Ver­rückt und dra­ma­tisch – der BVB ringt Bay­ern nie­der

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Sport Fussball - Bun­des­li­ga

Ni­ko Ko­vac ver­liess das Sta­di­on zwar als Ver­lie­rer, aber ein voll­ends ge­schla­ge­ner Mann war der Trai­ner des FC Bay­ern an die­sem Sams­tag­abend nicht. Denn was Lu­ci­en Fav­re, sein Dort­mun­der Kol­le­ge, über die Be­geg­nung sag­te, war mehr als nur die üb­li­chen Flos­keln, mit der ein Sie­ger die Qua­li­tät des Un­ter­le­ge­nen rühmt. Fav­re sprach nicht nur von ei­nem in­ten­si­ven, ja ver­rück­ten Spit­zen­spiel, das der BVB mit 3:2 ge­wann. Er sag­te auch: «Man kann sich in­spi­rie­ren las­sen von der ers­ten Halb­zeit der Bay­ern.»

Ei­ne Halb­zeit In­spi­ra­ti­on vom Geg­ner als Schlüs­sel zum Dort­mun­der Sieg: Fav­re liess Ko­vac al­so ge­wis­ser­mas­sen par­ti­zi­pie­ren am Er­folg sei­ner Mann­schaft. Nicht nur Fav­re hat­te den Auf­tritt der Bay­ern als ex­trem stark ein­ge­schätzt. Sie führ­ten durch ein Tor des Mit­tel­stür­mers Ro­bert Le­wan­dow­ski zur Halb­zeit. Sie wa­ren un­ge­ach­tet der letz­ten schwe­ren Wo­chen so stark, so do­mi­nant und ziel­stre­big, dass Fav­re un­um­wun­den zu­gab: «Ich war zu­frie­den, nur mit ei­nem 1:0 in die Ka­bi­ne zu ge­hen. Bay­ern war viel bes­ser als wir. Sie ha­ben das Spiel 30 Mi­nu­te lang be­herrscht!»

In je­ner hal­ben Stun­de war nicht nur Fav­re angst und ban­ge um die Dort­mun­der. Man­cher frag­te sich, ob es nicht vi­el­leicht doch et­was ver­früht war, lau­ter Ab­ge­sän­ge auf die Bay­ern im All­ge­mei­nen und vor al­lem auf ih­ren Coach zu ver­fas­sen. Denn Ko­vac hat­te die Münch­ner bes­tens vor­be­rei­tet, Fav­re da­ge­gen ging mit sei­ner Auf­stel­lung ein Ri­si­ko ein. An­stel­le von Tho­mas De­la­ney stell­te er Ju­li­an Weigl auf, der sich als Schwach­stel­le im Dort­mun­der Auf­bau­spiel ent­pupp­te. Zwei­kämp­fe ver­lor er in Se­rie, kaum ei­ner sei­ner Päs­se kam an. Als Fav­re auf sei­ne Wahl an­ge­spro­chen wur­de, sag­te er. «Ich kann es nicht er­klä­ren. Das ist manch­mal so. Dahoud hät­te auch an­fan­gen kön­nen.»

Mit eben je­nem Mahmoud Dahoud, den Fav­re noch aus sei­ner Zeit in Mön­chen­glad­bach kennt und schätzt, kam in der zwei­ten Hälf­te je­nes Ele­ment ins Spiel, das die Dort­mun­der in ih­ren gu­ten Mo­men­ten aus­ge­zeich­net hat­te: Tem­po. Erst ge­lang Reus nach ei­ner gu­ten Kom­bi­na­ti­on

Mar­co Reus (r.) ju­belt mit Axel Witsel nach sei­nem Pen­al­ty-tor.

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