Brief­mar­ken

175 Jah­re Post­wert­zei­chen

Schweizer Familie - - INHALT - — Text Hans-mar­tin Bür­ki-spy­cher

Die Adres­se ist in ver­schnör­kel­ter Schrift ge­hal­ten: «Herrn Be­zirks­arzt Schmid, Rich­ten­schweil». Links klebt ei­ne sch­lich­te Brief­mar­ke, der Stem­pel da­tiert vom 2. März 1843. Das ist der äl­tes­te be­kann­te, mit ei­ner Schwei­zer Brief­mar­ke fran­kier­te Brief. Sechs Rap­pen hat die Mar­ke den da­ma­li­gen Ab­sen­der ge­kos­tet. Heu­te ist sie mit­samt Brief ein Ver­mö­gen wert. Kau­fen kann man sie nicht, sie ist im Be­sitz des Mu­se­ums für Kom­mu­ni­ka­ti­on (MFK), des frü­he­ren Ptt-mu­se­ums in Bern.

Noch bis am 8. Ju­li ist das wert­vol­le Stück zu be­wun­dern. Ihm und wei­te­ren Ex­em­pla­ren aus der An­fangs­zeit der Brief­mar­ken ist die Aus­stel­lung «Ex­trem – 175 Jah­re Schwei­zer Brief­mar­ken» im MFK ge­wid­met. «Die paar Gramm aus­ge­stell­ten Brief­mar­ken ha­ben zu­sam­men ei­nen Wert von tau­send Ki­lo Gold», sagt Hans Stöck­li, nicht oh­ne Stolz. Der Bie­ler Stän­de­rat ist Prä­si­dent der In­ter­es­sen­ge­mein­schaft Brief­mar­ke, wel­che die Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung an­ge­regt hat.

Auf den ers­ten Blick sind es nur klei­ne Pa­pier­schnit­zel. Far­bi­ge Zet­tel­chen, die

be­stä­ti­gen, dass für den Trans­port ei­nes Brie­fes oder ei­ner Post­kar­te be­zahlt wor­den ist. Doch bei ge­naue­rem Hin­se­hen sind Brief­mar­ken mehr: In ih­nen ste­cken Ge­schich­ten über My­then und Bräu­che, über Land und Leu­te, Pflan­zen und Tie­re, über Kul­tur, Wirt­schaft und Po­li­tik. Wenn man al­le Schwei­zer Mar­ken an­ein­an­der­rei­hen wür­de, lies­se sich aus ih­nen so­gar die Ge­schich­te un­se­res Lan­des ab­le­sen.

Der Kan­ton Zü­rich war nach En­g­land welt­weit das zwei­te Ge­mein­we­sen, das Brief­mar­ken her­aus­gab, ab dem 1. März 1843 her­ge­stellt in der Li­tho­gra­phi­schen An­stalt Orell Füss­li & Cie. Als nächs­te folg­ten Bra­si­li­en und die Kan­to­ne Genf und Ba­sel-stadt. Die Schweiz war al­so in Sa­chen Brief­mar­ken von An­fang an da­bei; dies ist viel­leicht auch mit ein Grund, dass Schwei­zer Brief­mar­ken bei Samm­lern auf der gan­zen Welt bis heu­te sehr be­liebt sind. Das Bas­ler Dy­b­li von 1845 ist die po­pu­lärs­te Schwei­zer Brief­mar­ke über­haupt. «Es war ein Prä­ge­druck und die ers­te drei­far­bi­ge Brief­mar­ke der Welt», er­klärt Chris­toph Hertsch. Der Brief­mar­ken­ex­per­te lei­tet das re­nom­mier­te und in­ter- na­tio­nal be­kann­te Brief­mar­ken­ge­schäft Zum­stein & Cie in Bern.

