Schwei­zer be­zwin­gen auch Deutsch­land

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Sport - Deutsch­land Cup

n. P. Die Schweiz hat am Deutsch­lan­dCup in Kre­feld auch das zwei­te Spiel ge­won­nen. Zwei Ta­ge nach dem 3:2 ge­gen die Slo­wa­kei be­zwang das Team den Gast­ge­ber 4:3 nach Pen­al­ty­schies­sen.

Es war ein un­nö­ti­ger Punkt­ver­lust, hat­ten die Schwei­zer doch in den letz­ten neun Mi­nu­ten der re­gu­lä­ren Spiel­zeit ein 3:1 aus der Hand ge­ge­ben. Den Aus­gleich zum 3:3 kas­sier­ten sie 41 Se­kun­den vor dem En­de. Die Deut­schen agier­ten zu die­sem Zeit­punkt oh­ne Goa­lie. Im Pen­al­ty­schies­sen tra­fen Li­no Mart­schi­ni und Yan­nick Her­ren. Der star­ke Goa­lie Lu­kas Flüe­ler liess sich nicht be­zwin­gen. Den Trai­ner Patrick Fi­scher är­ger­ten nicht in ers­ter Li­nie die letz­ten bei­den Ge­gen- to­re, son­dern der feh­len­de Kil­ler­instinkt. Die Schwei­zer er­spiel­ten sich gu­te Chan­cen, um die Par­tie vor­zei­tig zu ih­ren Guns­ten zu ent­schei­den. Sie müss­ten ler­nen, in sol­chen Spie­len den Sack zu­zu­ma­chen, sag­te Fi­scher. Stei­ge­rungs­po­ten­zi­al gibt es auch beim Po­wer­play, in dem die Schwei­zer in vier Ver­su­chen er­folg­los blie­ben und ei­ne 23 Se­kun­den dau­ern­de dop­pel­te Über­zahl nicht nutz­ten. «Es fehl­te uns dort an der Prä­zi­si­on im Ab­schluss, und wir müs­sen uns in der Pass­qua­li­tät ver­bes­sern», sag­te Fi­scher.

Ins­ge­samt aber war es ein gu­ter Auf­tritt, die Schwei­zer hat­ten die Par­tie über wei­te Stre­cken im Griff. Da­bei ge­rie­ten sie wie be­reits zwei Ta­ge zu­vor ge­gen die Slo­wa­kei in der 2. Mi­nu­te in Rück­stand. Die Re­ak­ti­on er­folg­te prompt: Yan­nick Her­ren glich 53 Se­kun­den da­nach mit sei­nem zwei­ten Tor im elf­ten Län­der­spiel aus. Der stark auf­spie­len­de Her­ren lob­te die gu­te At­mo­sphä­re im Sta­di­on: «Es hat Spass ge­macht. Ge­gen Deutsch­land ge­winnt man im­mer ger­ne.»

Nach dem 1:1 trumpf­te Cap­tain Noah Rod gross auf. Der Stür­mer von Genf/ser­vet­te, ei­ner von fünf Sil­ber­hel­den im Team, brach­te die Schwei­zer mit zwei To­ren in der 10. und 29. Mi­nu­te 3:1 in Füh­rung. Den ers­ten Tref­fer schoss er nach herr­li­cher Vor­ar­beit von Chris­toph Bert­s­chy, der wie be­reits zwei Ta­ge zu­vor über­zeug­te. Beim 3:1 war auch et­was Glück da­bei, kam doch der Puck über ei­nen deut­schen Spie­ler zu Rod, der schon ge­gen die Slo­wa­ken ge­trof­fen hat­te. Vor dem Tur­nier in Kre­feld war er in 21 Län­der­spie­len tor­los ge­blie­ben.

Die Schwei­zer be­en­de­ten mit die­sem Sieg ei­ne drei Par­ti­en dau­ern­de Nie­der­la­gen­se­rie ge­gen die Deb-aus­wahl, die in Kre­feld zum letz­ten Mal un­ter der Lei­tung von Er­folgs­trai­ner Mar­co Sturm an­tritt, der als As­sis­tent zu den Los An­ge­les Kings in die NHL wech­selt. «Die Deut­schen hat­ten Mü­he mit un­se­rer quir­li­gen Spiel­art», sag­te Fi­scher. Er war an­ge­tan vom schnel­len Um­schalt­spiel sei­ner Mann­schaft. «Wir ler­nen lang­sam, die Sei­ten zu wech­seln und un­se­re Op­tio­nen zu ken­nen. De­fen­siv lies­sen wir we­nig zu.» Zum Ab­schluss des Tur­niers tref­fen die Schwei­zer heu­te Sonn­tag auf Russ­land. Zwar tre­ten die Ost­eu­ro­pä­er, die auch am re­nom­mier­te­ren Kar­ja­la-cup ver­tre­ten sind, nicht in Best­be­set­zung an, den­noch ver­fü­gen sie über sehr viel spie­le­ri­sche Qua­li­tät

Er­folg­reich un­ter­wegs: Tor­schüt­ze Yan­nick Her­ren.

Ro­ger Fe­de­rer

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