Ent­wick­lun­gen in den chi­ne­si­schen Me­di­en

Neue Zurcher Zeitung - - MEDIEN -

rog. · Als Ja­pa­no­lo­gin und Si­no­lo­gin ist Manya Ko­e­t­se spe­zia­li­siert auf Spra­chen und Kultur in Ja­pan und Chi­na. Sie stu­dier­te zu­nächst an der Uni­ver­si­tät Lei­den und setz­te ih­re Stu­di­en 2008 als Aus­tausch­stu­den­tin an der Uni­ver­si­tät Pe­king fort. Seit ih­rem Stu­di­en­ab­schluss als Re­se­arch Mas­ter in Asi­an Stu­dies lebt Ko­e­t­se haupt­säch­lich in Ams­ter­dam, ist aber al­le paar Mo­na­te wie­der in Chi­na. Das Blog «What’s on Wei­bo», das dar­über be­rich­tet, wor­über auf Wei­bo dis­ku­tiert wird, grün­de­te sie 2014 aus ei­nem In­ter­es­se für das sich stän­dig ver­än­dern­de Land und ver­fass­te da­für bis­her über 800 Ar­ti­kel. Sie tritt auch auf als Red­ne­rin und Be­ra­te­rin zu Trends in Chi­na.

Ta­ges­zei­tun­gen wie «Ren­min Ri­bao», Nach­rich­ten­agen­tu­ren wie die Xin­hua News Agen­cy, die TV- und Ra­dio­sen­der der Chi­na Me­dia Group und auch die An­ge­bo­te im In­ter­net un­ter­lie­gen ei­ner stren­gen Zen­sur durch den Staat und durch die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei. Die jähr­lich er­schei­nen­de Rang­lis­te der Pres­se­frei­heit von Re­por­ter oh­ne Gren­zen lis­tet Chi­na auf Rang 176, dem fünft­letz­ten Rang. Nur in Nord­ko­rea, Eri­trea, Turk­me­nis­tan und Sy­ri­en gibt es we­ni­ger Frei­heit für Me­di­en. Da­mit ha­ben auch Kor­re­spon­den­ten west­li­cher Me­di­en zu kämp­fen: Kri­ti­schen Jour­na­lis­ten wer­den Vi­s­ums­an­trä­ge ver­wehrt, un­be­hin­der­te Re­cher­chen im Land sind stark er­schwert. Der chi­ne­si­schen Öf­fent­lich­keit hat die Ver­brei­tung des In­ter­nets zwar er­mög­licht, sich on­li­ne zu Wort zu mel­den. Staat­li­che Stel­len nut­zen je­doch die neu­en tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten zu­neh­mend aus, um die Be­völ­ke­rung mög­lichst lü­cken­los zu über­wa­chen.

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