AUF DEM BO­DEN SIT­ZEN

Schweizer Familie - - WISSEN -

Das Fo­to un­ten, im Ju­ni 1968 auf­ge­nom­men, zeigt Pro­tes­tie­rer im be­setz­ten Glo­bus­pro­vi­so­ri­um in Zü­rich. Sie ver­lan­gen (er­folg­los), dass im leer ste­hen­den Pro­vi­so­ri­um des Wa­ren­hau­ses Glo­bus ein au­to­no­mes Ju­gend­zen­trum ent­steht. Kurz dar­auf kommt es zum – heu­te le­gen­dä­ren – Glo­bus­kra­wall, ei­nem Gross­schar­müt­zel zwi­schen De­mons­tran­ten und der Po­li­zei mit vie­len Ver­letz­ten. Im Bild fällt auf, dass die Leu­te am Bo­den sit­zen. Das tun die 68er oft. Im Ri­tu­al des Sit-in, des Sitz­streiks, wird die Sa­che po­li­tisch. Das Sit-in soll Jah­re zu­vor im ame­ri­ka­ni­schen Sü­den ent­stan­den sein, als schwar­ze Stu­den­ten ge­gen ein Re­stau­rant nur für Weis­se de­mons­trier­ten. Die 68er wen­den das Sit-in bei ge­walt­frei­en Ak­tio­nen mit Er­folg an. Es si­gna­li­siert Wehr­lo­sig­keit und wirkt fried­li­cher, als wenn die glei­che Men­ge Leu­te steht.

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