Par­tei­spen­den: Fir­men sol­len Far­be be­ken­nen

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Schweiz - Da­ni­el Fried­li

Die Rechts­kom­mis­si­on des Stän­de­rats will gros­se Fir­men zwin­gen, Spen­den an die Po­li­tik of­fen­zu­le­gen.

Wie schwie­rig das The­ma Spen­den in der Po­li­tik ist, hat sich die­se Wo­che gleich mehr­fach ge­zeigt. Die Waadt­län­der Stän­de­rä­tin Gé­ral­di­ne Sa­va­ry (sp.) gab ih­ren Ver­zicht auf ei­ne Wie­der­wahl be­kannt, weil sie von ei­nem Mil­li­ar­där mehr Spen­den an­ge­nom­men hat, als ih­rer Par­tei lieb ist. Im Bun­des­haus mach­ten sich der­weil die Stän­de­rä­te dar­an, Mög­lich­kei­ten für ei­nen Ge­gen­vor­schlag zur so­ge­nann­ten Trans­pa­renz-in­itia­ti­ve zu prü­fen, mit der die Lin­ke mehr Klar­heit über die Geld­flüs­se in der Po­li­tik er­rei­chen will.

Nicht kom­mu­ni­ziert wur­de in­des, dass die Rechts­kom­mis­si­on des Stän­de­ra­tes dies­be­züg­lich in ei­nem an­de­ren Ge­schäft be­reits ers­te Pf­lö­cke ein­ge­schla­gen hat. Auf An­trag des Schaff­hau­sers Tho­mas Min­der (svp.) be­schloss sie, bör­sen­ko­tier­te Un­ter­neh­men via Ak­ti­en­recht zur Trans­pa­renz über ih­re Spen­den zu ver­pflich­ten. So sol­len die­se Fir­men künf- tig im Ver­gü­tungs­be­richt of­fen­le­gen, wie viel Geld sie ge­samt­haft für Wah­len und Kam­pa­gnen an po­li­ti­sche Ak­teu­re ver­ge­ben ha­ben. Und sie sol­len bei Be­trä­gen von über 10 000 Fran­ken auch den Emp­fän­ger des Gel­des nen­nen, wo­bei die Fir­men­sta­tu­ten al­ler­dings auch ei­ne an­de­re Schwel­le vor­se­hen kön­nen.

Der Vor­schlag kommt in­so­fern über­ra­schend, als ähn­li­che An­trä­ge bis­her im Par­la­ment nie ei­ne Mehr­heit fan­den. Und noch er­staun­li­cher ist, dass der jet­zi­ge An­trag oh­ne Min­der­heit ans Rats­ple­num über­wie­sen wur­de. Denn die Wirt­schaft hat sich bis­her stets ge­gen ei­ne Trans­pa­renz­pflicht ge­wehrt, und sie wä­re auch von der nun ge­plan­ten Be­stim­mung stark be­trof­fen.

Ge­mäss Um­fra­gen ver­tei­len vie­le gros­se Fir­men Spen­den an die Po­li­tik, dar­un­ter die bei­den Gross­ban­ken. Die Credit Suis­se et­wa spen­det jähr­lich bis zu ei­ner Mil­li­on Fran­ken an Par­tei­en, die UBS be­zif­fer­te ihr En­ga­ge­ment für 2016 mit 700 000 Fran­ken. Noch häu­fi­ger be­tei­li­gen sich die Fir­men an ein­zel­nen po­li­ti­schen Kam­pa­gnen. An wen da­bei wie viel Geld fliesst, las­sen die meis­ten Un­ter­neh­men in­des of­fen.

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