Was die US-Jus­tiz der UBS vor­wirft

Neue Zurcher Zeitung - - WIRTSCHAFT -

mla. Washington · Die US-Jus­tiz wirft der UBS vor, 2006 und 2007 mit Wohn­hy­po­the­ken be­si­cher­te Wert­pa­pie­re (Re­si­den­ti­al Mort­ga­ge-Ba­cked Se­cu­ri­ties, RMBS) im Wert von meh­re­ren Dut­zend Mil­li­ar­den Dol­lar an In­ves­to­ren ver­kauft und da­bei fal­sche und be­trü­ge­ri­sche An­ga­ben zu den ver­brief­ten Hy­po­the­ken ge­macht zu ha­ben. Es ge­he um ins­ge­samt 40 sol­cher RMBS, die schliess­lich ka­ta­stro­pha­le Ver­lus­te er­lit­ten hät­ten. Die Kla­ge rich­tet sich for­mell ge­gen UBS Se­cu­ri­ties LLC, UBS AG, Mort­ga­ge As­set Se­cu­ri­tiza­t­i­on Tran­sac­tions Inc. so­wie UBS Re­al Esta­te Se­cu­ri­ties Inc. Die UBS ha­be Zehn­tau­sen­de von Hy­po­the­ken im Wert von über 41 Mrd. $ ver­brieft und ge­wusst, dass die Prak­ti­ken und Stan­dards der Ori­gi­na­to­ren die­ser Kre­di­te – dar­un­ter In­sti­tu­te wie Coun­try­wi­de Ho­me Lo­ans Inc. oder Fre­mont In­vest­ment & Lo­an – zu wün­schen üb­rig lies­sen.

Die An­kla­ge­schrift ver­weist auf deut­li­che Kom­men­ta­re von UBS-Mit­ar­bei­tern be­züg­lich der Qua­li­tät der Kre­di­te. «Die­ser Deal ist schreck­lich!!!» hat ein zu­stän­di­ger An­ge­stell­ter notiert. An­ders­wo ist von «ei­nem Stück Scheis­se» die Re­de. Im Vor­feld der Im­mo­bi­li­en­kri­se hat­ten zu­neh­mend auch Per­so­nen ein Haus auf Kre­dit ge­kauft, die sich das ei­gent­lich gar nicht leis­ten konn­ten. Ent­spre­chend wuchs auch das Hy­po­the­kar­vo­lu­men, das von schlech­ten Schuld­nern stamm­te (Sub­pri­me). Weil die Nach­fra­ge der Banken nac Kre­di­ten für die Ver­ar­bei­tung in Fi­nanz­pro­duk­te in die­ser Zeit gross war, woll­ten es sich die In­sti­tu­te mit den Ori­gi­na­to­ren nicht ver­der­ben. Das führ­te da­zu, dass die Banken be­züg­lich der Qua­li­tät ein oder zwei Au­gen zu­drück­ten.

Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um be­haup­tet, die UBS ha­be ver­schie­de­ne Ar­ten von Be­trug be­gan­gen. Ei­ne kon­kre­te Scha­den­sum­me wur­de am Don­ners­tag nicht ge­nannt. In der Kla­ge­schrift heisst es, dass die Käu­fer von UBS-RMBS «vie­le Mil­li­ar­den Dol­lar» ver­lo­ren hät­ten. Ei­ner der für den Fall zu­stän­di­gen Ver­tre­ter des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums sag­te, die be­trü­ge­ri­schen Ak­ti­vi­tä­ten der UBS hät­ten zur Fi­nanz­kri­se von 2008 bei­ge­tra­gen. Die USA stre­ben nun ei­nen Ge­schwo­re­nen­pro­zess vor dem Bun­des­ge­richt in Brook­lyn an. Laut der Nach­rich­ten­agen­tur Reuters hat die UBS ein Ver­gleichs­an­ge­bot der US-Re­gie­rung, das ei­ne Bus­se von ge­gen 2 Mrd. $ nach sich ge­zo­gen hät­te und ei­ne An­kla­ge ver­mie­den hät­te, aus­ge­schla­gen. Bis­her ist es in kei­nem ver­gleich­ba­ren Fall zu ei­nem Ge­richts­ver­fah­ren ge­kom­men. Banken wie Bar­clays, Bank of Ame­ri­ca, Deut­sche Bank oder Gold­man Sachs sind Ver­glei­che mit den US-Be­hör­den ein­ge­gan­gen. Die Cre­dit Suis­se zahl­te eben­falls An­fang 2017 ei­ne Bus­se von 2,48 Mrd. $ und ver­pflich­te­te sich zu Hilfs­zah­lun­gen von 2,8 Mrd. $.

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