Für die Post ver­ein­fach­ten die Mar­ken den Be­trieb. Denn zu­vor muss­te nicht der Ab­sen­der, son­dern der Emp­fän­ger das Por­to be­zah­len. Lehn­te er den Brief ab, ging die­ser zu­rück an den Ab­sen­der, was für die Post müh­sam und teu­er war. Um den Men­schen die Brief­mar­ken schmack­haft zu ma­chen, gab der Kan­ton Genf sei­ne 5-Cen­ti­mes-mar­ken für 4 Cen­ti­mes ab – und schon stieg die Nach­fra­ge.

Gros­se Dis­tanz, teu­re Mar­ke

Die Gen­fer be­zahl­ten da­mals mit fran­zö­si­schen Francs und Cen­ti­mes, die Zürcher da­ge­gen mit Fran­ken und Rap­pen, fast je­der Kan­ton hat­te sei­ne ei­ge­ne Wäh­rung. Nach der Grün­dung des Schwei­ze­ri­schen Bun­des­staa­tes 1848 wur­den Wäh­rungs-

Der Kan­ton Zü­rich war 1843 nach En­g­land welt­weit das zwei­te Ge­mein­we­sen, das Brief­mar­ken her­aus­gab.

sys­tem und Brief­mar­ken ver­ein­heit­licht. Fort­an zier­te das Schwei­zer Kreuz sämt­li­che Brief­mar­ken. Das Por­to rich­te­te sich nach der Dis­tanz, die Schweiz war ein­ge­teilt in vier Rayons. «Der Ta­rif wur­de nach Weg­stun­den des Post­bo­ten be­rech­net», sagt Brief­mar­ken-spe­zia­list Chris­toph Hertsch. «Der ers­te Brief­kreis, Rayon 1, um­fass­te Dis­tan­zen bis zu 10 Weg­stun­den, das wa­ren Stre­cken, die bis zu 48 Ki­lo­me­ter mas­sen.» Der zwei­te Brief­kreis ging bis 120, der drit­te bis 192 Ki­lo­me­ter. Der vier­te deck­te al­le Dis­tan­zen ab, die län­ger wa­ren. Die Post­bo­ten gin­gen zu Fuss, die Post­kut­sche be­för­der­te vor al­lem Pas­sa­gie­re – und sel­ten auch Brie­fe.

Auf die ers­ten na­tio­na­len Brief­mar­ken mit eher tech­no­kra­ti­schen Su­jets wie Schwei­zer Kreuz und Post­horn folg­te ei­ne Mar­ke, die ei­ne sit­zen­de, noch et­was zer-

zaus­te Hel­ve­tia zeigt. Da­nach ei­ne mit ei­ner ma­jes­tä­ti­schen, ste­hen­den Hel­ve­tia mit Di­a­dem im Haar, be­wehrt mit Schwert und Schild. Die­se Ent­wick­lung wi­der­spie­gelt ein stei­gen­des Na­tio­nal­be­wusst­sein der Schwei­zer.

Samm­ler nen­nen die un­ge­zähn­ten Mar­ken mit der sit­zen­den Hel­ve­tia – ih­rer wil­den Fri­sur we­gen – lie­be­voll «Stru­be­li». Chris­toph Hertsch lä­chelt und sagt: «Neh­men Sie ei­ne Lu­pe, und schau­en Sie die Mar­ke ge­nau­er an.» Die ver­meint­li­che Wu­schel­fri­sur ent­puppt sich als Lor­beer­kranz, als Sym­bol für Eh­re, Sieg und Er­folg.

Als die Stru­be­li­mar­ke her­aus­kam, war die Schweiz ein Ge­bil­de aus 22 Kan­to­nen, von de­nen je­der sei­ne ei­ge­ne Ver­gan­gen­heit hat­te. Zu­dem wa­ren die In­ner­schwei­zer Kan­to­ne we­ni­ge Jah­re zu­vor im Son­der­bunds­krieg (3.–29. No­vem­ber 1847) von den mit­tel­län­di­schen Kan­to­nen be­siegt wor­den und heg­ten Miss­trau­en ge­gen­über dem neu­en Bun­des­staat. Ei­ne Iden­ti­täts­stif­tung muss­te her. Die Hel­ve­tia kam wie ge­ru­fen. Wich­tig war auch, dass auf den Brief­mar­ken der Fran­ka­tur­wert drei­spra­chig an­ge­ge­ben war, in Rap­pen, Cen­ti­mes und Cen­te­si­mi – um den na­tio­na­len Zu­sam­men­halt wei­ter zu stär­ken.

