s­auf Knopf­druck ein währ­schaf­tes Zu­ger­deutsch si­mul­tan auf per­fek­tes Ox­ford Eng­lish über­setzt? Und wie viel Är­ger hät­te sich Aus­sen­mi­nis­ter Cas­sis in sei­nem ers­ten Amts­jahr mit ei­nem mi­kro­tech­ni­schen Im­plan­tat spa­ren kön­nen, das ihn mit­tels ei­nes klei­nen Strom­schlags dar­an ge­hin­dert hät­te, spon­tan gan­ze Sät­ze zu for­mu­lie­ren, noch be­vor er die­se zu En­de ge­dacht hat­te? Oder ein Ge­rät, das im Fal­le von Jo­hann Schnei­der­am­mann ge­nau das Ge­gen­teil be­wirkt hät­te? Aber nein, sol­che tech­ni­schen Lö­sun­gen sind für un­se­re Re­gie­rung ta­bu. Das zeigt sich auch bei ih­ren Be­rech­nun­gen über die Fol­gen be­vor­ste­hen­der Ab­stim­mun­gen: Sie wer­den of­fen­bar an den Fin­gern ab­ge­zählt und wei­chen zu­ver­läs­sig noch wei­ter von der Rea­li­tät ab als Ba­raz­zo­nes Spe­sen­rech­nung von sei­nem Spe­sen­bud­get.

Das zeigt: Die Zeit ist reif für ei­nen Ent­wick­lungs­schub in der Re­gie­rung. Des­halb no­mi­nie­re ich hier­mit R2-D2 als Bundesratskandidaten. Der Ro­bo­ter aus dem Film «Star Wars» hat al­les, was ein Ma­gis­trat braucht: Er ist sym­pa­thisch, mu­tig und ver­fügt über künst­li­che In­tel­li­genz. Sei­nen Na­men spricht man üb­ri­gens eng­lisch aus: Ar­tuu­dituu.

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