«Der an­de­re . . .»

Neue Zurcher Zeitung Sunday - - Kul­tur - Im Ver­gleich zu Me­di­en­häu­sern wie Ta­me­dia oder NZZ ist die SRG er­drü­ckend gross.

ei­ne de Ro­ten oder ei­ne Se­gan­ti­ni sein, um über­haupt in die Tep­piche­ta­ge zu kom­men.

Wenn die Leu­te uns für ar­ro­gant hal­ten, dann ha­ben wir ein Pro­blem. Ich glau­be, die­ser Vor­wurf rührt da­her, dass wir zu oft mit der Hal­tung auf­tra­ten: «Ich er­klä­re dir jetzt, wie die Welt ist.» Und na­tür­lich trägt auch die Grös­se des Hau­ses zu die­sem Ein­druck bei. Im Ver­gleich zu an­de­ren Me­di­en­häu­sern ist die SRG tat­säch­lich sehr gross, aber wir sind ja auch so gross, weil wir in den Re­gio­nen ver­an­kert sind und weil wir ver­su­chen, das bes­te Pro­gramm für al­le zu ma­chen.

Mir ist es wich­tig, dass auch die Ver­le­ger und pri­va­ten Ver­la­ge ih­ren Platz ha­ben. Wir bei den öf­fent­li­chen Me­di­en müs­sen ver­ste­hen, wie schwie­rig es ist, als Zei­tungs­jour­na­list sei­nen Job zu ma­chen, wenn die Hälf­te des An­zei­gen­ge­schäfts flö­ten geht. Wie könn­te ei­ne Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen SRF und Pri­va­ten aus­se­hen?

Die BBC hat mit Re­gio­nal­me­di­en ein Netz­werk von Lo­kal­jour­na­lis­ten er­stellt, auf das klei­ne­re Re­dak­tio­nen zu­rück­grei­fen kön­nen. So stärk­te sie den Lo­kal­jour­na­lis­mus. Sol­che Mo­del­le könn­ten auch für die Schweiz in­ter­es­sant sein. Die Mei­nungs­viel­falt ist ein wich­ti­ges Gut, und ge­ra­de in ei­nem klei­nen Land sind wir stär­ker, wenn wir ko­ope­rie­ren, als wenn wir uns aus­ein­an­der­di­vi­die­ren las­sen. Zu­mal wir ein ge­mein­sa­mes Pro­blem ha­ben: Die Wer­be­gel­der flies­sen je län­ger je mehr nur noch zu den gros­sen Us-kon­zer­nen. Wir müs­sen uns über­le­gen, wie wir die Gel­der in der Schweiz be­hal­ten kön­nen, da­mit es wei­ter­hin Me­di­en wie die NZZ gibt.

SRF kon­kur­ren­ziert die Ver­la­ge na­tür­lich, in­dem es sich im­mer mehr im In­ter­net breit­macht, auch mit Text­bei­trä­gen.

Un­ser Fo­kus liegt auf Au­dio­ und Be­wegt­bild­bei­trä­gen. Trotz­dem brau­chen wir Bar­rie­re­frei­heit im In­ter­net, weil es das Feld der Zu­kunft ist und weil wir Tran­skrip­te von Bei­trä­gen ma­chen müs­sen für Hör­ge­schä­dig­te. Sie ver­le­gen ei­nen Teil der Re­dak­ti­on von Bern nach Zü­rich. Ge­fähr­den Sie da­mit nicht die Ko­hä­si­on im Land?

Dass die­se Ve­rän­de­rungs­pro­jek­te nicht für al­le ein­fach sind, ver­ste­he ich. Aber die Be­den­ken be­züg­lich Ko­hä­si­on tei­le ich nicht: Ei­ner­seits soll die In­land­re­dak­ti­on in Bern blei­ben, an­de­rer­seits sol­len – so­weit ich die Plä­ne ken­ne – die Kor­re­spon­den­ten di­rekt in den Re­gio­nen noch ver­stärkt wer­den.

Sie wol­len die Al­lein­stel­lungs­merk­ma­le von SRF stär­ken. Kön­nen Sie Bei­spie­le nen­nen?

Die Un­ter­hal­tung des Ser­vice pu­blic darf auf kei­nen Fall men­schen­ver­ach­tend oder voy­eu­ris­tisch sein. Und in der In­for­ma­ti­on sind wir nicht skan­da­li­sie­rend. Ich will auch künf­tig kei­ne reis­se­ri­schen Ti­tel, da­mit es mög­lichst vie­le Clicks gibt. Und ich will der Re­cher­che mehr Platz ge­ben.

Da­für, dass SRF ein Heer von Jour­na­lis­ten hat, de­cken die Sen­der we­nig auf. Die gros­sen Ge­schich­ten die­ses Jah­res wie das Bünd­ner Bau­kar­tell ha­ben pri­va­te Me­di­en auf­ge­deckt.

Ich ha­be die Re­cher­che der «Re­pu­blik» zum Bünd­ner Bau­kar­tell auch ge­le­sen, ei­ne

Na­tha­lie Wapp­ler, 50, kommt im Früh­ling 2019 zu­rück zu SRF.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.