«Die His­to­ri­ker spiel­ten ei­ne enorm wich­ti­ge Rol­le bei der Prä­gung ei­nes Na­tio­nal­be­wusst­seins», sagt An­dré Ho­len­stein, sel­ber His­to­ri­ker und Ge­schichts­pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät Bern. Ei­ne Na­ti­on gilt als um­so ehr­wür­di­ger, je äl­ter sie ist. Al­so grif­fen die His­to­ri­ker vor 150 Jah­ren auf ein Volk aus der An­ti­ke zu­rück, auf die Hel­ve­tier, die auf dem Ge­biet der heu­ti­gen Schweiz leb­ten. «Doch die Hel­ve­tier woll­ten ei­gent­lich weg von hier», sagt An­dré Ho­len­stein, «das Land ih­rer Träu­me war in Süd­frank­reich. Auf der Rei­se da­hin hat sie Ju­li­us Cä­sar ab­ge­fan­gen und wie­der zu­rück­ge­schickt.» Das stör­te die His­to­ri­ker nicht, und sie er­klär­ten die mo­der­ne Schweiz zur Con­fo­ede­ra­tio hel­ve­ti­ca. So wur­de die Hel­ve­tia zur Lan­des­mut­ter, ab­ge­bil­det auf Mün­zen und Brief­mar­ken.

An­fang des 20. Jahr­hun­derts ge­sell­ten sich auf den Mar­ken Wil­helm Tell und der Tel­len­kna­be zur Hel­ve­tia. «Die Er­zäh­lung des Schüt­zen Tell, der uns vom ty­ran­ni­schen Vogt be­frei­te, und der My­thos von der Grün­dung der Schweiz auf dem Rüt­li wa­ren wich­tig für das Selbst­ver­ständ­nis der Schweiz», sagt der pen­sio­nier­te Ber­ner His­to­ri­ker To­bi­as Ka­est­li. «Die Brief­mar­ken tru­gen we­sent­lich zur Fes­ti­gung des My­thos bei.»

Geis­ti­ge Lan­des­ver­tei­di­gung

Ab 1914 ent­schloss sich die Eid­ge­nös­si­sche Post­di­rek­ti­on, auch Land­schaf­ten auf Brief­mar­ken ab­zu­bil­den: mit dem Rüt­li, den My­then und dem Jung­frau­mas­siv als na­tio­na­le Sym­bo­le. Ab 1932 ka­men wei­te­re Land­schafts­bil­der da­zu: der Rho­ne­glet­scher, Schloss Chil­lon, die Via­ma­laSchlucht und an­de­re. «Wich­tig war, dass die ver­schie­de­nen Lan­des­tei­le zum Zug ka­men», sagt To­bi­as Ka­est­li.

Mit der Macht­er­grei­fung Hit­lers stieg die Be­dro­hung von aussen. Brief­mar­ken dien­ten nun der Geis­ti­gen Lan­des­ver­tei­di­gung. 1938 schuf Karl Bi­ckel – er war der eif­rigs­te Brief­mar­ken­ge­stal­ter, reich­te et­wa 500 Ent­wür­fe ein, wo­von 100 rea­li­siert wor­den sind – drei Mar­ken, «die hel­fen soll­ten, den Wi­der­stand ge­gen die Ver­füh­rungs­küns­te der Na­zis und der Fa­schis­ten

Die Post ex­pe­ri­men­tier­te mit Brief­mar­ken, die mal duf­te­ten, mal ei­ne funk­tio­nie­ren­de Schall­plat­te wa­ren.

zu stär­ken», sagt His­to­ri­ker To­bi­as Ka­est­li. Su­jets wa­ren die Be­schwö­rung des Bun­des­brie­fes, die Tag­sat­zung von Stans so­wie ein Ur­nen­gang. Ein Jahr spä­ter fei­er­ten drei Brief­mar­ken die Qua­li­tät der Schwei­zer Ar­beit, mit der Armbrust als Sym­bol.

Wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges muss­ten die Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer den Gür­tel en­ger schnal­len: Spa­ren war an­ge­sagt. Auf ei­ner Brief­mar­ke aus dem Jah­re 1942 steht: «Zum Durch­hal­ten Alt­stof­fe sam­meln». Der Auf­ruf zum Re­cy­cling war aus schie­rer Not ge­bo­ren. Gross war die Er­leich­te­rung über das Kriegs­en­de 1945, und die Schwei­ze­ri­sche Post gab gleich ei­ne gan­ze Se­rie Mar­ken her­aus mit dem la­tei­ni­schen Schrift­zug «Pax ho­mi­ni­bus bonae vol­un­ta­tis» (Frie­de den Men­schen, die gu­ten Wil­lens sind).

Die vom Krieg ver­schon­te Schweiz war stolz auf die Wirt­schafts­kraft und den Fort­schritt, der das Land vor­an­brach­te. Die­ser Stolz zeig­te sich 1949 auf ei­ner Mar­ken­se­rie, die Ei­sen­bahn­via­duk­ten, gros­sen Stau­mau­ern und an­de­ren tech­ni­schen Wun­der­wer­ken ge­wid­met war. Die Brief­mar­ken tru­gen als klei­ne Bot­schaf­te­rin­nen das Bild der Schweiz als Land der In­ge­nieurs­kunst in die Welt hin­aus.

Schon früh ge­hör­te auch der So­li­da­ri­täts­ge­dan­ke zum Ver­kauf von Brief­mar­ken. 1912 lan­cier­te die Stif­tung Pro Ju­ven­tu­te ei­ne Spen­den­vi­g­net­te, die man zu­sätz­lich zur Brief­mar­ke auf Brie­fe auf­kle­ben konn­te und de­ren Er­lös tu­ber­ku­lo­se­kran­ken Kin­dern und Ju­gend­li­chen zu­gu­te­kam. Im Jahr dar­auf war die ProJu­ven­tu­te­mar­ke sel­ber ein gül­ti­ges Post­wert­zei­chen – mit Zu­schlag. Sie kos­te­te zehn Rap­pen: Fünf Rap­pen wa­ren Fran­ka­tur und die an­de­ren fünf Rap­pen für die be­dürf­ti­gen Kin­der. Ab 1938 er­schie­nen die Bun­des­fei­er­mar­ken von Pro Pa­tria. «Das Geld aus den Zu­schlä­gen kam Sol­da­ten und ih­ren Fa­mi­li­en, der Müt­ter­hil­fe und Schwei­zern im Aus­land zu­gu­te», sagt

Oli­via Stras­ser, Ku­ra­to­rin am Mu­se­um für Kom­mu­ni­ka­ti­on. Heu­te fliesst der Er­lös aus dem Pro-pa­tria-mar­ken­ver­kauf in kul­tu­rel­le und so­zia­le Pro­jek­te in der gan­zen Schweiz. Einst klin­gel­ten je­weils Schul­kin­der an der Haus­tü­re und ver­kauf­ten Pro-ju­ven­tu­te- und Pro-pa­tria-mar­ken, auf de­nen Pflan­zen und Tie­re, Schlösser und Bur­gen ab­ge­bil­det wa­ren.

Ex­pe­ri­men­tier­freu­di­ge Post

Je­de Brief­mar­ke ist ein klei­nes Kunst­werk, nicht sel­ten ge­malt und ge­stal­tet von pro­mi­nen­ten Künst­lern wie Fer­di­nand Hod­ler, Hans Er­ni, Ce­lesti­no Piat­ti, Karl Bi­ckel, Ma­rio Bot­ta, Ni­ki de Saint Phal­le oder Ernst Kreidolf. Wo­bei Hod­ler das Pech hat­te, dass sein Ent­wurf 1901 bei der Post­di­rek­ti­on durch­fiel. Das Bild des Frei­bur­ger Sen­nen zier­te 1936, 18 Jah­re nach Hod­lers Tod, drei Brief­mar­ken.

