Raiff­ei­sen-CEO Pa­trik Gi­sel tritt per so­fort zu­rück

Neue Zurcher Zeitung - - WIRTSCHAFT -

kkl. / (sda) · Der CEO von Raiff­ei­sen, Pa­trik Gi­sel, tritt per so­fort von all sei­nen Funk­tio­nen zu­rück. Gi­sel und der Ver­wal­tungs­rat von Raiff­ei­sen Schweiz hät­ten ver­ein­bart, sei­nen ei­gent­lich auf En­de die­ses Jah­res ge­plan­ten Rück­tritt vor­zu­zie­hen, teil­te das Un­ter­neh­men am Frei­tag­abend mit.

Man ha­be sich zu die­sem Schritt ent­schlos­sen, um die öf­fent­li­che De­bat­te um sei­ne Per­son ab­zu­schlies­sen und der Raiff­ei­sen-Grup­pe zu er­mög­li­chen, sich auf die zu­künf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen zu kon­zen­trie­ren, hiess es wei­ter in der Mit­tei­lung. Grund für Gi­sels Rück­zug ist ei­ne Af­fä­re mit ei­ner frü­he­ren Ver­wal­tungs­rä­tin. Me­di­en hat­ten be­reits über ei­nen vor­zei­ti­gen Rück­tritt Gi­sels spe­ku­liert.

Bis auf wei­te­res wird laut der Mit­tei­lung Micha­el Au­er, der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Ge­schäfts­lei­tung, die ope­ra­ti­ve Füh­rung von Raiff­ei­sen Schweiz über­neh­men. Da­nach wol­le er die Or­ga­ni­sa­ti­on auf ei­ge­nen Wunsch ver­las­sen, schreibt die Bank in ih­rer Mit­tei­lung.

Gi­sel hat­te be­reits im ver­gan­ge­nen Ju­li an­ge­kün­digt, als Kon­zern­chef der Raiff­ei­sen-Grup­pe zu­rück­zu­tre­ten. Er war seit dem Jahr 2000 bei Raiff­ei­sen Schweiz tä­tig und seit Ok­to­ber 2015 Vor­sit­zen­der der Ge­schäfts­lei­tung. Da­mals hat­te er die Nach­fol­ge von Pie­rin Vin­cenz an der Spit­ze von Raiff­ei­sen an­ge­tre­ten; seit die­sem Früh­jahr wird ge­gen Vin­cenz we­gen des Ver­dachts auf un­ge­treue Ge­schäfts­be­sor­gung er­mit­telt. Ein Nach­fol­ger Gi­sels sol­le bis En­de 2018 ge­fun­den wer­den, zeigt sich die Bank zu­ver­sicht­lich.

Heu­te Sams­tag nimmt die Ge­nos­sen­schafts­bank Raiff­ei­sen an der aus­ser­or­dent­li­chen De­le­gier­ten­ver­samm­lung im aar­gaui­schen Brugg-Win­disch ei­nen neu­en An­lauf, um aus Pie­rin Vin­cenz’ lan­gem Schat­ten zu tre­ten. Wich­tigs­tes Trak­tan­dum ist da­bei die an­ste­hen­de Wahl ei­nes neu­en Ver­wal­tungs­rats­prä­si­den­ten.

Die meis­ten Be­ob­ach­ter rech­nen mit ei­ner Wahl von Guy Lach­ap­pel­le an die Spit­ze des Ver­wal­tungs­rats­prä­si­di­ums. Dies, ob­wohl auch sei­ne No­mi­na­ti­on zu ei­ni­gen Kon­tro­ver­sen ge­führt hat­te. Dem frü­he­ren Chief Exe­cu­ti­ve Of­fi­cer der Bas­ler Kan­to­nal­bank wird vor al­lem sei­ne Rol­le in der Af­fä­re um die be­trü­ge­ri­sche Ver­mö­gens­ver­wal­te­rin ASE vor­ge­hal­ten, bei der ASE-Kun­den mit Kon­ten bei der Bas­ler Kan­to­nal­bank Ver­lus­te in Mil­lio­nen­hö­he er­lit­ten hat­ten. Al­ler­dings hat­te die Fi­nanz­markt­auf­sicht Fin­ma die Kan­di­da­tur von Guy Lach­ap­pel­le wie auch der wei­te­ren Ver­wal­tungs­rats­kan­di­da­ten gut­ge­heis­sen. Zum The­ma in den Me­di­en wur­de auch die Hö­he sei­ner zu­künf­ti­gen Ent­schä­di­gung.

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