Rund 10000 Ori­gi­nal­ent­wür­fe für Schwei­zer Brief­mar­ken la­gern heu­te im Archiv des Mu­se­ums für Kom­mu­ni­ka­ti­on. Sie il­lus­trie­ren, wie sich im Lauf der Jah­re die Pa­let­te an Su­jets öff­ne­te. Die Post ex­pe­ri­men­tier­te mit Brief­mar­ken, die mal nach Quit­ten duf­te­ten, mal ei­ne funk­tio­nie­ren­de Schall­plat­te wa­ren und dann wie­der aus Holz oder Stoff ge­fer­tigt wa­ren. Da­zwi­schen ka­men im­mer wie­der ty­pisch hel­ve­ti­sche Su­jets wie Schwei­zer Sack­mes­ser, Uh­ren, Kä­se, Scho­ko­la­de, Hei­di, Bar­ry und Glo­bi zu Brief­mar­ken­eh­ren.

Re­gel­mäs­sig wer­den auch so­ge­nann­te Wer­be­mar­ken ge­druckt, die auf ei­nen be­son­de­ren An­lass oder ein Ju­bi­lä­um hin­wei­sen, zum Bei­spiel 1988 auf 100 Jah­re Coif­feur­meis­ter-ver­band oder, ganz ak­tu­ell, auf die Moun­tain­bike-welt­meis­ter­schaf­ten in Len­zer­hei­de An­fang Sep­tem­ber 2018. «Die Schwei­ze­ri­sche Post er­hält jähr­lich rund 30 bis 50 Ge­su­che für Ju­bi­lä­ums­mar­ken», sagt Me­dien­spre­cher François Fu­rer, «be­rück­sich­ti­gen kann sie we­gen der The­men­viel­falt pro Jahr al­ler­dings nur ma­xi­mal 15 Ge­su­che.»

Fast könn­te der Ein­druck ent­ste­hen, die Brief­mar­ke ver­kom­me zum Mar­ke­ting-pro­dukt. Doch der iden­ti­täts­stif­ten­de Ge­dan­ke ist noch im­mer prä­sent. Die ak­tu­el­len Dau­er­mar­ken zei­gen Schwei­zer Bahn­hö­fe, wo­bei streng dar­auf ge­ach­tet wur­de, dass je­de Re­gi­on der Schweiz mit ei­nem Bahn­hof ver­tre­ten ist, un­ter an­de­rem Brig, Bel­lin­zo­na, Lu­zern, Genf, Ap­pen­zell, Zug, In­ter­la­ken-ost und Scuol­ta­rasp. Und mit den re­gel­mäs­sig er­schei­nen­den Eu­ro­pa­mar­ken – die­ses Jahr mit dem Su­jet «Brü­cken» – zeigt die Schweiz auch, dass sie über ih­re Gren­zen hin­aus­blickt und kei­ne ein­sa­me In­sel ist.

Bis 1997 ent­schied der Bun­des­rat über Brief­mar­ken­su­jets. Heu­te be­stimmt ei­ne Kom­mis­si­on aus Ver­tre­tern der Post, der Brief­mar­ken­händ­ler und -samm­ler so­wie des Mu­se­ums für Kom­mu­ni­ka­ti­on die The­men, zu wel­chen pro Jahr rund fünf­zig neue Brief­mar­ken ge­schaf­fen wer­den.

Auch wenn es die Brief­mar­ke im Zeit­al­ter von E-mail und Whatsapp zu­neh­mend schwer hat, wird sie nicht ver­schwin­den. Es wird im­mer Men­schen ge­ben, die Brie­fe schrei­ben und sie fran­kie­ren. Und Hand aufs Herz: Wer freut sich nicht, ei­nen eben­sol­chen Brief zu er­hal­ten?

Je­de Brief­mar­ke ist ein klei­nes Kunst­werk, nicht sel­ten ge­malt und ge­stal­tet von pro­mi­nen­ten Künst­lern.

Die po­pu­lärs­te Brief­mar­ke Eu­ro­pas: Das Bas­ler Dy­b­li (l.). Ei­ne Mar­ke aus der Zeit, als die Schweiz pos­ta­lisch in Rayons ein­ge­teilt war: Für 10 Rap­pen wur­de ein Schrei­ben bis zu 120 Ki­lo­me­ter weit spe­diert.

Er ging am 2. März 1843 von Wä­dens­wil nach Rich­ters­wil: Der äl­tes­te be­kann­te Brief, fran­kiert mit ei­ner Schwei­zer Brief­mar­ke. Ei­ner «Zü­rich 6» der Zürcher Kan­to­nal­post.

Ab 1914 zier­ten Land­schaf­ten die Mar­ken: Lau­ter­brun­nen­tal mit Staub­bach­fall, Pi­la­tus, Rho­ne­glet­scher und Gott­hard­bahn (v. l.).

«Zum Durch­hal­ten Alt­stof­fe sam­meln»: Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs rief der Bun­des­rat via Brief­mar­ke in drei Lan­des­spra­chen zum Re­cy­cling auf. Hom­mage ans Sor­gen­te­le­fon: Mar­ke von 1975 (r.).

Eid­ge­nös­si­sche Wert­zei­chen­dru­cke­rei La Chaux-de-fonds: Druck der Bun­des­fei­er­brief­mar­ke, 1942.

Die Schweiz als Land der In­ge­nieurs­kunst: Die­se Bot­schaft tru­gen Brief­mar­ken ab 1949 in die Welt hin­aus.

Eil­bo­ten im Di­enst von Ob­rig­kei­ten: Einst über­brach­ten Stan­des­läu­fer Brie­fe von Ort zu Ort (r.).

Der Schwei­zer­psalm kommt mit der Post: Die Brief­mar­ke aus dem Jahr 2014 spielt die Lan­des­hym­ne.

Raf­fi­niert: Die Sti­cke­rei­mar­ke, 2000. «Der Re­gen­bo­gen­fisch»: Mar­cus Pfis­ters Kin­der­buch­klas­si­ker als Brief­mar­ke, 2001.

Duf­tet nach Quit­ten: Die 2-Fran­ken­son­der­mar­ke wur­de mit win­zi­gen Duft­kap­seln be­stückt, 2017.

Un­ge­wohn­tes De­sign: Die Son­der­brief­mar­ke Ho­nig­bie­ne in Wa­ben­form, 2011.

Süss: Zum 100-Jahr-ju­bi­lä­um der Cho­co­suis­se, des Ver­bands Schwei­zer Scho­ko­la­de­fa­bri­kan­ten, gab die Post ei­ne Mar­ke her­aus, die Schog­gi­ge­ruch ver­ström­te, 2001.

Brief­mar­ken­ver­kauf: In der Ptt-wert­zei­chen­ver­kaufs­stel­le in Bern, 1943.

Ei­ger, Mönch und Jungfrau: Die Künst­le­rin Ber­na­det­te Bal­tis zeich­ne­te das Ber­ner Al­pen­trio, 2006.

Fern­mel­de­di­rek­ti­on Bel­lin­zo­na: Su­jet von Ma­rio Bot­ta, 1993 (o.). Mach­te sich für die Be­kämp­fung von Aids stark: Ni­ki de Saint Phal­le, 1994.

Ent­warf für Pro Fau­na ei­ne Mar­ke: Ce­lesti­no Piat­ti, 1959.

Zur 56. Kunst­bi­en­na­le von Venedig: Son­der­mar­ke «Haut» von Pa­me­la Ro­sen­kranz, 2015.

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